Verkehr in Hamburg

Parkzone in Neugraben kommt noch in diesem Jahr

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Axel Tiedemann
Künftig sollen wie hier an der Neugrabener Bahnhofstraße alle Parkplätze hier kostenpflichtig sein.

Künftig sollen wie hier an der Neugrabener Bahnhofstraße alle Parkplätze hier kostenpflichtig sein.

Foto: Axel Tiedemann / AT

Anwohner können sich mit Ausweis befreien lassen, alle anderen Autofahrer zahlen dann fürs Parken.

Hamburg. Noch gibt es im Zentrum von Neugraben offensichtlich genügend Parkplätze – doch angesichts verschiedener Neubauprojekte dort soll nun noch in diesem Jahr rund um den zentralen Marktplatz eine Anwohnerparkzone festgeschrieben werden. Das kündigte jetzt Lukas Domaschke vom städtischen Landesbetrieb Verkehr in einer Video-Konferenz des Regionalausschusses Süderelbe an.

Demnach sollen im August die betroffenen Bewohner angeschrieben und informiert werden. Gleichzeitig wolle man ein „Stimmungsbild“ zu dem Vorhaben erfassen, so Domaschke. Der Landesbetrieb plane für die neue Parkzone ein Mischsystem aus Parkscheinpflicht und Bewohner-Parkausweisen. Die Parkscheinpflicht auf den dortigen, etwa 450 öffentlichen und größtenteils bisher kostenlosen Parkplätzen soll an Werktagen von neun Uhr an morgens gelten; offen ist indes noch, ob sie bis 18, 19 oder 20 Uhr verpflichtend sein soll. Pro Stunde müssen dann Autofahrer einen Euro zahlen. Die Höchstparkdauer soll auf drei Stunden begrenzt werden.

33 Prozent der Dauerparker in Neugraben stammen von außen

Damit dürften von der Maßnahme besonders Autofahrer betroffen sein, die dort länger parken – aber nicht wohnen. Sogenannte gebietsfremde Dauerparker machen im Zentrum von Neugraben an manchen Tagen einen Anteil von immerhin bis zu 33 Prozent aus, wie eine vorgeschaltete Untersuchung ergeben hatte. „Eine solche Maßnahme hat immer Opfer“, sagt dazu Landesbetrieb-Mitarbeiter Domaschke.

Anwohner können sich indes mit einem Parkausweis von der Parkschein-Pflicht befreien lassen. Doch auch hier langt die Stadt Hamburg seit einigen Tagen deutlich kräftiger hin als bisher und begründet dies mit einer angestrebten „Verkehrswende“. Künftig kostet ein solcher Ausweis daher 50 Euro pro Jahr (bei Online-Bestellung 45 Euro), zuvor waren es 30 Euro.

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Derzeit herrsche im Zentrum von Neugraben nach Auffassung der Behörden allerdings noch kein großer Leidensdruck bei der Parkplatzsuche. Man könne lediglich von einer „leicht angespannten Situation“ reden, so Domaschke. Untersuchungen zufolge sind selbst in Spitzenzeiten die derzeit etwa 450 öffentlichen Parkplätze zu maximal 82 Prozent belegt. In anderen Innenstadt-Quartieren würden indes Werte von mehr als 85 und teilweise sogar von mehr als 100 Prozent erreicht. Domaschke: „In Eppendorf sind die Anwohner viel mehr Leid gewohnt.“

Dennoch: In nächster Zeit wird im Umfeld des Neugrabener Zentrums viel gebaut, etwa 371 neue Wohneinheiten kommen hinzu. Domaschke: „Es passiert hier noch sehr viel.“ Derzeit wohnen dort 10.500 Bewohner, die Dichte von 320 Pkw pro 1000 Einwohner sei zwar eine eher durchschnittliche Quote. Durch den Neubau fallen künftig aber nach Einschätzung der Behörde einige Parkplätze weg, während gleichzeitig mehr benötigt werden. Mit anderen Worten: Eppendorfer Verhältnisse sind auch in Neugraben nicht mehr so fern.

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