Harburg
Pferdesport

Saisonstart in Luhmühlen

Ingrid Klimke aus Münster und Hale Bob werden beim Saisonauftakt in Luhmühlen Dritte. Mit Escada gewinn sie das Turnier.

Ingrid Klimke aus Münster und Hale Bob werden beim Saisonauftakt in Luhmühlen Dritte. Mit Escada gewinn sie das Turnier.

Foto: Thomas Ix

Mit der Zwei-Sterne-Prüfung beenden die Vielseitigkeitsreiter ihren Winterschlaf. 90 Reiter aus neun Nationen sind am Start.

Luhmühlen.  Mit einer Zwei-Sterne-Prüfung in Luhmühlen hat die internationale Vielseitigkeitssaison 2015 begonnen. Bundestrainer Hans Melzer hat die Querfeldeinstrecke mit 27 Hindernissen entworfen und als leichte Saisoneröffnung gedacht. Der gastgebende Pferdezucht- und Reitverein Luhmühlen schickte 90 Reiter aus neun Nationen in zwei Abteilungen auf die Geländestrecke.

Die Saisonstart der Buschreiter in der Westergellerser Heide hat Tradition. Bundestrainer Hans Melzer hatte die Elite der deutschen Vielseitigkeitsreiter sozusagen zu sich nach Hause eingeladen. „Eine nicht zu schwere Zwei-Sterne-Prüfung zum Aufgalopp“, erläutert er, „alles an einem Tag, das hat sich bewährt. In Luhmühlen sind die Bedingungen dafür ideal. Das hat sich bei den schwierigen Witterungsbedingungen heute besonders gezeigt. Bei Dressur und Springen gab es keine Beeinträchtigungen und auch der Boden im Gelände war gut zu reiten.“ Dabei hatte einen Tag zuvor das Orkantief Niklas mit Windgeschwindigkeiten bis zu 120 Stundenkilometer bei den Organisatoren für Sorgenfalten gesorgt. Doch dem Saisonstart der Buschreiter stand nichts im Wege.

Als einer der ersten Reiter hatte Andreas Dibowski seine sportliche Arbeit erledigt. Er und Butts Avedon, das beste Pferd im Stall auf dem Irenenhof in Döhle, müssen die drei Kilometer lange Strecke mit den 27 Hindernissen und 30 Sprüngen geradezu genossen haben. Nach fünf Minuten und 37 Sekunden waren die beiden im Ziel und damit die Schnellsten. In der Endabrechnung landeten sie auf Platz fünf.

Für Andreas Dibowski und Butts Avedon war das nicht der Auftakt des Turnierjahrs 2015 mit der Europameisterschaft im September in Schottland als Höhepunkt. Bei der Drei-Sterne-Prüfung im französischen Fontainebleau waren die beiden Achte geworden. Schon in wenigen Tagen, am 14. April, wird Butts Avedon, umsorgt und begleitet von Wiebke Nicolaysen, auf die Reise nach Amerika geschickt. „Von Amsterdam fliegen sie nach New York“, erzählt Andreas Dibowski von seinem Start in Lexington/Kentucky. „Im Flieger sind auch zwei Pferde von Michael Jung mit ihrer Pflegerin. In New York müssen die Tiere drei Tage in Quarantäne. Ich fliege direkt zur Vier-Sterne-Prüfung und komme gleich wieder zurück.“ Bei dieser großen Vielseitigkeitsprüfung gibt es insgesamt 350.000 Dollar zu verdienen. Bei Hans Melzer in Luhmühlen gab es 670 Euro für den Sieg. Und diese Prämie verdiente sich Ingrid Klimke mit ihrem WM-Pferd FRH Escada, zudem kam sie mit dem für Badminton genannten Hale Bob auf den dritten Rang hinter Bettina Hoy mit Seigneur Medicott, die sich eindrucksvoll gleich zum Saisonstart wieder in die Vielseitigkeitsspitze zurückgemneldet hat. Beste Ausländerin war die für Schweden startende Sara Algotsson-Ostholt mit Reality als Dressursiegerin auf dem vierten Rang

In der ersten Abteilung hatte der reiterliche Nachwuchs gezeigt, wie mächtig und ehrgeizig die Jugend in Deutschland nach vorne und damit in die Weltspitze drängt. Siegerin wurde Pia Münker, 22, schon Europameisterin der Jungen Reiter, Soldatin und gemeinsam mit Julia Krajewski im Perspektivkader in Warendorf. Sie gewann mit Louis. Zweiter wurde der junge Mann, dessen Familienname eine goldene Ausstrahlung in Deutschlands erfolgreichster Reitdisziplin hat. Claas Hermann Romeike, 22-jähriger Student der Agrarwirtschaft, hat in Vater Hinrich, dem Doppel-Olympiasieger von Hongkong, den aufgeregtesten Helfer an seiner Seite. Claas Romeike wurde beim Wettbewerb der Jungen Reiter mit Indurain Zweiter und mit Cato Vierter. Auf Platz drei drängte Julia Krajewski aus dem Perspektivkader mit Samurai du Thot, einem Vierbeiner, mit dem auch der Bundestrainer für die Zukunft plant. Claas Romeike wird mit Cato im englischen Badminton den Sprung in die Weltelite wagen, hat erstmals für die härteste Vielseitigkeitsprüfung der Welt gemeldet.

Schon nach Ostern geht es mit Geländeprüfungen der Klassen A und L weiter

Schon am kommenden Mittwoch, 8. April, geht es in Luhmühlen weiter. Der Pferdezucht- und Reitverein startet um 9 Uhr mit einer Geländepferdeprüfung der Klasse A, um 15 Uhr wird es eine Geländepferdeprüfung der Klasse L geben. Beide Wettbewerbe sind Qualifikationsprüfungen für das im Herbst in Warendorf stattfindende Bundeschampionat für Geländepferde. Viele namhafte Vielseitigkeitsreiter stellen sich mit ihren Nachwuchshoffnungen erstmals den Richtern vor. Darunter Marina Köhncke, Elmar Lesch, Nadine Marzahl, Andreas Dibowski, Peter Thomsen, Anna Siemer und Kai Rüder. Am Donnerstag, 9. April, können Interessierte von 14 Uhr an auf dem Trainingsplatz einen Stilgeländeritt der Klassen A und L unter Turnierbedingungen absolvieren. Anmeldungen sind noch möglich unter der Telefonnummer 04172/988 53 52 oder der E-Mail azl@luhmuehlen.de