Beckdorf

VfL Fredenbeck: Rettung am letzten Spieltag

Die Handballer des VfL Fredenbeck schaffen den Klassenerhalt in der 3. Liga mit einem 38:29-Erfolg. Beckdorf verliert in Springe.

Fredenbeck/Beckdorf. Zehn Minuten vor Ende des Spiels entspannten sich endlich auch die Gesichtszüge von Uwe Inderthal. Gerade hatte Maciek Tluczynski das 34:24 für die Handballer des VfL Fredenbeck im letzten Ligaspiel der Saison gegen den TSV GWD Minden II erzielt. Spätestens jetzt stand auch für den Trainer fest, dass der VfL Fredenbeck den Klassenerhalt in der 3. Liga schaffen würde. Dieser deutliche Vorsprung würde auf jeden Fall reichen. Und als der zehn Minuten vor Schluss eingewechselte Ersatztorhüter Henry Köpke beim 36:29 auch noch einen Siebenmeter pariert, fangen auch die mehr als 1000 Zuschauer in der Geestlandhalle in Fredenbeck an, ihre Mannschaft zu feiern. Stehend und rhythmisch klatschend begleiten sie ihr Team durch die letzten zwei Spielminuten. Den Schlusspunkt setzt Maciek Tluczynski mit einem Wurf in den Torwinkel zum 38:29-Endstand.

In dem ohrenbetäubenden Lärm in der Geestlandhalle ist der Schlusspfiff kaum zu hören. Uwe Inderthal streckt die Fäuste in die Luft, der Vereinsvorsitzende Klaus Wick ist der Erste, der dem Trainer zum Klassenerhalt gratuliert, die Mannschaft lässt sich von ihrem Publikum feiern. "Erst so etwa zehn Minuten nach der Pause hat sich bei mir die große Aufregung gelegt", sagte Klaus Wick, "vorher war ich mir immer noch nicht sicher, ob es reichen würde."

Abwehrspezialist Pascal Czaplinski weiß noch nicht, ob er weitermachen wird

Dabei hatte sich der VfL Fredenbeck zur Pause bereits dank eines wie aufgedreht spielenden Ghenadi Golovici und eines wie zuletzt immer wieder großartigen Torhüters Edgars Kuksa eine 18:10-Führung erspielt. Dabei wechselten sich schöne Spielzüge und einfache Fehler in schöner Regelmäßigkeit ab. Nach der Pause beträgt die Führung bald zehn Tore und die große Spannung ist längst raus aus der Partie. Die Ergebnisse aus den anderen Sporthallen, in denen sämtliche Spiele der 3. Liga Nord zeitgleich ausgetragen wurden, interessieren niemand mehr. Der VfL Fredenbeck hat seine Hausaufgaben erledigt und sich am letzten Spieltag selbst den Klassenerhalt beschert.

"Wir sind auf dem richtigen Weg", machte Klaus Wick schnell einen Haken unter die zu Ende gegangene Saison und blickte nach vorn. "Fast alle Spieler sind unter Vertrag und unsere A-Jugendlichen bleiben uns auch treu", sagte er. In die neue Saison geht Fredenbeck wohl in der gleichen Konstellation, also mit Uwe Inderthal als Trainer und den meisten Spielern des aktuellen Kaders.

Ungeklärt ist allerdings noch die Personalie Pascal Czaplinski. "Ich hatte ja schon aufgehört und weiß immer noch nicht, ob ich jetzt weitermache", sagte der nach der Winterpause reaktivierte Abwehrspezialist. "Dass Pascal uns in der Abstiegsgefahr geholfen hat, war mitentscheidend dafür, dass wir auch im kommenden Jahr wieder in der 3. Liga spielen", hob Uwe Inderthal die herausragende Rolle von Czaplinski hervor, "jetzt werden wir ganz kräftig daran arbeiten müssen, dass er uns erhalten bleibt." In der Rückrunde hat der VfL Fredenbeck 15 seiner insgesamt 25 Punkte geholt. "Nach der Heimniederlage gegen Stralsund hatten uns viele schon abgeschrieben. Aber ich hatte ja versprochen, dass wir nicht absteigen werden", sagte Inderthal und kündigte sogleich an, "nächstes Jahr werden wir alle einen ganz anderen VfL Fredenbeck erleben."

Ohne Stefan Völkers beendete der SV Beckdorf die Saison mit einer 28:38 (12:20)-Auswärtsniederlage bei den HF Springe. Die Niederlage stand praktisch schon zur Pause fest. Beckdorf ist nach der besten Hinserie in der Vereinsgeschichte zwar eingebrochen, das Polster reichte aber zum Klassenerhalt.

Die Tore für Fredenbeck: Ghenadi Golovici (8), Maciek Tluczynski (8/2), Lukas Kraeft, Lars Kratzenberg (je 5), Pascal Czaplinski (4), Benedikt Philippi, Maximilian Lens (je 3), Birger Tetzlaff, Kristinn Björgúlfsson (je 1)

Die Tore für Beckdorf: Maris Versakovs (12/4), Henning Scholz (9), Jens Westphal (3), Benjamin Murray, Hendrik Klindworth, Tim Völkers, Dennis Marinkovic (alle 1)