Harburg
Bei Flüchtlingen beliebt

Futsal ist weiter auf dem Vormarsch

Markus Heher kommt

Markus Heher kommt

Foto: Volker Koch / HA

Kreis Harburg ruft Kreisliga für Variante des Hallenfußballs ins Leben. Buchholzer FC gewinnt Auftaktspiel gegen FC Rosengarten.

Buchholz.  Etwa 350 Jugendmannschaften spielen im Landkreis Harburg seit Jahren Futsal, die aus Südamerika stammende Variante des Hallenfußballs mit dem kleineren, sprungreduzierten Ball. Seit sechs Jahren gibt es Futsal-Kreismeisterschaften für die Herren, seit drei Jahren auch für Damen. Der Kreisverband Harburg im Niedersächsischen Fußball-Verband ist schon lange Vorreiter in Deutschland und jetzt einen Schritt weiter gegangen. In der Sporthalle des Schulzentrums I in Buchholz fiel der Startschuss für die erste Futsal-Kreisliga Deutschlands. Der Auftakt des offiziellen Spielbetriebs wurde zu einer einseitigen Angelegenheit. Mit sage und schreibe 18:1 (7:0) setzte sich der Buchholzer FC gegen den FC Rosengarten International durch.

Fünf Mannschaften sind dem Aufruf des NFV-Kreis Harburg gefolgt und haben für die Futsal-Kreisliga gemeldet. Initiator ist Dirk Possiwan, Beauftragter Talentförderung beim Niedersächsischen Fußball-Verband und Vorsitzender des Kreis-Jugendausschusses sowie Spielleiter beim Norddeutschen Fußball-Verband für die Junioren-Regionalligen. Er führte vor elf Jahren Futsal im Jugendbereich ein und ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass der Kreis Harburg zu einer Hochburg des „futebol de salao“ geworden ist.

Beinahe wäre die Installierung der Futsal-Kreisliga am Geld gescheitert. Vier Offizielle, zwei Schiedsrichter, ein Zeitnehmer und ein Protokollführer werden pro Spiel benötigt, um Futsal ordnungsgemäß nach offiziellen Richtlinien durchzuführen. An der Bereitschaft der 150 Schiedsrichter im Landkreis, denen die Futsal-Regeln schon beim Grundlehrgang vermittelt werden, wie Kreisschiedsrichterobmann Joachim Weis betonte, mangelte es nicht. Aber sie müssten für ihr Engagement entschädigt werden, so Weis. Da kommt eine erkleckliche Summe an Schiedsrichtergebühren zusammen, für die letztlich der Premiumpartner des NFV, die VGH-Versicherungen, die schon den Girls-Cup und den Fairnesspokal unterstützen, für die kommenden zwei Jahre aufkommen.

Der Siegeszug des Futsal gegenüber dem herkömmlichen Hallenfußball ist nicht mehr aufzuhalten. Offizielle Hallenmeisterschaften dürfen im gesamten Bereich des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bald nur noch nach Futsal-Regeln durchgeführt werden. Die ersten offiziellen Länderspiele der neu gegründeten deutschen Futsal-Nationalmannschaft gegen England werden am 30. Oktober und 1. November 2016 in der Inselparkhalle in Wilhelmsburg ausgetragen. „Das deutsche Nationalteam wird sein Quartier in Sieversen aufschlagen“, weiß Manfred Marquardt, Vorsitzender im NFV-Kreis Harburg, zu berichten.

Die fünf Mannschaften der Harburger Futsal-Kreisliga sind Kreisliga-Aufsteiger Buchholzer FC als einziges Team aus dem bekannten Ligaspielbetrieb. Dazu der FC Rosengarten International, ein Team aus Flüchtlingen, der 1. FC Seevetal, der jüngste Kreisverein mit ebenfalls einer Flüchtlingsmannschaft, die Seevetaler Allstars, die sich die Förderung des Futsals auf die Fahnen geschrieben haben und außer Konkurrenz antreten, und als Gast die SG Ottensen/Buxtehude, ein Team mit Studierenden der Hochschule 21. Als Fan des Futsals outete sich BFC-Trainer Markus Hehr: „Futsal ist meine große Leidenschaft“, sagte der Herrentrainer, der es sich nicht nehmen ließ, selbst mit seiner Mannschaft anzutreten, in der noch Spieler mitwirkten, die als C-Junioren gemeinsam mit dem damaligen Jugendtrainer Markus Hehr das erste Mal mit Futsal konfrontiert wurden. „Wir haben etliche Titel gewonnen und heute immer noch Bock auf Futsal“, sagte Hehr. Dass die Buchholzer Kreisliga-Fußballer mit dem Futsal besonders vertraut sind, spiegelte sich auch in dem hohen Auftaktsieg gegen das Flüchtlingsteam des FC Rosengarten International wider.

Für den 1. FC Seevetal, der kommenden Mittwoch in Hittfeld gegen den Buchholzer FC in den Wettbewerb eingreift, ist diese Partie zugleich ein Test für die inoffiziellen offenen norddeutschen Meisterschaften für Flüchtlingsinitiativen am 1. und 2. Oktober in Bremen, die der junge Verein in Person von Jens Feldhusen gemeinsam mit dem Förderverein Bürgerstiftung Blumenthal unter dem Motto „Wir schaffen Begegnung“ ausrichten wird.