Harburg
Buchholz

Professionelle Anforderungen an Amateursportler

Roberto Albanese, Erfolgstrainer des Weltmeisters Grün-Gold-Club Bremen, spricht über die Entwicklung im Latein-Formationstanzen

Buchholz. Seit 20 Jahren ist der 41 Jahre alte frühere Profitänzer Roberto Albanese Trainer und Choreograph des Grün-Gold-Clubs (GGC) Bremen. Das Hamburger Abendblatt sprach in Buchholz mit dem Erfolgstrainer.

Hamburger Abendblatt:

Was hat sich in diesen zwei Jahrzehnten am Formationstanz verändert?

Roberto Albanese:

Praktisch alles. Die Athletik, die physische Präsenz, die körperliche Fitness – das lässt sich nicht mehr mit den Anfängen vergleichen.

Müssen Ihre Tänzer inzwischen viel Zeit in Fitness-Centern verbringen?

Albanese:

Unbedingt, ohne sind die Anforderungen während der sechs Minuten auf dem Parkett nicht zu bewältigen. Der Sport ist auch in Aufbau und Abwicklung professionell geworden. Geld verdienen die Tänzer aber nicht.

Wo Sie sind, ist die Weltspitze. Wie lange noch?

Albanese:

Deutschland ist seit mehr als 30 Jahren führend in der Welt. Wir haben sehr gut ausgebildete und erfahrene Trainer, die ja selbst aus den stärksten Formationen heranwachsen. In unserem Sport ist die Persönlichkeit des Trainers meist entscheidend für den Erfolg.

Wird der Turniertanz wieder populär bei der Jugend?

Albanese:

Das hängt vom Engagement einzelner Persönlichkeiten ab. Dafür ist Buchholz das wundervollste Beispiel. Was hier in wenigen Jahren aufgebaut wurde, das zeigt doch, welche Begeisterung man für das Tanzen wecken kann.

Sie sind als Trainer gefragt in der Welt. Könnten Sie nicht beispielsweise in Russland viel mehr Geld verdienen?

Albanese:

Natürlich, da habe ich genügend Angebote.

Aber Sie bleiben Bremen treu?

Albanese:

Mit Bremen bin ich seit zehn Jahren an der Weltspitze. Das gibt man doch nicht auf. Aber zwei bis dreimal im Jahr arbeite ich inzwischen in China. Da gibt es tausende begabter und ehrgeiziger Tänzer. Ich arbeite dort an den Universitäten und werde vom Staat bezahlt. Aber es wird noch dauern, ehe die Chinesen im Formationstanz eine Konkurrenz für uns werden.