Harburg
Handball

Buxtehuder Erfolgsjahr endet mit Rückschlag

Handball-Bundesligafrauen unterliegen Blomberg mit 29:32. Heute Auswärtsspiel in Celle

Buxtehude.  „Dieses Spiel war ein Rückschlag. So kommen wir nicht nach vorne. Ich entschuldige mich bei den Zuschauern.“ Dirk Leun, Trainer der Bundesliga-Handballfrauen des Buxtehuder SV, machte aus seiner Enttäuschung nach der 29:32 (12:16)-Heimniederlage vor 1600 Zuschauern in der ausverkauften Halle Nord gegen den Tabellennachbarn HSG Blomberg-Lippe keinen Hehl. Am Ende des erfolgreichsten Jahres in der Vereinsgeschichte des Buxtehuder SV mit dem Gewinn des deutschen Handballpokals und Platz zwei in der Bundesliga hätte 2015 sportlich schlimmer nicht zu Ende gehen können.

Der BSV ist auf Tabellenplatz neun zurückgefallen. Jetzt gilt es, im neuen Jahr die Kurve zu kriegen. Erste Gelegenheit dazu bietet sich bereits am heutigen Sonnabend um 19.30 Uhr im Auswärtsspiel beim Vorletzten SVG Celle. „Wir müssen uns körperlich schnell regenerieren und die Köpfe wieder hoch kriegen. In Celle müssen wir uns besser präsentieren und eine konzentrierte Leistung abrufen“, fordert Leun von seinen Spielerinnen, denen er den Vorwurf machte, dass sie gegen Blomberg nicht den gleichen Siegeswillen gezeigt hätten, wie die Gegnerinnen, die deshalb auch verdient gewonnen hätten.

Aus der frühen 3:1-Führung war schnell ein 3:4-Rückstand geworden. Ursache dafür war unter anderen Gründen ein nicht verwandelter Siebenmeter von Friederike Gubernatis. Das ist an sich kein besonderes Problem, wenn es nicht symptomatisch gewesen wäre. So reihten sich vergebene Chancen und Unaufmerksamkeiten in der Abwehr aneinander, die Gäste gingen mit drei Treffern in Führung. In dieser Phase war es Randy Bülau, die den Buxtehuder SV im Spiel hielt. Dass der Rückstand zur Pause sogar vier Treffer betrug, konnte „Lady Gnadenlos“ aber auch nicht verhindern.

Bülau und die einzige aktuelle Nationalspielerin des BSV, Lone Fischer, waren die einzigen Lichtblicke in der Mannschaft. Beide erzielten je sechs Treffer. Trainer Dirk Leun wirkte zeitweise ratlos und verzweifelt, er wechselte viel und erreichte damit wenig. Vor allem fanden er und das BSV-Damenteam kein Mittel gegen Gordana Mitrovic. Die Blomberger Rückraumschützin traf fast nach Belieben und brachte es am Ende auf elf Treffer.

Die zweite Halbzeit, in der das Blatt gewendet werden sollte, begann mit einer Parade von Torhüterin Antje Lenz verheißungsvoll, doch gleich beim ersten Torversuch nach dem Seitenwechsel scheiterte Randy Bülau. Es folgte eine Zwei-Minuten-Strafe für Friederike Gubernatis. Trotzdem konnten die BSV-Damen auf 17:18 durch ein sehenswertes Kempa-Tor durch Lone Fischer den Rückstand fast wettmachen, Doch bald hieß es 20:25. Nach einer vergebenen Torchance konnte Blomberg den Abstand mit einem Tempogegenstoß sogar auf 21:27 ausbauen. Am Ende ließ Jana Podpolinski ihr Können mit drei Treffern in Folge für den BSV aufblitzten. Da war die Niederlage aber praktisch schon besiegelt.

Mit Paula Prior, Lotta Heinrich, Laura Schultze und Anna-Lena Grell hatte Dirk Leun gleich vier Nachwuchstalente in den Kader berufen, von denen aber nur Paula Prior nennenswerte Einsatzzeiten bekam. Sie agierte im Rückraum und machte ihre Sache gut. Dass sie die Kastanien nicht aus dem Feuer holen konnte, durfte nicht überraschen.

In der Vorbereitung auf das letzte Heimspiel in 2015 hatte die Buxtehuder Damenmannschaft nicht einmal zusammen trainieren können. Dass die BSV-Frauen in den Zweikämpfe nicht mit der nötigen Aggressivität zu Werke gingen, lässt sich dadurch aber nicht erklären. Schon eher die vielen Löcher in der Abwehr, die Ausdruck mangelhafter Abstimmung im Team waren und Blomberg immer wieder zu leichten Gegentreffern einluden.