Harburg
Tennis

Gelungener Neustart für den Sommer-Jugendcup

Raik

Raik

Foto: Volker Koch / HA

Tennistalente vom TC Seppensen spielen sich beim DTB-Ranglistenturnier von Grün-Weiss Harburg in den Mittelpunkt.

Harburg.  Die sportlichen, vor allem aber die geselligen Höhepunkte des Harburger Tennissommers sind die meist seit Jahrzehnten vertrauten Seniorenturniere. Und dann das: Die weiße Sparte von Grün-Weiss Harburg lud zu einem Sommer-Jugendcup ein – ein ganzes Turnierwochenende nur für Mädchen und Jungen. Das ist ein Signal: Tennis kann auch wieder Kinder und Jugendliche begeistern.

„Nach langen Jahren des Schrumpfens freuen wir uns über den Zuwachs an Mitgliedern“, sagt Joachim Meissner, Leiter der 250 Mitglieder großen Tennisabteilung. „Die meisten der 22 Neuzugänge sind Jugendliche. Die Gruppe ist auf etwa 60 Spielerinnen und Spieler angewachsen. Das hat uns ermutigt, in Harburg wieder ein Turnier für den Nachwuchs aufzuziehen.“

Es ist nicht die erste Neubelebung von Nachwuchsturnieren. Bereits im Vorjahr hatte der TC Langenbektal sein Jugendturnier nach vielen Jahren Pause wieder veranstaltet. Von diesem Donnerstag an wird zum zweiten Mal zum Dello-Cup aufgeschlagen. „Mit 58 Anmeldungen haben wir 20 mehr als vor einem Jahr“, sagt Christine Rohde, Jugendwartin des TC Langenbektal.

Auch die Organisatoren von Grün-Weiss Harburg sind sicher, dass ihr Jugendcup im kommenden Jahr weit mehr Anklang findet. „Diesmal haben wir 33 Teilnehmer“, bestätigt Kai Kolschewski, dessen Sohn Benni neben Maurice Tietgen (beide U18) und Luisa Recke (U12) der einzige Grün-Weiss-Teilnehmer ist. „Weil es ein Ranglistenturnier des DTB ist, wurde uns der Termin vorgegeben. Unser Glück ist, dass in Niedersachsen die Schule wieder begonnen hat. Unser Pech, dass in Hamburg gerade Ferien sind.“

Yannik Bädker und Raik Tjaven Seichter, die beiden Elfjährigen aus den Fördergruppen des TC Seppensen, gehören zum Nachwuchs aus dem Landkreis, der zahlenmäßig die Harburger Jugendturnier-Premiere dominierte. Die beiden U12-Spieler drängen ungeduldig ins Turnierbüro. „Wann ist endlich ein Platz für uns frei?“, fordert der Größere der beiden, der eine einfache Begründung für seinen ungewöhnlichen Vornamen hat. „Meine Mutter hat Tjaven gewählt, den ich blöde finde. Meine Oma hat Raik dazu ausgesucht. Und so nenne ich mich.“

Raik Seichter und Yannik Bädker müssen im direkten Duell den Gruppensieger ermitteln. Optisch scheinen die Vorteile klar. Raik, der aus Wenzendorf kommt und das Gymnasium Neu Wulmstorf besucht, ist 1,64 Meter groß. Yannik misst nur 1,47 Meter.

„Ich“, antwortet das pfiffige Kerlchen, als die Frage nach dem letzten Sieger ihres Duells auftaucht. Wie er heute gewinnen will? „Ich muss nur auf seine Fehler warten“, wirft der Kleine lachend dem Großen zu. „Du hast ja auch nichts Besseres zu tun, als jeden Ball zurückzuschlagen“, kommt der Return von Raik. „Ich schlage wie gegen eine Gummiwand. Man, das ist doch langweilig. Du musst auch mal was riskieren, Yannik.“ Ein Dialog in aller Freundschaft, der dennoch eine wichtige Konstellation im Tennis trifft: Draufgänger gegen kalkulierenden Taktiker. Und wenn man von Yannik Bädker wissen will, welche Note er in Mathematik hat, kommt nur kurz „eine Eins“. Überraschen kann das nicht.

Raik und Yannik gehören beim TC Seppensen zu unterschiedlichen Gruppen, beide spielen und trainieren aber bis zu viermal pro Woche. Im Gruppenspiel des Harburger Jugendcups ist der Plan von Yannik Bädker diesmal nicht aufgegangen. Raik Seichter gewinnt mit 6:3 und 6:2. Im Halbfinale kämpft er Jan-Frederik Reese (TC Soltau) mit 1:6, 6:2 und 10:6 nieder. Im Finale gegen Alexander Nau (TK Mölln) hat es das Talent aus Seppensen eiliger und trägt sich mit 6:3, 6:2 als erster Sieger beim Sommer-Jugendcup ein.

Auch Joshua Knuth, Finalist bei den U18-Junioren, steht für die hervorragende Jugendarbeit des TC Seppensen. Der 15-Jährige besucht ebenfalls das Gymnasium Am Kattenberge in Buchholz. „Einmal in der Woche haben wir Auswahltraining in Hollenstedt und einmal in Moisburg“, erzählt er. „Mit dem Vereinstraining bin ich viermal in der Woche beim Tennis, mindestens.“ Im Finale verlor Joshua Knuth mit 1:6 und 4:6 gegen Jonathan Lawrenz (Harvestehuder THC).

„Schönes Wetter, eine Organisation, die als freundlich und warmherzig gelobt wurde und ein offener Umgang unter den Teilnehmern – das war ein gelungener Neustart“, schloss Jugendleiter Tim Hermann den ersten Jugendcup des SV Grün-Weiss Harburg. Er motiviert für die weitere Aufbauarbeit. Dazu gehört auch die Kooperation der Tennissparte mit dem Immanuel-Kant-Gymnasium, die nach den Ferien gefestigt werden soll.