Vom Krankenbett zum norddeutschen Meister

Alexander Klintworth und Paul Dittmer wiederholen in Berlin ihre Vorjahreserfolge

Stade/Hanstedt. "Zwei norddeutsche Meistertitel für die Leichtathleten aus der Region." Diese Erfolgsmeldung schallte jetzt aus der Berliner Rudolf-Harbig-Halle bis in die Landkreise Harburg und Stade. Sowohl Hochspringer Alexander Klintworth (TSV Wiepenkathen) als auch Hürdensprinter Paul Dittmer (MTV Hanstedt) verteidigten erfolgreich ihren im Vorjahr in Hamburg errungenen Nordtitel. Überhaupt waren die 60-Meter-Hürden die erfolgreichste Disziplin für die 17 Teilnehmer aus fünf Vereinen des Hamburger Südens, denn Anna Klimek (LG Kreis Nord Stade) und Tim Kelly Pahnke (MTV Hanstedt) holten noch jeweils die Bronzemedaille.

Fast zwei Wochen lang hatte Alexander Klintworth mit Grippe im Bett gelegen, konnte sich nur eine Woche auf den Berlin-Start vorbereiten. Vor diesem Hintergrund ist die Siegeshöhe von 2,05 Meter beachtlich. Mit den im ersten Versuch übersprungenen 2,02 Meter übernahm Marius Hanniske (Berliner TSC) die Führung, verletzte sich jedoch am Sprungfuß. So hatte er dem Konter von Klintworth, der erst 2,02 m im zweiten und danach 2,05 m im ersten Versuch überflopte, nichts entgegen zu setzen. "Wenn Alex gefordert worden wäre, hätte er noch Reserven gehabt", sagte Trainer Gerd Prinzler.

Da Alexander Klintworth schon bei 1,91 Meter in den Wettkampf eingestiegen war, fehlte ihm bei den drei Fehlversuchen über 2,08 Meter etwas die Frische. Angesichts der Krankheitspause und anstehender Prüfungen an der TU Harburg verzichtet der 21-Jährige aus Helmste auf den Start bei den deutschen Hallenmeisterschaften am 23. und 24. Februar in Dortmund, für die er mit seiner Freiluftbestleistung von 2,13 Meter qualifiziert wäre.

"Es geht langsam aufwärts", wähnt Trainer Wolfgang Striezel seinen Schützling Paul Dittmer auf einem guten Weg Richtung Dortmund. Im Vorlauf über 60-m-Hürden verpennte der 26-Jährige zwar den Start, war Letzter an der ersten Hürde und kam dennoch in exakt acht Sekunden zeitgleich mit Gaststarter Elton Bitincka als Sieger ins Ziel. Im Finale verwies Dittmer den Niederländer dann ebenso wie die versammelte Konkurrenz in 7,92 Sekunden deutlich in die Schranken.

"Stilistisch und technisch war das eine Augenweide", schwärmte Striezel, "dieser Lauf hat mich beeindruckt." Bis zum DM-Start wird das Erfolgsduo des MTV Hanstedt nun verstärkt am Start und der Grundschnelligkeit arbeiten und am Sonnabend in Bielefeld einen letzten Testwettkampf bestreiten.

Um mehrere Meter steigerten sich die Werferinnen des Buxtehuder SV gegenüber dem Auftritt in der Vorwoche im heimischen Jahnstadion. Die U20-Jugendlichen Michelle Wenzel (38,81 m) und Annika Klatt (34,86 m) belegten mit dem Vier-Kilogramm-Hammer die Plätze zwei und drei hinter ihrer Hamburger Konkurrentin Irina Salkowski (TSG Bergedorf/40,97 m). Trotz einer Steigerung ihres eigenen Hamburger Speerwurf-Rekordes um zweieinhalb Meter konnte Franziska Fuchs die kleine Chance auf die Qualifikation für die deutschen Winterwurf-Meisterschaften nicht nutzen. Als Viertplatzierte mit 40,99 Meter verfehlte sie die geforderte Norm um 101 Zentimeter.

Ebenfalls den vierten Platz in der weiblichen U18-Jugend erreichte Carlotta Aust (LG Nordheide) mit 34,52 m im Diskuswurf. Die 16-Jährige blieb trotz mangelnder Trainings- und Wettkampfpraxis nur um 32 Zentimeter hinter ihrer Bestmarke zurück. Vereinskameradin Judith Blieffert (U20) kam als Sechste mit 34,50 m ebenfalls nahe an ihre Diskus-Topleistung heran. Die Wurfwettbewerbe wurden im Sportforum Hohenschönhausen ausgetragen - also quasi im "Wohnzimmer" von Diskus-Olympiasieger Robert Harting.

Weitere Ergebnisse: Männer: Weitsprung: 5. Tim Kelly Pahnke (MTV Hanstedt) 6,68 m; Frauen: 1500 m: 2. Jana Sussmann (LT Haspa Marathon Hamburg) 4:23,58 min; Weibliche U20: 400 m: 17. Jana Löhden 62,19 sek.; Hoch: 9. Luisa Brillert 1,64 m; Stabhoch: 12. Leona Braukmeier (alle Buxtehuder SV) 3,10 m; Dreisprung: 7. Felicia Jegede 11,10 m; 8. Sophia Lassimo 10,91 m; Diskus: 7. Anja Bäätger (alle LG Nordheide) 32,62 m; Weibliche U18: Hammer: 5. Saskia Dobschall (Buxtehude) 38,39 m