Harburg
Fussball

TSV Stelle schießt sich in die Landesliga

Bezirksliga-Fußballfrauen verspielen erst die Meisterschaft, setzen sich dann in der Relegation mit 5:1 gegen SV Dornbusch durch.

Stelle/Holvede.  Ein Duell der Gegensätze war das Relegationsspiel zwischen den Fußballfrauen des TSV Stelle und SV Dornbusch, die in Holvede als jeweils Tabellenzweite ihrer Bezirksligastaffeln um den Aufstieg in die Landesliga Lüneburg kämpften. „Die 91 Saisontore unseres Gegners haben uns im Vorfeld des Aufstiegsspiels gehörigen Respekt eingeflößt“, räumte Trainer Nils Matuszczak vom TSV Stelle ein, dessen Damen wiederum mit nur 20 Gegentreffern mit der besten Abwehr aller Bezirksligisten in das entscheidende Spiel gingen. Am Ende wurde nur der TSV Stelle den hohen Erwartungen gerecht, setzte sich mit 5:1 (2:1) durch. Damit stand ein Jahr nach dem Abstieg der unmittelbare Wiederaufstieg in die Landesliga fest.

Eigentlich sah es für den TSV Stelle fast die gesamte Saison über sogar nach dem direkten Aufstieg als Meister der Bezirksliga-Staffel Ost aus. Doch der vorletzte Spieltag in der Liga war ein rabenschwarzer Tag für das Steller Damenteam, das nicht nur dem späteren Meister VfL SF Böddenstedt mit 0:1 unterlegen war und die Tabellenführung an den Gegner abgeben musste.

In diesem Spiel verletzte sich zudem Torhüterin Wiebke Rieckmann so schwer, dass sie wohl ein halbes Jahr ausfallen wird. Ihre Knieverletzung stellte sich als Kreuzbandriss heraus. Nils Matuszczak: „Hätten wir das Spiel gewonnen, wären wir vorzeitig Meister geworden.“ Jetzt ruhten alle Hoffnungen nur noch auf der Relegation. Auch durch die 0:2-Niederlage am letzten Spieltag gegen SV Eintracht Lüneburg konnte der TSV Stelle nicht mehr vom zweiten Tabellenplatz verdrängt werden.

Durch den Ausfall seiner Stammtorhüterin Wiebke Rieckmann war Trainer Nils Matuszczak, der die Mannschaft im Winter der Saison 2013/2014 als Tabellenletzter der Landesliga übernommen hatte, gezwungen, Vanessa Kahlsdorf ins Tor zu stellen. Was aber keine Schwächung der Mannschaft bedeutete, denn die „Ersatztorfrau“ bringt reichlich Erfahrung auf dieser Position mit. Sie hat früher als Torhüterin sogar in der Regionalliga gespielt, sich zuletzt aber beim TSV Stelle zur Spielmacherin gemausert. Matuszczak: „Aber sie fehlte uns natürlich auf der Zehner-Position.“

Im Relegationsspiel gegen den SV Dornbusch galt es, vor allem deren Torjägerin Laura Hesse auszuschalten, die in der Saison 35 Ligatreffer erzielte. Doch die gegnerische Torjägerin ging angeschlagen in die Partie, ihr gelang nur das 2:1 nach einer halben Stunde per Elfmeter. Davor hatten Jennifer Eick nach zwei Minuten und Alina Prüfer (25. Minute) für Stelle eine 2:0-Führung herausgeschossen. Matuszczak: „Wir haben uns gar nicht erst den Schneid abkaufen lassen.“ Knackpunkt des Relegationsspiels war das 3:1 durch Karina Eckhoff gleich nach dem Seitenwechsel. „Da haben meine Spielerinnen realisiert, was an diesem Tag möglich ist,“ sagte Matuszczak. Der Rest war leichtes Spiel. Die für die verletzte Lara Warpaul zur Pause eingewechselte Jessica Wendt (66.) und noch einmal Karina Eckhoff (77.) schossen den letztlich souveränen Sieg heraus.

Für die kommende Saison in der neuen Liga hat Nils Matuszczak den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben. Gut möglich, dass der TSV Stelle dann auch wieder auf den SV Dornbusch trifft, der noch aufsteigen kann, wenn Landesligist Teutonia Uelzen am Wochenende sein Relegationsspiel zur Oberliga gegen den SV Friedrichsfehn gewinnen sollte und dadurch ein weiterer Startplatz in der Landesliga frei werden sollte. Doch Nils Matuszczak schaut nicht auf die Gegner. „Ich hoffe, dass wir nach dem Abstieg des Buchholzer FC als neuer Landesligist für das eine oder andere Talent aus der Region interessant geworden sind.“

Auch ohne weitere Verstärkung sieht der Trainer sein Damenteam für die neue Liga gerüstet. „Bei uns stimmt einfach die Mischung,“ sagt er. Alina Prüfer, die das 2:0 erzielte, ist gerade 16 Jahre alt. Das Gros der Spielerinnen ist 18 bis Anfang 30 Jahre alt. Sonja Vogt, die aus familiären Gründen in der Relegation nicht dabei sein konnte, ist schon 49 Jahre alt und spielt mit ihrer Tochter Janine zusammen beim TSV Stelle. Nils Matuszczak: „Der Kern der Mannschaft ist seit elf Jahren zusammen.“

Auch wenn das große sportliche Ziel jetzt erreicht ist, auf die faule Haut legen sich die Fußballfrauen des TSV Stelle deshalb noch lange nicht. Traditionell beschließen sie ihre Fußballsaison mit Beachsoccer beim großen Turnier auf Sand in Natendorf im Kreis Uelzen – in diesem Jahr von Freitag, 26. Juni, bis Sonntag, 28. Juni.