Bezirk Harburg

Radschnellweg: Planung wird konkret

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Lars Hansen
Angepasst an die Formsprache der Eisenbahnbrücke könnte eine Radweg-Überführung am Geutensweg so aussehen, präsentierten die Planer.

Angepasst an die Formsprache der Eisenbahnbrücke könnte eine Radweg-Überführung am Geutensweg so aussehen, präsentierten die Planer.

Foto: Orange Edge / argus

Verkehrsausschuss der Bezirksversammlung ließ sich die fast fertigen Machbarkeitsstudien präsentieren. Die sind bereits sehr weitgehend.

Harburg.  Die „Fahrradschnellwege“, die das Hamburger Umland mit dem gerade entstehenden Velorouten-Netz der Hansestadt verbinden sollen, sind noch Zukunftsmusik, betonte Stadtplanerin Flavia Suter im Mobilitätsausschuss der Harburger Bezirksversammlung am Donnerstag. Der Zeithorizont für ihre Fertigstellung beträgt mindestens zehn Jahre. Aber, um im Sprachbild zu bleiben: Es ist Zukunftsmusik, deren Töne immer klarer zu hören sind.

Die Machbarkeitsstudien für die Schnellwege nach Stade und nach Lüneburg stehen kurz vor dem Abschluss und lassen Optimismus zu: Entlang der möglichen Korridore haben die Verkehrsplaner praktikable Trassen gefunden und definiert. Dort, wo es topgrafische oder ökopolitische Hemmnisse beziehungsweise Konflikte gibt, könne man Lösungen finden oder aushandeln, betonte Philipp Engler vom Planungsbüro Argus, das die Machbarkeiten prüfte.

Die Radschnellwege sollen vor allem entlang der Bahntrassen verlaufen

Damit sprach er unter anderem die „Moore bei Buxtehude“ an. Ein Teil des Radschnellwegs Stade-Hamburg verläuft hier entlang des Bahndamms am Rand des Naturschutzgebietes. Umweltschützer hatten sich gesperrt und ein Umweg wäre nötig geworden. Allerdings scheint es hier derzeit konstruktive Gespräche zu geben.

Ganz generell sollen die beiden vorgestellten Schnellweg-Routen größtenteils entlang bestehender Bahnstrecken verlaufen. Das hat den Vorteil, dass an den Bahndämmen oft bereits Wirtschafts- und Feldwege verlaufen, die nur ausgebaut werden müssten und dass durch die Bahndämme der Grund bereits in einem gewissen Maß vorverdichtet ist. Es hat den Nachteil, dass sowohl die Bahn, als auch Landwirte häufig zähe Verhandlungspartner sind, wenn es um Grund und Boden geht.

Die Routen sind die Schnellstraßen des Radverkehrs, mit eigenen Abbiegespuren

Die Strecke nach Stade schließt in Neugraben an das Hamburger Velorouten-Netz an und bekommt zusätzlich zwei Abzweigungen Richtung Finkenwerder, einmal ab Buxtehude, einmal ab dem Neugrabener Bahnhof. An zwei Stellen empfehlen die Planer sogar eigene Brückenbauwerke für den Schnellweg: Bei der Querung des Geutenswegs in Fischbek, sowie an der Einmündung der Aue in die Alte Süderelbe in Finkenwerder. „Acht Wochen, bevor wir die Planung begannen, wurde hier die alte Bahnbrücke abgerissen“, ärgert sich Engler, „auf dem alten Bahndamm in Finkenwerder verläuft jetzt schon ein Teil des Schnellwegs“.

Probleme gibt es noch mit der Anbindung an die Veloroute 11 am Harburger Bahnhof

Die Strecke in Richtung Lüneburg soll ebenfalls grob entlang der Bahn, in Harburg entlang des Seevekanals, verlaufen. Hier sieht die Machbarkeitsstudie noch eine Verschwenkung in Höhe Kanzlershofer Weg auf die Hörstener Straße vor. Ausschussmitglied Frank Wiesner (SPD) war damit unglücklich: „Das bringt den Radverkehr in Konflikt mit dem Autoverkehr. Sinnvoller ist es, der Anliegerstraße Kanzlershof mindestens bis zur Mensingstraße oder gar bis zum Umspannwerk zu folgen.“

Probleme gibt es noch beim Anschluss an die Veloroute 11 am Bahnhof. Hier stellte keine Lösung den Ausschuss zufrieden, bis auf eine, die Planer als ideal, aber zu teuer vorstellten: Eine eigene Fahrradbrücke über die Gleise.

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