Winsen

Zwei Doppelsieger - einer traurig, einer froh

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Markus Steinbrück

Leichtathletiktalente aus dem Landkreis Harburg gewinnen bei den Jugend-Landesmeisterschaften in Winsen insgesamt sieben Titel.

Winsen. Unterschiedlicher hätten die Einzel-Landesmeisterschaften der U20- und U16-Jugendlichen in Winsen für die beiden erfolgreichsten Leichtathleten des ausrichtenden Kreisverbandes Harburg-Land nicht enden können. Einerseits bleibt der 3000-Meter-Sieg von Fynn Paul Timm (LG Nordheide) in einer der letzten Disziplinen der zweitägigen Mammutveranstaltung lange in guter Erinnerung. Andererseits lag die zweite Doppelmeisterin, Bjarna Liv Lakämper (MTV Luhdorf-Roydorf), zu diesem Zeitpunkt tief traurig auf dem heimischen Sofa.

Dabei hätte die 14-Jährige, die in den vergangenen Wochen als deutsche Meisterin im Turn-Sechskampf und Landesmeisterin im Blockwettkampf groß abgeräumt hatte, allen Grund zum Strahlen gehabt. Wäre da nicht dieser blöde Hürden-Endlauf gewesen. Mit der zweitbesten Vorlaufzeit hinter Sara Hannemann (VfL Stade) startete Lakämper ins Finale. Doch schon der Anlauf zur ersten Hürde passte nicht. Heftig schlug sie mit dem Knie an und touchierte auch das zweite Hindernis. Andere hätten das Rennen aufgegeben, doch die Roydorferin biss sich durch und beendete den Endlauf als Sechste mit zwei Sekunden Rückstand. Erst danach sank sie mit schmerzverzerrtem Gesicht auf die Bahn. Der nicht zu überhörende Jubel beim VfL Stade über den Sieg von Sara Hannemann (12,06 sek.) trug nicht gerade zur Linderung bei.

Viel Lob für die Organisation von den 548 Teilnehmern aus 129 Vereinen

Am ersten Tag der von 548 Teilnehmern aus 129 Vereinen besuchten Landesmeisterschaften stellte Bjarna Liv Lakämper mit zwei Bestleistungen ihre Ausnahmestellung unter Beweis. Das Kugelstoßen (12,05 m) gewann sie mit anderthalb Metern Vorsprung vor Lea Twesten (LG Nordheide). Die Nordheide-Werferin wähnte sich wenig später auf dem Weg zum Diskus-Landestitel (29,29 m), bevor Lakämper mit 30,16 m im letzten Versuch auch Titel Nummer zwei an sich riss. Endgültig zur tragischen Figur wurde Lea Twesten, als sie sich auch im Speerwerfen mit der Silbermedaille begnügen musste.

Keine Zweifel an seiner Überlegenheit auf den Mittelstrecken ließ Fynn Paul Timm aufkommen. "Bei Meisterschaften geht es nicht um Bestzeiten, sondern nur um Titel", sagte der für die LG Nordheide startende Lüneburger. So kontrollierte der U20-Jugendliche über 1500 Meter (4:02,11 Minuten) und 3000 m (8:50,17 min.) das Renngeschehen aus einer Spitzengruppe heraus, um auf der Schlussrunde mit unwiderstehlichem Antritt auf und davon zu ziehen.

Viel Lob von den Teilnehmern und Trainern aus Niedersachsen und Bremen, dazu kamen Gäste aus Berlin und Sachsen-Anhalt, gab es für die Organisatoren des Kreisverbandes Harburg-Land und der LG Nordheide. Bei endlich einmal optimalen Wetterbedingungen lobten sie die familiäre und athletenfreundliche Atmosphäre und das schnelle Wettkampfbüro unter Leitung von Birgit Dietschmann (Winsen) und Burkhard Pottbacker (Tostedt).

Auch wenn einige Spitzenkönner aufgrund von WM- und EM-Qualifikationswettkämpfen fehlten, gab es viele hervorragende Leistungen. Sprint-Doppelsieger Richard von Behr (LAZ Celle) rannte die 100 Meter in 10,84 Sekunden, der deutsche B-Jugend-Meister Robin Pieper (Peine) schraubte sich im Stabhochsprung über 4,90 m und Tobias Trenker (Hannover 96) wuchtete die Sechs-Kilo-Kugel auf 16,18 m.

Neben den beiden Doppelmeistern blieben drei weitere Landestitel im Landkreis Harburg, alle gingen an die LG Nordheide. Die größte Überraschung vollbrachte Christian Debey im 100-Meter-Endlauf der 14-jährigen Schüler. Nicht mit schönem Laufstil, aber mit unbedingtem Siegeswillen rang er den favorisierten Daniel Wieczorek (Osnabrück) nieder und stellte mit seiner Siegerzeit von 12,25 sek. eine Bestzeit auf. Mit letztem Einsatz warf er sich ins Ziel und musste später auf den geplanten Staffeleinsatz verzichten.

Dominick Lenzen (U20) aus Handorf wurde in 50,14 sek. Niedersachsenmeister über 400 Meter und fügte tags darauf Silber über 200 Meter (22,30 sek./Bestzeit) hinzu. Sogar einen Dreifachtriumph gab es für die U20-Diskuswerferinnen der LG Nordheide durch Anja Bäätger (37,34 m), Carlotta Aust (35,41 m) und Judith Blieffert (35,08 m).

Beim VfL Stade gab es ein zweites Mal Grund zum Jubel, als die nur 1,62 Meter große Sarah Budewig im Hochsprung 1,60 Meter überwand und Landesmeisterin der Schülerinnen W15 wurde. Ungefährdet den M15-Titel im Speerwurf holte sich Henrik Bohmann (TSV Wiepenkathen) mit 52,30 m.

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