Marschacht

An der Elbe wird Fair Play groß geschrieben

106 Mannschaften aus fünf Bundesländern sorgen für Rekordbeteiligung beim 10. Jugendfußballturnier von Eintracht Elbmarsch in Marschacht.

Marschacht. Sie sind ein Meisterteam, wurden zu sportlichen Kontrahenten und feierten doch gemeinsam. Was auf den ersten Blick verwirrend anmutet, ist die Geschichte der D1-Junioren von Eintracht Elbmarsch beim zweitägigen Jugendfußballturnier in Marschacht. Zwei Wochen zuvor hatten Trainer Frank Lilienthal und seine im Jahre 2000 geborenen Nachwuchsfußballer trotz einer Heimniederlage im letzten Spiel gegen Vizemeister Hittfeld die Meisterschaft in der Kreisklasse West und damit den Aufstieg in die Kreisliga Harburg gefeiert.

Damit beim Elbmarscher Fair-Play-Sparkassen-Cup möglichst viele Kicker Spielpraxis sammeln können, meldete Lilienthal zwei Mannschaften. Und es kam, wie es kommen musste. Im Halbfinale standen sich Elbmarsch I und II gegenüber. Nach torlosen zehn Spielminuten musste das Neunmeterschießen über den Finaleinzug entscheiden. Trotz allen sportlichen Ehrgeizes standen alle Akteure, ganz egal ob für die erste oder zweite Vertretung im Einsatz, Arm in Arm auf dem Rasen und beobachteten, ob ihr Schütze oder ihr Torwart die Oberhand behalten sollte. Elbmarsch II gewann knapp mit 3:2. Auch danach sah man keine hängenden Köpfe hier und triumphierende Jubelgesten dort. Gemeinsam bildete man einen Kreis und schwor sich auf das Endspiel und das Spiel um Platz drei ein.

Die Elbmarsch-Jungs haben verstanden. Denn das Marschachter Jugendturnier, das bei seiner zehnten Auflage mit 106 Mannschaften aus fünf Bundesländern eine Rekordbeteiligung verzeichnete, rückt seit jeher den Fair-Play-Gedanken in den Mittelpunkt. Das drückt sich zum Beispiel aus in der Vergabe von gesonderten Fair-Play-Preisen an das fairste Team jeder Altersklasse, im friedlichen Miteinander auf den vier Kleinspielfeldern und diesmal auch in einer beachtlichen Geste der Turnierleitung unter Führung der Jugendobleute Kai Lehmann und Michael Hanig. Nicht zuletzt wegen der räumlichen Nähe zur Elbe und der Beziehung im Vereinsnamen wurde eine Spendenaktion zugunsten der Opfer der Flutkatastrophe initiiert, die immerhin 220,72 Euro erbrachte.

Als Sieger durften sich alle Teilnehmer fühlen. Neben den 800 individuellen Trophäen, 60 großen Pokalen für die erfolgreichsten Vereine und 45 Fußbällen legte sich auch der Hauptsponsor Sparkasse Harburg-Buxtehude mächtig ins Zeug. Direktor Jörn Stolle verteilte bei der Siegerehrung fleißig Fanartikel vom Hamburger SV und FC St. Pauli, lobte Kinogutscheine aus und lud ganze Mannschaften zu Bundesligaspielen im Handball und Volleyball ein.

Enormer Beliebtheit erfreute sich das Elfmeterschießen gegen die beiden Landesligatorhüter von Eintracht Elbmarsch. Nico Fabian und Thomas Zwer standen jeweils zwei Stunden quasi unter Dauerbeschuss und waren anschließend fix und fertig. Drei Kicker verwandelten alle drei Elfmeter und schossen den Ball zur Krönung zielgenau gegen die Latte. Dafür wurden Hayal Madov (TSV Winsen), Paul-Carlo Schultz (SV Eintracht Lüneburg) und Essan Azimi (VfL Geesthacht) mit HSV-Bundesligakarten und einem HSV-Trikot mit Original-Autogrammen belohnt.

Die D1-Junioren von Eintracht Elbmarsch belegten schließlich die Plätze zwei und drei. Die Erste holte sich erneut im Neunmeterschießen gegen den Ratzeburger SV die Bronzemedaille, die Zweite blieb im Endspiel gegen den übermächtigen ETSV Hamburg (0:1) chancenlos. Eintracht-Torhüter Florian Koch parierte mehrfach glänzend, gegen den Kopfball von Julien Heuer nach einem Eckball war er aber machtlos.

Die Turniersieger: C-Junioren: JFV Borstel-Luhdorf; D1: ETSV Hamburg; D2: MTV Treubund Lüneburg; E1: Eintracht Elbmarsch; E2: VfL Lohbrügge; F1: TSV Glinde; F2: TuS Germania Schnelsen; G1: TuS Fleestedt; G2: FC Altona 93. C-Mädchen: Concordia Hamburg; D-Mädchen: JFV Borstel-Luhdorf; E-Mädchen: JFV Ashausen-Scharmbeck II