Harburg
Handball

Erfahrung und Athletik als größte Unterschiede

Für Klaus-Dieter Petersen ist Krafttraining wichtiger als ein zweites Spiel am Wochenende

Stove.  Zwei Testspiele, gemeinsame Trainingseinheiten und Kulturprogramm in Hamburg – im Rahmen des Deutsch-Französischen Jugendwerkes (DFJW) weilten die Jugend-Nationalteams eine Woche in der Hansestadt. Bundestrainer Klaus-Dieter Petersen zieht im Interview mit dem Hamburger Abendblatt ein Fazit und skizziert Aufgaben für die Zukunft.

Hamburger Abendblatt: Herr Petersen, wie zufrieden sind Sie angesichts der 20:26-Niederlage mit dem Spiel ihrer Mannschaft in Stove?

Klaus-Dieter Petersen: Die Abwehr- und Torhüterleistung in den ersten 20 Minuten war in Ordnung. Im Angriff haben wir uns von Anfang an schwer getan. Das Problem hatten wir auch schon in Aumühle. Daher hat mich das Unentschieden dort überrascht.

Worin sehen Sie die Gründe für die Angriffsschwäche?

Petersen: Wir spielen fast komplett mit Spielern des Jahrgangs 1999, die Franzosen mit 98er. Da sind wir athletisch unterlegen und können uns im Zweikampf nicht wie gewünscht durchsetzen. Dazu kommt, dass die Franzosen besser eingespielt sind und beispielsweise das Kleingruppenspiel mit dem Kreisläufer gut funktioniert.

Lässt sich der Unterschied auch an der Anzahl der Länderspiele ablesen?

Petersen: Natürlich. Am Mittwoch hatte ich 15 Debütanten im Kader, heute haben diese 15 ihr zweites Länderspiel gemacht. Die Franzosen haben zehn bis zwölf Spiele mehr. Das sieht man. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir den Rückstand aufholen können.

In welchen Bereich muss in erster Linie gearbeitet werden?

Petersen: Vor allem an der Athletik. Für die Entwicklung ist es sinnvoller, an einem Wochenende nicht in der B-Jugend und danach noch in der A-Jugend zu spielen. Stattdessen sollte die zweite Einheit im Kraftraum stattfinden. Zu individuellen Stärken und Schwächen geben wir nach dem Lehrgang jeweils Rückmeldung an die Heimtrainer.

Wie fällt ihr Fazit für die gesamte Trainingswoche aus?

Petersen: Wir haben klar unsere Entwicklungsfelder aufgezeigt bekommen. Beide Teams haben gemeinsam Teambuilding betrieben, haben sich gut verstanden und voneinander gelernt. Es war der französische Gegenbesuch, nachdem wir 2014 auf einer Insel bei La Rochelle empfangen worden waren.

Welches sind die nächsten Ziele für die B-Jugend-Nationalmannschaft?

Petersen: Der ältere Jahrgang spielt Ende des Monats beim Jugendfestival in Georgien. Den 99er-Jahrgang bereiten wir auf die U18-EM im kommenden Jahr vor. Bis dahin müssen wir es schaffen, die Spieler mindestens auf unteres Drittliganiveau zu bringen.