Gesang trotz Corona

Endlich singen: Wie sich das an der Schule Alte Forst anhört

| Lesedauer: 3 Minuten
Lars Hansen
Susan Lahesalu steht auf der Bühne des Chortrucks und bringt die Kinder zum Mitsingen.

Susan Lahesalu steht auf der Bühne des Chortrucks und bringt die Kinder zum Mitsingen.

Foto: Andreas Wiedemann / xl

Die Deutsche Chorjugend brachte die Kinder auf dem Schulhof zum Singen – jetzt soll ein Schulchor gegründet werden

Harburg.  Das war für viele, gerade jüngere, Kinder an der Schule In der Alten Forst eine bislang einmalige Erfahrung: Der Spaß, gemeinsam zu singen. Corona und Chor passten kaum zusammen, selbst bei den Erwachsenen. Deshalb haben die ersten und zweiten Klassen noch nie als Klasse gesungen.

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Einen Schulchor gab es schon gar nicht – allerdings gab es den an der Alten Forst in Harburg zuvor auch nicht. Schon bald könnte sich das jedoch ändern: Der Chor-Truck der Deutschen Chorjugend machte Halt an der Eißendorfer Grundschule – seinen einzigen in Hamburg auf seiner Deutschlandtournee – und die Truck-Besatzung infizierte die Schüler mit der Sangeslust.

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Um das gemeinsame Singen wieder zu ermöglichen, hat die Chorjugend ein Hygiene- und Inspirationskonzept entwickelt. „Auf dem Schulhof waren vier Stationen aufgebaut, an denen die Kinder spielerisch ans Singen und an ihre Stimme herangeführt wurden“, sagt Schulleiter Andreas Wiedemann. „So konnten immer vier Klassen gleichzeitig teilnehmen und sich von Station zu Station abwechseln.“

Die Schüler der Eißendorfer Grundschule hatten großen Spaß bei dem Ereignis. Sie konnten bei dieser Gelegenheit Gesang mit vielerlei spielerischen und musikalischen Erfahrungsmöglichkeiten kombinieren.

Engagement einer Mutter gesangslose Zeit zu überbrücken

„Am Anfang standen die Idee und das Engagement einer Mutter, die die gesangslose Zeit überbrücken wollte“, sagt Schulleiter Wiedemann. „Jetzt ist das Ziel die Gründung eines Jungenchores hier im Süden Hamburgs. Wir als Schule unterstützen diese schöne Idee, weil sie ein weiterer Baustein eines umfassenden Bildungsangebots ist.“

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Besagte Mutter ist nicht unbeleckt, was Chöre angeht: Susan Lahesalu hat in Estland, wo sie geboren wurde, Musik studiert, ist diplomierte Orchester- und Chorleiterin, die sich schon ein gewisses Renommee aufgebaut hat, Ensembles im Baltikum und in Hamburg leitete und als Kulturmanagerin unter anderem das Tallin Flower Festival organisierte. Susan Lahesalu war auch Projektmanagerin für das Hamburger Young ClassX-Projekt.

„Kinderchorland“ lautet Name des Programms

„Einen Chor zu gründen, ist ein spannendes Projekt“, sagt sie. „Kindern Spaß an der Musik und der eigenen Stimme zu vermitteln, steht im Mittelpunkt unserer Bemühungen. Es ist schön, zum Start Unterstützung der Deutschen Chorjugend zu bekommen!“

Von ungefähr kommt die Unterstützung wahrscheinlich nicht: Die umtriebige Frau Lahesalu war lange ehrenamtlich im Vorstand des Hamburger Chorverbandes tätig und ist deshalb gut vernetzt. „Kinderchorland“ – so der Name des Programms der Deutschen Chorjugend – folgt einer Vision: In jedem Ort der Republik soll es einen Kinderchor geben.

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Das Programm des Chor-Trucks soll dazu beitragen, diese Vision in die Tat umzusetzen. Es geht darum, die Gründung von Kinderchören anzustoßen, sowie diese und schon bestehende Kinderchöre bei gemeinsamen Projekten zu unterstützen und zu vernetzten.

Teil dieser Strategie ist die Deutschland Tournee des Chor-Trucks, manchmal auch „Singbus“ genannt. „Ich hätte es schon länger gut gefunden, einen Chor an der Schule zu haben“, sagt Andreas Wiedemann, „aber ich hätte mir fachlich und vom Organisationsaufwand nicht zugetraut, einen zu gründen. Da ist Frau Lahesalu ein Glücksgriff und sollte unbedingt gefördert werden. So viele Peter Schuldts wachsen in Hamburg ja nicht nach!“

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