"Jeder Punkt, den wir jetzt holen, ist für uns Gold wert"

Buxtehudes Frauen spielen bei Meisterbezwinger Frankfurt/Oder

Buxtehude. Die Freude über den ersten Tabellenplatz und die inoffizielle Herbstmeisterschaft in der Handball-Bundesliga der Frauen ist bei Dirk Leun vom Buxtehuder SV eher gedämpft. Daraus macht er auch keinen Hehl. "Jeder Punkt, den wir jetzt holen, ist für uns Gold wert", sagt der Trainer. Auch wenn die Buxtehuder Frauen Spitzenreiter der Bundesliga sind, sieht sich Dirk Leun keineswegs in der Favoritenrolle, wenn er am Sonnabend mit seinem Team beim Frankfurter HC (16 Uhr, Brandenburghalle) antritt.

Der Frankfurter HC hat den Buxtehuder Frauen Schützenhilfe geleistet, besiegte den deutschen Meister in eigener Halle mit 27:26 und ermöglichte dem BSV nach dem Sieg bei den Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern den Sprung an die Tabellenspitze. "Frankfurt ist ein ganz anderes Kaliber", sagt Dirk Leun. Die Mannschaft vom befreundeten Trainer Dietmar Schmidt hat nicht nur dem Thüringer HC die zweite Saisonniederlage beigebracht, sondern hegt zugleich Revanchegelüste. Im Hinspiel hatten die Gastgeberinnen in der Halle Nord den FHC mit 37:26 regelrecht deklassiert. Wenige Tag zuvor hatten beide Teams noch gemeinsam trainiert, um die Trainingsqualität zu verbessern.

Die personelle Lage hat sich beim Buxtehuder SV keineswegs verbessert. Randy Bülau und Diane Lamein trainierten zwar schon wieder mit dem Ball, aber noch immer eingeschränkt. Randy Bülau darf nach ihrem Mittelfußbruch noch nicht springen, Diane Lamein ist zweimal die Woche im Mannschaftstraining. An einen Einsatz in Frankfurt ist derzeit nicht zu denken. Bei Jana Stapelfeldt, die sich beim Unentschieden gegen Oldenburg eine Bänderverletzung zuzog, muss die medizinische Abteilung über einen Einsatz entscheiden.

Selbst die reaktivierte frühere Bundesligaspielerin Anja Ziegler kann die Reise nach Frankfurt/Oder nicht mit antreten. Sie feiert am Sonnabend den lange vorher geplanten Geburtstag ihres Mannes Michael Ziegler. Ob Dirk Leun die Linkshänderin noch einmal einsetzen wird, ist nicht sicher. Bei einem zweiten Spiel wäre sie in der Bundesliga festgespielt und würde in der zweiten Mannschaft fehlen. So wird Dirk Leun wohl eine weitere Nachwuchsspielerin aus dem Perspektivkader mitnehmen müssen. Auch bei Neuzugängen ist der BSV eher zögerlich. "Wir werden nichts überstürzen", so Dirk Leun, "es kommen nur Spielerinnen infrage, die uns auch weiterhelfen können." Die Wechselfrist läuft am 15. Februar ab.

Unterstützung finden die Buxtehuder Handballfrauen bei ihrem Fanklub Has und Igel. Der hat zum Jahresauftakt eine Fahrt an die Oder organisiert und will das Team lautstark anfeuern.

Die Anfeuerung ist auch nötig, sieht man das Programm der nächsten Wochen. Neun Spiele innerhalb von vier Wochen gehen an die physische Substanzgrenze. Die Play-offs sieht Dirk Leun jedoch nicht in Gefahr.