Verkehr in Hamburg

Hamburger Süden: Baustellensituation verschärft sich weiter

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Lars Hansen
Die Winsener Straße wird zwischen Trelder Weg und Jägerstraße ab Donnerstag vier Tage lang voll gesperrt.

Die Winsener Straße wird zwischen Trelder Weg und Jägerstraße ab Donnerstag vier Tage lang voll gesperrt.

Foto: Lars Hansen / xl

Die Sanierung A 255 geht in die zweite Bauphase. Auch die Heimfelder Straße wird zwei Wochen lang saniert und gesperrt.

Harburg.  Die Straßenbaustellen im Hamburger Süden werden nicht weniger, im Gegenteil: Ab Montag wird die Heimfelder Straße zwischen Milchgrund und Wattenbergstraße zwei Wochen lang saniert und voll gesperrt und von Mittwoch bis Sonnabend geht auch die Sanierung der Winsener Straße in ihre Vollsperrungsphase. Ob die geplanten Umleitungen angenommen werden und funktionieren, wird von manchen Bezirkspolitikern bezweifelt.

Die Sperrungen der A 255 wechseln die Richtung. Davon sind die Pendler aus dem Hamburger Süden zwar immer noch betroffen – jetzt im Feierabendverkehr – aber die nachgelagerten Staus finden nun nördlich der Elbe statt. Lediglich die Kornweide in Wilhelmsburg wird als Ausweichstrecke weiterhin überlastet sein.

Am Wochenende wird es für alle, die von Harburg in Richtung Hamburg unterwegs sind, noch einmal richtig eng: Die Sanierung der A 255 geht ab Montag in die zweite Bauphase. Seit heute Morgen wird dafür die Verkehrsführung umgebaut. Je Fahrtrichtung steht ab 22 Uhr bis Montag, 5 Uhr nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Beide Übergangsrampen zwischen A 255 und Wilhelmsburger Reichsstraße sind gesperrt, ab Montag stehen je Richtung zwei Fahrstreifen zur Verfügung und man kann auch wieder von der Wilhelmsburger Reichsstraße auf die Elbbrücken fahren. Dafür ist nun die entgegengesetzte Verbindungsrampe gesperrt.

Für die Baustellen werden weiträumige Umleitungen ausgeschildert

Folgende Umleitungen werden für die nächste Bauphase eingerichtet: Nutzer, die von der A 255 Fahrtrichtung Süden auf die B 75 Fahrtrichtung Harburg auffahren möchten, folgen der A 255 und A 1 bis zur Abfahrt HH-Stillhorn und fahren über die Kornweide zur B 75 Auffahrt Hamburg-Kornweide. Nutzer, die von der B 75 in Richtung Lübeck fahren möchten, werden über Abfahrt Kornweide, zur A 1-Auffahrt HH-Stillhorn umgeleitet.

Nutzer, die an der Anschlussstelle Hamburg-Georgswerder Richtung Hamburg-Harburg fahren möchten, fahren bei Hamburg-Georgswerder in Fahrtrichtung Centrum auf, wenden an der Anschlussstelle HH-Elbbrücken über die Zweibrückenstraße in Fahrtrichtung Süden auf die A 255, fahren bis zur A 1-Abfahrt HH-Stillhorn und über die Kornweide an der Auffahrt Hamburg-Kornweide auf die B 75 auf. Nutzer, die von der A 1 Norderelbbrücke kommend zur Abfahrt HH-Veddel fahren möchten, fahren auf der A 255 in Fahrtrichtung HH-Centrum und nach der Elbbrücke in Richtung Hafencity/Zweibrückenstraße ab und über die Freihafenelbbrücke zurück zur Veddel.

HPA hat die Vollsperrung der Kattwykbrücke jetzt ein zweites Mal verschoben

Unter Rücksichtnahme auf diese Baustelle hat die Hamburg Port Authority (HPA) übrigens eine ihrer Baustellen zurückgestellt: Die Vollsperrung der Kattwykbrücke, die derzeit in Richtung Harburg noch befahrbar ist, wurde nun schon zwei Mal verschoben. Zunächst auf den kommenden Montag und nun, wo sich die Asphaltierungsarbeiten auf der A 255 verzögern, noch einmal bis zum 26. Juli. „Dadurch entsteht uns kein großer Nachteil und wir können einen Teil dazu beitragen, die Lage etwas zu entspannen“, sagt HPA-Sprecher Ullrich Kerz.

Für die zweiwöchige Sperrung der Heimfelder Straße leitet das Bezirksamt den Verkehr über die Eißendorfer Straße um. Wer ferner gelegene Ziele hat, sollte die Bremer Straße nutzen. Der Heimfelder Bezirkspolitiker Michael Dose (SPD) bezweifelt, dass dies auch angenommen und befolgt wird: „Die allermeisten Autofahrer kennen sich hier aus und werden auf die Haakestraße oder die Meyerstraße ausweichen“, sagt er, „und damit landen sie am Ende in immer enger werdenden Wohnstraßen. Das ist falsch gedacht. Ich habe bei der Häufung der Baustellen aber ohnehin das Gefühl, dass nicht allzu weit gedacht wurde. Wenn das tatsächlich koordinierte Maßnahmen sind, sind sie sehr schlecht koordiniert!“

Verkehrspolitiker fürchten, dass sich die Autofahrer in Wohnvierteln festfahren

Auch die geplante Umleitung für die Vollsperrung der Winsener Straße zwischen Trelder Weg und Jägerstraße löst bei einem SPD-Politiker Stirnrunzeln aus: Nicht nur die PKW, auch die Busse stadtauswärts sollen über Paul-Gerhardt-Straße, Kapellenweg, Rembrandtstraße und Freudenthalweg; stadteinwärts über Trelder Weg, Hanhoopsfeld, Schneverdinger Weg, Rönneburger Straße, Höpenstraße und Jägerstraße durch enge Wohngebiete mit zahlreichen scharfen Kurven und Verkehrsschikanen geführt werden. Die Halteverbotsschilder stehen bereits.

„Das kann aber auch wirklich nur funktionieren, wenn auf der ganzen Strecke niemand parkt und immer ein Abschleppfahrzeug zur Hand ist, falls da doch mal jemand steht“, sagt der Verkehrsplaner und Bezirkspolitiker Frank Wiesner. „Selbst dann wird es noch schwer genug für die Busfahrer. Und wo die Anwohner in der Zeit ihre Autos lassen können, sagt ihnen auch niemand.“ Wer glaubt, es treffe nur die Hamburger, irrt: Ebenfalls ab Montag ist die A 39 zwischen Winsen West und Winsen Ost zwei Wochen lang auf eine Spur je Richtung verengt: Vermessungsarbeiten.

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