Handball

Lernen aus der Niederlage in Leipzig

Buxtehudes Handball-Frauen verlieren Spitzenspiel. Das Pokal-Achtelfinale gegen Blomberg-Lippe ist am Sonnabend.

Buxtehude. Die Niederlage im Bundesliga-Spitzenspiel beim HC Leipzig (21:26) kam ihm eigentlich gar nicht so ungelegen. "Die haben uns schonungslos unsere Fehler aufgezeigt", sagt Trainer Dirk Leun von den Handball-Frauen des Buxtehuder SV, "jetzt wissen die Mädels, woran sie noch arbeiten müssen." Die Erwartungshaltung nach der Erfolgsserie von 13:1 Punkten in Folge und dem Sprung an die Tabellenspitze ist in Buxtehude wieder sprunghaft in die Höhe gestiegen.

Eine Entwicklung, die BSV-Trainer Dirk Leun gar nicht so gern mag. "Wir müssen noch viel tun, wenn wir die Tabellenspitze behaupten wollen", sagt er. Den ersten Tabellenplatz würde er gern bis zum Ende der Hauptrunde behalten. "Dann wären wir für den Europacup qualifiziert", sagt Dirk Leun. Doch kaum hat er diesen Satz ausgesprochen, denkt er schon an das nächste Spiel.

Und das führt die Buxtehuder Handball-Frauen schon am Sonnabend im Pokal-Achtelfinale zum Bundesliga-Konkurrenten HSG Blomberg-Lippe (19.30 Uhr, Sporthalle Ulmenallee). "Ein unbequemer Gegner", findet Dirk Leun, "vor allem in ihrer engen Halle und vor den fanatischen Zuschauern ist es immer schwer."

Zwei Trainingseinheiten hat er mit seiner Mannschaft zur Verfügung, um die Defizite aus der Leipzig-Niederlage aufzuarbeiten. Einen Tag nach der kraftraubenden Partie standen Kondition, Kraft und Koordination mit Life Kinetik auf dem Trainingsplan. Heute Abend will der Coach seine junge Mannschaft taktisch auf den Gegner einstimmen. Die Buxtehuder Frauen fahren mit dem Ziel nach Ostwestfalen, das Viertelfinale im DHB-Pokal zu erreichen. "Wir wollen wieder zum Finale nach Göppingen", sagt Dirk Leun. Für den Trainer wäre es die dritte Final-Four-Teilnahme mit den BSV-Frauen. "Das Finale ist immer etwas Besonderes und ein Saisonhöhepunkt für jede Handballerin", sagt der Trainer.

Aber Dirk Leun weiß um die Schwere der Aufgabe. Auch wenn die HSG Blomberg nur Tabellenzehnter der Bundesliga ist und zuletzt zwei deutliche Niederlagen gegen den HC Leipzig (16:36) und Thüringer HC (27:38) einstecken musste, ist die Aufgabe keineswegs einfach. "Die werden alles versuchen, uns in diesem K.-o.-Spiel zu ärgern", glaubt der Buxtehuder Trainer.

Die HSG Blomberg-Lippe selbst rüstet sich für das Topspiel im Pokal, das eine Woche später am 3. Februar seine Wiederholung in der Punktrunde hat. "Wir gehen sicherlich als Außenseiter ins Spiel", sagt HSG-Geschäftsführer Torben Kiesch, "gleichwohl hat der Pokal bekanntlich eigene Gesetze. Mit unseren Fans im Rücken wollen wir das Spiel möglichst lange offen gestalten und dann schauen wir mal, was drin ist." Nach finanziellem Aderlass hat das Bundesligateam aus Ostwestfalen zu Saisonbeginn an Qualität verloren. Trainer Andre Fuhr versucht aber alles, mit einem leistungsstarken Team konkurrenzfähig zu sein.

In der Arena Leipzig offenbarten die Buxtehuder Frauen vor rund 2200 Zuschauern vor allem Schwächen im Angriff. "Wir haben zu viele Chancen einfach liegen gelassen und scheiterten mehrfach an Nationaltorhüterin Katja Schülke", so Dirk Leun. Seine Mannschaft habe sich immer schwer auf dem Positionsangriff getan. Da war gegen den stabilen Leipziger Block kaum ein Durchkommen. Die Trefferquote aus dem Rückraum war dementsprechend gering. Wer den Buxtehuder Trainer kennt, weiß, dass er an diesen Schwächen arbeiten wird. Personell wird es kaum Änderungen geben. Diane Lamein (Knorpelschaden) absolviert heute einen Härtetest, ob sie nach langer Pause ins Team zurückkehrt.