Kampfgeist und Einsatzwillen im Bus gelassen

Handball-Zweitligist SGH Rosengarten-Buchholz beim Tabellenzweiten Bensheim schnell auf der Verliererstraße. Turid Arndt verlängert

Buchholz. "Das Ei ist hart." Wer kennt ihn nicht, den berühmten Sketch von Großmeister Loriot, in dem der morgendliche Dialog eines Ehepaares in der Erkenntnis gipfelt, dass der Grund für das zu harte Ei im mangelnden Gefühl der Ehefrau zu suchen ist. "Dann stimmt wohl mit deinem Gefühl etwas nicht", meint der werte Gatte.

Anscheinend stimmt auch mit dem Gefühl der Zweitliga-Handballerinnen der SGH Rosengarten-Buchholz etwas nicht. "Nach dem Hinspielerfolg reisen wir mit einem guten Gefühl nach Bensheim", hatte Trainer Patrice Giron im Vorfeld optimistisch verkündet. Damit war es allerdings schon nach zehn Minuten vorbei. Als Giron das erste Team-Timeout nehmen musste, hatte der Tabellenzweite von der Bergstraße bereits eine komfortable 10:4-Führung heraus geworfen. Diese ließen sich die Gastgeberinnen nicht mehr nehmen, ließen Rosengarten im weiteren Spielverlauf nie dichter als auf fünf Tore herankommen und fuhren letztlich einen ungefährdeten 34:27 (22:15)-Erfolg ein.

"Wir haben Kampfgeist und Einsatz im Bus gelassen und die Anfangsphase verschlafen", analysierte ein frustrierter Patrice Giron. Um die Kreise des starken Bensheimer Rückraums einzuengen, hatte der Trainer dem Team eine offensive Deckung verordnet. "Tatsächlich waren wir immer einen Schritt zu spät und haben das, was wir uns vorgenommen haben, nicht abrufen können."

Die Serie von sechs Spielen gegen die Top-Teams der 2. Bundesliga hat Rosengarten seit dem Jahreswechsel mit 2:10 Punkten beendet. Nun geht es bis auf eine Ausnahme nur gegen direkte Konkurrenten um den Klassenerhalt. Schon am kommenden Sonnabend (19 Uhr, Nordheidehalle) wartet das Vier-Punkte-Spiel gegen das abgeschlagene Schlusslicht TSV Travemünde.

Positiv kann der Verein vermelden, dass Torhüterin Turid Arndt ihren Vertrag um ein weiteres Jahr bis Sommer 2014 verlängert hat. Die siebenfache Nationalspielerin, die 2003 mit dem DJK/MJC Trier deutsche Meisterin geworden war, hütet seit 2009 das Tor der Luchse und ist mit ihren herausragenden Leistungen und Führungsqualitäten eine überaus wichtige Stütze des Teams. "Ich freue mich auf die gemeinsame weitere Entwicklung", sagt Giron über die 31-Jährige.

Die Tore: Rachel Wilhelm-Reimer (6), Julia Harms (5/1), Kaja Schmäschke (5/3), Anja Ernsberger, Sanne Hoekstra (je 3), Pia Hildebrand, Lisa-Marie Preis (je 2), Elena Nendza (1)