Kunstprojekt in Hamburg

Neue Wandgemälde für Harburg, wenn Denkmalschutz mitspielt

| Lesedauer: 4 Minuten
Angelika Hillmer
Guido Zimmermann (l.) malte Bild Nummer vier des Kunstprojekts Walls Can Dance an der Hauswand Lüneburger Straße 12.

Guido Zimmermann (l.) malte Bild Nummer vier des Kunstprojekts Walls Can Dance an der Hauswand Lüneburger Straße 12.

Foto: Angelika Hillmer / HA

Drei Projekte sind geplant. Doch an einem der Standorte, am Harburger Ring 17, gibt es einen Konflikt mit dem Denkmalbehörde

Harburg. Das Harburger Stadtbild soll um drei große Wandgemälde bereichert werden. Das planen die Organisatoren vom Urban Art Institute im Rahmen ihres vor sechs Jahren gestarteten Projekts Walls Can Dance. In der Woche vom 9. bis 14 Mai werden Künstler aus der Schweiz und aus Italien sowie der Harburger Künstler Bernd Muss drei auffällig leere Fassaden in der Harburger City mit ihren Kunstwerken bestücken. An einem Standort, am Harburger Ring 17, hat das Denkmalschutzamt allerdings Einspruch erhoben.

Seit 2017 sind im Bereich der Innenstadt und im Binnenhafen insgesamt zehn Gemälde entstanden, eines davon vorübergehend. Nach den ersten drei Werken, die zwischen 2017 und 2019 geschaffen wurden, stellte die Stadt im Rahmen des RISE-Programms zur Stadtteilentwicklung Geld für weitere zehn Wandbilder zur Verfügung. Sieben von ihnen sind realisiert; die letzten drei sollen nun folgen. „Wir freuen uns darüber, unsere bestehende Galerie weiter entwickeln zu können“, sagt Rudolf Klöckner vom Urban Art Institute.

Denkmalschutzamt hat Einspruch erhoben

Der prominenteste der drei geplanten Standorte steht derzeit noch auf der Kippe: die Stirnseite des Hochhauses an der City Galerie, am Harburg Ring 17. Dort hat das Denkmalschutzamt Einspruch erhoben. Das teilte das Harburger Bauprüfungs-Fachamt den Mitgliedern der Bezirksversammlung mit. Das Argument der Denkmalschützer: „Die vorgesehene Fassadengestaltung beeinträchtigt die prägende Umgebung des Denkmals Lüneburger Straße 47 erheblich“.

Das denkmalgeschützte, 1910 erbaute Bankgebäude wird an der Kreuzung mit dem Schloßmühlendamm allerdings von auffälligen, jüngeren Bauten flankiert, wenn nicht dominiert. Die Bezirkspolitiker sprachen sich in ihrer Versammlung gestern Abend dafür aus, das Bezirksamt möge gegenüber dem Denkmalschutz ein „Öffentliches Interesse“ an der künstlerischen Fassadengestaltung anmelden. In der Abwägung mit dem Denkmalschutz könnte dann eine Genehmigung folgen.

An der umstrittenen Wand möchte das Schweizer Künstler-Duo Christian Rebecchi & Pablo Togni alias „NEVERCREW“ ein Meeresmotiv verewigen. Auf der Website von Walls Can Dance ist als Beispiel ein Motiv mit „aufgestapelten“ Pott- und Bartenwalen gezeigt. Dieses Wandgemälde (Mural) entstand 2020 in Lugano und ähnelt dem in Harburg geplanten Kunstwerk. „Wir zeigen die Motive der Harburger Murals nicht vorab, sondern erst wenn sie entstehen“, sagt Klöckner. „Aber die Harburger werden die Künstler wiedererkennen.“

Harburger Künstler Bernd Muss legt Hand an

Ein weiteres Wandkunstwerk ist einen Steinwurf entfernt, am Großen Schippsee 20, geplant. Hier legt der Harburger Künstler Bernd Muss Hand an. Es könnte ein Schwarz-Weiß-Motiv, eine Zeichnung mit maritimem Inhalt werden – hier werden die Harburger das endgültige Motiv in zwei Wochen wachsen sehen. Der dritte Standort liegt am Wallgraben. Dort wird die Stirnseite der Häuserzeile auf der Seite der Star-Tankstelle verschönert, von der Buxtehuder Straße deutlich sichtbar. „Uns ist es wichtig, dass wir Wände an prominenten Stellen finden“, sagt Klöckner. „Schließlich soll die Freiluft-Galerie gut wahrnehmbar sein.“ Das Urban Art Institute werde sich weiter in Harburg engagieren, sagt dessen Vorsitzender Klöckner. Es sei sinnvoller, eine bestehende Freiluft-Galerie weiter auszubauen, als in einem anderen Stadtteil einzelne Gemälde zu initiieren.

Das Programm zur Wandmalerei:

  • Das nächste Motiv könnte, vielleicht noch in diesem Jahr, am Parkhaus Küchgarten entstehen. Der spanische Künstler Felipe Pantone hatte bereits 2020 ein farbenfrohes grafisches Motiv zur Verschönerung der beiden Parkhausspindeln vorgestellt. Die Aktion musste wegen Corona ausfallen und soll nun möglichst bald einen neuen Anlauf nehmen. darüber wird das Urban Art Institute am Donnerstag im Kulturausschuss berichten.
  • Geführte Touren durch die „Walls Can Dance“ Freiraumgalerie gibt es an mehreren Terminen am 12., 13. und 14. Mai: Von der Harburger Innenstadt, hinüber in den Binnenhafen, geht es gemeinsam mit den InitiatorInnen von Walls Can Dance zu den bislang entstandenen Murals. Die MacherInnen berichten dabei über Hintergründe und Wissenswertes zu den einzelnen Kunstwerken und KünstlerInnen. Anmeldung überwww.wallscandance.de, Stichwort „Programm“.
  • Eine Tanz-Performance ist an drei Terminen geplant: Freitag 20 Uhr, Sonnabend 16 und 20 Uhr am Wallgraben 48 geplant.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Harburg