Hunde Hamburg

Wo der Bezirk Harburg neue Hundeauslaufzonen plant

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Lars Hansen Angelika Hillmer
Hunde spielen auf der städtischen Hundewiese.

Hunde spielen auf der städtischen Hundewiese.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Flächen liegen am Neuländer See und im Schwarzenbergpark. CDU fordert Erweiterung am Rehrstieg

Harburg.  Sechs Hundeauslaufflächen gibt es im Bezirk Harburg – demnächst könnten es zwei mehr werden. Aus Anlass eines Antrags der CDU-Fraktion schlägt die Abteilung Stadtgrün des Bezirksamts zwei „Potenzialflächen“ vor, auf denen Auslaufzonen entstehen könnten. Die größere (3600 m2) ist eine bislang funktionslose Rasenfläche am Neuländer See, die kleinere (1200 m2) könnte im Schwarzenbergpark dem wenig genutzten Spielplatz am Helmsweg nachfolgen.

In ihrem Antrag hatten die Harburger Christdemokraten die Verwaltung gebeten, zu prüfen, wie die bestehenden Flächen attraktiver gemacht und welche zusätzlichen Areale geschaffen werden können, damit jeder Hundehalter in maximal zwei Kilometern Entfernung zu seinem Wohnort eine Auslauffläche vorfindet. Derzeit stehen der Harburger Hundewelt 18 Hektar (180.000 m2) Freilaufzonen zur Verfügung. Die größte im Heimfelder Holz ist allein zehn Hektar groß. Das Waldgebiet wurde Ende November Hamburgs 37. Naturschutzgebiet – mit einer Ausnahme für die Hundefläche. Weitere Auslaufzonen befinden sich im Göhlbachtal, am Langenbeker Weg (Stadtpark), in Neuwiedenthal (Rehrstieg/Cuxhavener Straße) und zwei in Neugraben (Falkenbergsweg und Kiesbarg).

Fläche im Schwarzenbergpark ist aktuell noch ein Kinderspielplatz

Das allgemein geforderte Angebot einer Auslaufzone im Zwei-Kilometer-Umkreis zur Wohnung wird in Harburg nach Aussage des Bezirksamts nahezu flächendeckend eingehalten. Mit Ausnahme der ländlichen Gebiete im Bereich Süderelbe und einer „kleinen Lücke“ im Nordosten des Bezirks. Letztere könnte mit der anvisierten Fläche am Neuländer See geschlossen werden.

Die andere neue Fläche am Helmsweg im Schwarzenbergpark könne, so die Abteilung Stadtgrün, auch den Bedarf der Hundehalter im Harburger Binnenhafen decken – die machen sich gerade für eine Auslauffläche im Hafengebiet stark. Die Fläche im Schwarzenbergpark ist aktuell noch ein Kinderspielplatz. Dieser werde in das auf dem Schwarzenberg geplante „neue Spiel- und Aktionsband“ integriert, schreibt die Verwaltung. Das entspreche dem Wunsch vieler Eltern und Kinder nach einem zentraleren Spielort in der Parkanlage. Auf der benachbarten Festwiese werden jetzt erneut Wohncontainer für Geflüchtete aufgestellt, zunächst für drei Jahre.

Am Helmsweg ist auch der Abbau der Spielgeräte einkalkuliert

Um die beiden neuen Hundefreiflächen zu umzäunen und mit Toren zu versehen, müssten rund 21.000 Euro ausgegeben werden, rechnet das Bezirksamt vor. Am Helmsweg ist auch der Abbau der Spielgeräte einkalkuliert. Das Geld muss die Bezirksversammlung zur Verfügung stellen. Am Dienstagabend waren die Auslaufzonen Thema im Umweltausschuss. Schon am Nachmittag kamen aus der SPD auf Abendblatt-Anfrage zustimmende Signale: „Wir werden uns in unserer nächsten Fraktionssitzung am Donnerstag darüber unterhalten“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Richter. Er wolle dem nicht vorgreifen, könne sich aber gut vorstellen, „dass wir der Einrichtung der zwei Flächen positiv gegenüberstehen“. Der grüne Koalitionspartner wollte sich vor der Ausschusssitzung noch nicht äußern.

Ebenfalls im Gespräch der Bezirkspolitik, wenn auch nicht im Umweltausschuss, ist weiterhin – oder mal wieder – die Hundeauslauffläche am Rehrstieg. Sie liegt etwas verloren auf der Grünfläche zwischen dem Bahnhof Neuwiedenthal und der Cuxhavener Straße. Zuletzt war die kleine Fläche im Gespräch, weil ihre Nutzer sich dort eine Sitzbank gewünscht hatten. Das Bezirksamt hatte zugesagt, der Bitte nachzukommen, die rot-grüne Mehrheit im Regionalausschuss jedoch verlangt, dass diese außerhalb der Umzäunung aufgestellt wird. Warum, konnte nie jemand erklären, Jede und jeder Abgeordnete von SPD und Grünen, den man fragte, hatte mit dieser Entscheidung angeblich nichts zu tun. Dem Vernehmen nach sollte so vermieden werden, dass der Hundeplatz zum Trinkertreff wird. Dass die nun vor dem Zaun aufgestellte Picknickbank dagegen hilft, bezweifeln viele Hundebesitzer. Zwischenzeitlich hat jemand ein Einsehen mit ihnen gehabt: Dicke Baumstumpen kamen wundersam spontan auf der Wiese zu liegen und werden zum Sitzen genutzt.

Hundeauslauffläche am Rehrstieg ist relativ klein

Nun wünschen sich die Neuwiedenthaler Hundebesitzer – und mit ihnen die CDU – dass auf der Fläche neben dem Hundeplatz, wo jetzt die Picknickbank steht, ein zweites Auslaufareal eingerichtet wird. Das bestehende zu erweitern geht nicht, denn durch die Gesamtfläche verläuft ein wichtiger Fußweg.

„Die Hundeauslauffläche am Rehrstieg ist relativ klein und das Einzugsgebiet ist sehr bevölkerungsstark“, sagt der CDU-Bezirksabgeordnete Lars Frommann. „Hier kommen viele Hunde mit sehr unterschiedlichen Temperamenten zusammen. Auch deshalb halten die Anwohner zwei getrennte Flächen für eine gute Idee. Außerdem können viele Hundehalter in diesem Quartier nur nach Feierabend mit dem Hund raus. Eine Beleuchtung wäre hier deshalb wünschenswert.“

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