Bundestagswahl

Manuel Sarrazin schwimmt gegen den Strom zum Wahllokal

Der Hamburger Grünen-Bundestagsabgeordnete Manuel Sarrazin schwamm am Sonntagmorgen 500 Meter gegen das ablaufende Wasser der Este von seinem Haus in Cranz zum Anleger der Cranzer Schule, wo er seinen Stimmzettel abgab.

Der Hamburger Grünen-Bundestagsabgeordnete Manuel Sarrazin schwamm am Sonntagmorgen 500 Meter gegen das ablaufende Wasser der Este von seinem Haus in Cranz zum Anleger der Cranzer Schule, wo er seinen Stimmzettel abgab.

Foto: Lars Hansen / xl

Der Ostexperte der Grünen-Bundestagsfraktion sammelt mit seiner Aktion Spenden, um politischen Gefangenen in Weißrussland zu helfen.

Hamburg. Der Bundestagskandidat der Grünen für den Wahlkreis Harburg-Wilhelmsburg-Bergedorf, Manuel Sarrazin, hat den Wahlsonntag sportlich begonnen. Er schwamm die 500 Meter von zu Hause zu seinem Wahllokal in der Grundschule von Cranz im kalten Wasser der Este. Was sich anhört wie ein Wahlkampf-Gag, hat einen ernsten Hintergrund. Sarrazin, Osteuropa-Experte seiner Bundestagsfraktion, möchte damit Geld für politische Gefangene in Belarus sammeln. 500 Euro waren das Minimum für seine Schwimmaktion. Die waren schnell beisammen. Einige Spender richteten gleich Daueraufträge ein.

Sarrazin hatte im Vorwege gäußert, dass er mit der Tide schwimmen müsse. Die Este hat derzeit etwa zwölf Grad Wassertemperatur. Doch der Abgeordnete hatte sich verrechnet. Obwohl er schon gegen 8.30 Uhr startete, musste er bereits gegen die einsetzende Ebbe anschwimmen. Gegen den Strom brauchte Sarrazin dann etwa 20 Minuten für den Weg zum Wahllokal.

Zahl der politischen Häftlinge in Belarus wird auf 650 bis 1000 geschätzt

Seit den Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl des belarussischen Präsidenten Lukaschenko ist die Zahl der politischen Häftlinge in der ehemaligen Sowjetrepublik in die Höhe geschossen. Zwischen 650 und über 1000, je nachdem ob man die zählt, von denen man sicher weiß, wo sie sind oder auch die Verhafteten mitzählt, die man im Gefängnis vermutet. Sarrazin hat eine Gefangenenpatenschaft für den Blogger und Radiojournalisten Ihar Losik übernommen, der bereits kurz vor der Wahl verhaftet wurde.

Belarussische Exilorganisationen wie dissidentby.com oder razam.de sammeln Geld für die Gefangenen. Damit können ihnen Lebensmittelpakete und Guthaben für Gefängnisladen-Konten finanziert werden. Sarrazin bittet Unterstützer, dorthin zu spenden und ihm das per unter manuel.sarrazin.wk@bundestag.de mitzuteilen.

( xl )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Harburg