Verkehr in Hamburg

Das Wunder von Wilstorf: Politiker fordern sicheren Übergang

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Fußgänger queren die Winsener Straße vor dem Rewe-Markt.

Fußgänger queren die Winsener Straße vor dem Rewe-Markt.

Foto: Lars Hansen / xl

"Wildes Queren" zu gefährlich? Harburger Verkehrspolitiker setzen sich für eine neue Ampel am geplanten Einkaufszentrum ein.

Wilstorf. Da, wo an der Winsener Straße jetzt noch die Aral-Tankstelle blau, der Rewe-Markt rot und die Frühlingsvegetation auf der umliegenden Baubrache grün leuchten, sollen demnächst ein kleines Einkaufszentrum und knapp 300 Wohnungen entstehen. Schon jetzt gibt es aufgrund des Supermarkts tagsüber und aufgrund der Tankstelle nachts zahlreiche Fußgänger, die die viel befahrene Winsener Straße „wild“ queren.

Harburgs Bezirkspolitiker gehen davon aus, dass der Fußgängerverkehr umso stärker wird, wenn der Neubau realisiert ist. Sie fordern deshalb, eine sichere Querungsmöglichkeit zu schaffen.

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Bezirksversammlung für Bushaltestelle am Einkaufszentrum

Außerdem wünscht sich die Bezirksversammlung eine Bushaltestelle auf Höhe des neuen Einkaufszentrums. Dazu haben nun Polizei und Verkehrsbehörde Stellungnahmen abgegeben. Zumindest mit der Forderung nach der Bushaltestelle stoßen die Harburger auf offene Ohren. Die allerdings, so schreibt die Verkehrsbehörde, kann nur gebaut werden, wenn auch eine sichere Fußgängerquerung dort entsteht. Die Polizei hat grundsätzlich nichts gegen eine solche Querung, ist aber nicht zuständig.

Anordnen kann die Polizei nämlich nur einfache Fußgängerüberwege wie Zebrastreifen. Das ist an mehrspurigen Straßen in Deutschland nicht möglich. „In Betracht käme möglicherweise die Errichtung einer Lichtzeichenanlage“, schreibt die Polizei. Für Ampeln allerdings sei in Hamburg der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer verantwortlich. Dieser ist der Verkehrsbehörde untergeordnet. „Für die gesamte nördliche Winsener Straße steht ja ohnehin eine Neuordnung an, um die Lebensqualität in diesem Umfeld zu verbessern“, sagt Frank Wiesner, Verkehrs- und Stadtentwicklungspolitiker der SPD-Bezirksfraktion. „Da sollte eine zusätzliche Haltestelle eingeplant werden können.“

Lösung an der Winsener Straße hätte weiteren Vorteil

Derzeit gibt es viele „wilde Querungen“ der Winsener Straße in Richtung Walter-Koch-Weg, welcher zum Reeseberg führt, wo viele Menschen wohnen. Innerhalb des Neubaugebiets ist dazu ein Fußgängerweg geplant, der vom Stadtpark zur Winsener Straße führt und gegenüber des Walter-Koch-Wegs mündet. Die nächste Fußgängerampel ist von dieser Querung über 100 Meter entfernt.

Eine Bushaltestelle an diesem Standort würde helfen, ein anderes Querungsproblem zu lösen: Eine Haltestelle weiter in Fahrtrichtung stadtauswärts liegt die Bushaltestelle Winsener Straße (Nord) vor einer scharfen Kurve. Zahlreiche Fahrgäste, die dort aussteigen, steuern Ziele auf der anderen Straßenseite an und überqueren die Straße ohne sicheren Überweg. „Dass es hier noch keine schlimmen Unfälle gab, kann man das Wunder von Wilstorf nennen“, sagt Frank Wiesner.

Mit einer neuen Haltestelle am Walter-Koch-Weg wäre es möglich, die Haltestelle Winsener Straße (Nord) weiter stadtauswärts in Richtung Jägerstraße zu verschieben. Dort war sie früher schon mal, dort gibt es bereits eine Ampel und eine Busbucht, die derzeit zum Parken genutzt wird. „Die Busbucht müsste man vergrößern und ertüchtigen, oder den Halt auf die Fahrbahn verlegen“, sagt Frank Wiesner.

( xl )

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