Volleyball

Erneute Lehrstunde für die SVG Lüneburg

| Lesedauer: 3 Minuten
Günther Bröde
Nicolas Marks

Nicolas Marks

Foto: Erwin Sawert

Nach der zweiten 0:3-Niederlage im Halbfinale gegen Rekordmeister VfB Friedrichshafen droht dem Bundesliga-Aufsteiger das Ende der Saison.

Reppenstedt. Da nützte es auch nichts, dass 800 Zuschauer aus der Gellersenhalle einen Hexenkessel machten. Der Rekordmeister und 13-fache deutscher Pokalsieger VfB Friedrichshafen ist für die SVG Lüneburg einfach eine Nummer zu groß. Auch das zweite Spiel der Halbfinal-Playoffs um die deutsche Meisterschaft ging gegen den Favoriten mit 0:3 (16:25, 13:25, 20:25) deutlich verloren.

Auch wenn sich die Lüneburger kräftig gewehrt haben, wurde diese Partie erneut zu einer Lehrstunde für sie, wie schon das erste Spiel der „Best-Of-Five“-Serie und vor einem Monat das Endspiel um den deutschen Volleyball-Pokal in Halle in Westfalen. Das dritte Spiel am Mittwoch in Friedrichshafen am Bodensee betitelt der Lüneburger Halbfinalgegner jetzt als „Matchball ins Finale“.

Die Lüneburger Aufsteiger müssen sich nach dieser Lektion mit dem Gedanken anfreunden, dass am Mittwoch am Bodensee für sie die Saison zu Ende geht und sie ihren vielen Fans kein weiteres Heimspiel in der Gellersenhalle mehr bieten können. Beim Stand von 1:1 im ersten Satz servierte Friedrichshafens Benjamin Toniutti zwei Asse und setzte die Heimmannschaft damit gleich unter Druck. Vor allem der gegnerische Block und die druckvollen Aufschläge der Gäste machten der SVG zu schaffen. Friedrichshafen zog schnell auf 24:11 davon, konnte aber erst den sechsten Satzball zum 25:16 verwandeln.

Im zweiten Satz war es Friedrichshafens Routinier Max Günthör, mit dem SVG-Trainer Stefan Hübner noch selbst in der Nationalmannschaft gespielt hat, der gewohnt sicher blockte und am Ende die meisten (11) Punkte machte. Dem hatte die SVG Lüneburger nicht viel entgegenzusetzen, zumal Lüneburgs Mittelblocker Scott Kevorken nicht seinen besten Tag erwischte und selbst nur zwei Punkte holen konnte. Von elf möglichen Satzbällen verwandelte Friedrichshafen den zweiten zum 25:13.

Im dritten Satz versuchte es Hübner mit Jannik Pörner anstellte von Falko Steinke auf der rechten Angriffsseite. Bei 8:12 nahm Stefan Hübner eine Auszeit, die Lüneburger kämpften sich auf einen Punkt heran und konnten sogar zum 14:14 ausgleichen. Doch Friedrichshafen besann sich auf seine Stärken und Günthör blockte die Gäste zur ersten technischen Auszeit und zurück in die Spur (16:14). Ein Fehler im Angriff der Norddeutschen machte einen Strich unter den dritten Satz (25:20) und das Spiel. Die stille Hoffnung der SVG Lüneburg, dass die Gäste mit der geringen Hallenhöhe in Reppenstedt – die Gegner bezeichnen die Gellersenhalle schon mal als Schuhkarton – nicht zurechtkommen würde, hatte sich zerschlagen.

Nach 65 Minuten, sogar noch drei weniger als im ersten Halbfinalspiel, hatte der Spuk ein Ende. Was bleibt, ist jetzt die vage Hoffnung, dass die Lüneburger als bester Aufsteiger in 40 Jahren Volleyball-Bundesliga doch noch ein weiteres Heimspiel am Sonnabend, 11. April, erzwingen können. Die norddeutschen Volleyballfans würde es freuen, ebenso wie die jüngste Vertragsverlängerung der SVG mit Nicolas Marks, die einen Tag vor dem Spiel bekanntgegeben wurde. Marks ist gerade erst während der Saison vom insolventen Bundesligisten Dresden zur SVG gekommen. Vorher hatten bereits Scott Kevorken, Carlos Mora Sabaté, Erik Mattson Verträge für die kommende Saison unterschrieben und auch Jannik Pörner werden die Fans im kommenden Jahr wiedersehen. Weitere Vertragsverlängerungen dürfen erwartet werden, aber SVG-Geschäftsführer Andreas Bahlburg hat auch Veränderungen im Kader angekündigt.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Sport