Lüneburg

Treubund stellt sich beinahe selbst ein Bein

Landesliga-Fußballer lassen viele Chancen aus, gewinnen aber das Derby gegen Ilmenau

Lüneburg. Ein Kantersieg war durchaus möglich, doch nach dem Abpfiff mussten die Landesliga-Fußballer des MTV Treubund Lüneburg froh sein, im Derby gegen den SV Ilmenau durch einen 2:1(1:1)-Sieg drei Punkte ergattert zu haben.

Die Zuschauer an der Uelzener Straße sahen ein kurioses Spiel, in dem die Gastgeber von Beginn an mächtig Druck machten und sich Torchancen in Serie erarbeiteten. Wenn nicht Pfosten oder Latte im Weg standen, versagte den Schützen in aussichtsreicher Position die Nerven. Bezeichnend für den Spielverlauf im ersten Durchgang war die Szene, in der Dominik Fornfeist den Pfosten traf und Sascha Damm anschließend den Abpraller versiebte. „Allein in dieser Phase hatten wir mehrere hundertprozentige Chancen, aus denen wir Kapital hätten schlagen müssen“, ärgerte sich MTV-Ligaobmann Manfred Martens.

In der 41. Minute schien der Bann endlich gebrochen. Stefan Harms verwertete eine lange Eingabe von der rechten Seite. Der ansonsten gut parierende Ilmenau-Torwart Jan Dammann konnte den Ball nur abklatschen. Die Kugel landete bei Harms, der trocken zur 1:0-Führung einschob. Wer glaubte, dass es nun so weitergehen würde, sah sich nur zwei Minuten später getäuscht. Wieder spielte Torschütze Stefan Harms eine entscheidende Rolle. Ilmenaus Reno Schellin schoss den Ball im Lüneburger Strafraum an die Hand von Harms – Elfmeter. Schellin trat selbst an und verwandelte sicher zum schmeichelhaften Ausgleich.

Über den Halbzeitstand erregte sich MTV-Coach Olaf Lakämper so sehr, dass er die Kabine nach einer Standpauke bereits nach wenigen Minuten verließ. Derart angestachelt berannte seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit das Tor der Gäste in gewohntem Stil. Doch zur Trendwende bedurfte es eines Wechsels in der 50. Minute, als Sönke Elbers für Sascha Damm in die Partie kam. Der Tausch sollte sich nur 60 Sekunden später als Glücksgriff erweisen. Mit dem ersten Ballkontakt erzielte Elbers aus spitzem Winkel das 2:1 für den MTV.

Eintracht Elbmarsch gewinnt beim 2:2 gegen Heeslingen einen Punkt

Die weiterhin mangelhafte Torausbeute hätte sich in der Schlussphase um ein Haar gerächt. Kurz vor Ende rettete MTV-Keeper Marcel Rix den knappen Vorsprung mit einer Glanzparade bei einem Schuss von Schellin. Der Ilmenauer Neuner hatte in der Nachspielzeit auch die letzte Chance, die er jedoch freistehend verstolperte. „Im Endeffekt war es ein dreckiger Sieg, der aber enorm wichtig ist“, resümierte MTV-Obmann Martens und fügte hinzu: „Leider konnten wir in diesem Spiel nicht an die gute fußballerische Leistung anknüpfen, die wir zuletzt gegen Teutonia Uelzen gezeigt haben.“ Ilmenaus Fußballobmann Gerd Stein nahm die Niederlage gelassen: „Wir wussten von vornherein, dass die Saison schwer wird. Auch wenn wir die Liga nicht halten können, halten wir die Füße still.“ Aber soweit sei es noch lange nicht, sagt Stein, denn: „Immerhin haben wir trotz unserer vielen Verletzten und dem Einsatz von bis zu fünf Kreisligakickern schon neun Punkte auf dem Konto.“ Wenn die Verletzten und die beiden Gelb-Rot-Gesperrten wieder an Bord sind, sehe die Welt schon wieder anders aus, macht Stein in Optimismus.

Auch der Stadtrivale SV Eintracht Lüneburg heimste drei Punkte ein. „Wir waren bei unserem ersten Auswärtssieg am Ende die dominierende Mannschaft“, sagte Trainer Michael Krienke nach dem 3:1 (1:1) beim MTV Soltau. Zwar kam sein Team erst nach der Pause in Fahrt, das aber hatte taktische Gründe. Krienke: „Wir mussten in der Abwehr umstellen und haben deshalb verhalten begonnen.“ Spätestens mit der Einwechslung von Sebastian Völckers, der in der 90. Minute zum Endstand traf, und Jonas Kennemann lief das Spiel nach vorn besser. Eduard Geist traf 20 Minuten vor Schluss zum 2:1, das 1:1 kurz vor der Pause ging auf das Konto von Bennet Lorenzen. MTV Soltau war durch einen Freistoß ins lange Eck in Führung gegangen. „Wir sind auf dem angestrebten Niveau angekommen“, freut sich Krienke.

Auch wenn Eintracht Elbmarsch nach einer halben Stunde mit 2:0 gegen den Heeslinger SC führte und sich letztlich mit einem 2:2 (2:1) zufrieden geben musste, sprach Obmann Tobias Wenck von einem gewonnenen Punkt. „Heeslingen hat eine sehr starke Mannschaft. Ihnen kommt entgegen, dass wir mitspielen wollen und uns nicht wie andere Gegner nur hinten reinstellen.“ Marvin Missfeld (15.) mit seinem sechsten Saisontor nach Vorarbeit von Mark Schade und Christian Spill (28.) mit seinem zehnten Saisontor nach Vorarbeit von Finn Baltzer schossen Eintracht in Führung. Ein kollektiver Aussetzer von vier Akteuren begünstigte noch vor der Pause den Anschluss (39.), dem Heeslingen sechs Minuten nach Wiederanpfiff nach einem Eckball den 2:2-Ausgleich folgen ließ. „Danach gab es Chancen auf beiden Seiten, die besseren für Heeslingen“, unterstrich Tobias Wenck die Einschätzung eines gewonnenen Punktes.