Corona

Lockerungen: Erleichterung bei Harburgs Einzelhändlern

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Angelika Hillmer
Julita Hansen, Managerin des Phoenix-Centers, freut sich, dass allmählich Normalität ins Center einkehrt.

Julita Hansen, Managerin des Phoenix-Centers, freut sich, dass allmählich Normalität ins Center einkehrt.

Foto: Angelika Hillmer / HA

Nach monatelangem Stillstand besuchen viele Kunden nun wieder die Geschäfte und Gastronomie. Ein Besuch vor Ort.

Harburg.  „Es ist so schön zu sehen, wie jetzt überall wieder Leben einkehrt“, sagt Harburgs Citymanagerin Melanie-Gitte Lansmann und strahlt. Der Harburger Einzelhandel hat offenbar die vielen Lockdown-Monate in 2020 und 2021 weitgehend überlebt und freut sich über eine hohe Nachfrage in der ersten Öffnungswoche. Das zeigt ein Spaziergang vom Phoenix-Center über die Lüneburger Straße bis zu den Harburg Arcaden.

„Auch wenn wir noch nicht das Center-Leben erreicht haben, das man kennt, sehe ich nur in fröhliche Gesichter der Ladenbetreiber“, sagt Julita Hansen, Managerin des Phoenix-Centers. In der Einkaufsmeile musste die überwiegende Zahl der rund 130 Geschäfte sehr lange schließen. Als erstes gingen vier Friseure wieder an den Start, vor einer Woche folgten Bekleidungs- und Schuhgeschäfte, Juweliere, Schmuckläden, Parfümerien. Nur die Gastronomiebereiche sind weiter abgesperrt – das Essen, das auf die Hand verkauft wird, kann im Center nicht verspeist werden. Denn dort herrscht weiterhin Maskenpflicht.

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Drei Neueröffnungen im Phoenix-Center

Bislang sei kein Geschäft durch Corona auf der Strecke geblieben, betont Hansen, im Gegenteil. „Wir haben sogar drei Neueröffnungen: TK Maxx, das Teegeschäft Teamotion und den Herrenausstatter Cobalt-men.“ TK Maxx, wo es preiswerte Mode und Wohnaccessoires gibt, sei derzeit das meistbesuchte Geschäft im Phoenix-Center, sagt dessen Managerin. Obwohl 100 Kunden im Geschäft sein dürfen, heißt es hier wie auch andernorts, etwa bei Karstadt: Vor dem Shoppen Schlange stehen.

Hans im Glück ist der Name des Burger-Restaurants Ecke Moorstraße/Wilstorfer Straße. Und auch sein Betreiber Christopher Schmidt wirkt glücklich. Um dem etwas ungemütlichen Außenbereich entlang der vielbefahrenen Straßen auf die Sprünge zu helfen, spannt er gelbe Schirme auf und befestigt transparente Windschutzplanen – keine halbe Stunde später haben die ersten Gäste Platz genommen.

„Wir fangen mal mit acht Tischen an. Vielleicht können wir noch ein bisschen Platz vor dem Cinemaxx beanspruchen, weil Kinos ja weiterhin geschlossen sind“, sagt Schröder und blickt auf den großen Nachbarn. Da Burger und Salate in einer Art Baukastensystem zubereitet werden, könne er fast die normale Karte anbieten. Es habe nur einige Engpässe bei den Lieferanten gegeben. Den Zulieferern und den Gastronomen fehle Personal, das sich nach den monatelangen Schließungen neue Jobs gesucht habe. Zudem bleibt der Innenbereich der Grill-Bar verwaist. Schröder: „Das, was wir hier machen, ist ganz weit weg von Wirtschaftlichkeit.“ Von der Personalnot höre sie öfters, ergänzt Citymanagerin Lansmann. Einzelne Geschäfte hätten deshalb noch nicht öffnen können.

Schweinske-Inhaber hoffen auf mehr Laufkundschaft

Eine Ecke weiter, am Restaurant Schweinske, werden ebenfalls Tische gerückt. Auch Alexander Bast und Timo Bobzin freuen sich, wieder Gäste bewirten zu können, wenn auch mit eingeschränkter Speisekarte. „Klassiker wie Schnitzel werden natürlich dabei sein“, sagt Bast. Es liegen bereits Reservierungen vor, sagt er und hofft, dass die Laufkundschaft noch zunimmt.

Bast und Bobzin haben neben dem Lockdown auch darunter gelitten, dass das Cinemaxx Harburg 2020 bis auf wenige Wochen geschlossen war. Selbst als die Kinos wieder öffnen durften, wurde hier noch umgebaut. In diesem Jahr wollen die beiden Gastwirte ihren Außenbereich gern mit einem Markisensystem ausstatten und haben dazu das Gespräch mit dem Bezirksamt gesucht. Es könnte die Gäste im Herbst vor kühler Witterung schützen. Die Inhaber kalkulieren ein, dass nach dem Sommer eine vierte Corona-Welle aufbranden könnte.

Eintritt nur mit Luca-App oder ausgefülltem Kontaktbogen

Fast am anderen Ende der Lüneburger Straße, beim Modehaus Gina Laura, betritt eine Seniorin das Geschäft. Sie stutzt, als sie die Aufforderung liest, per Luca-App einzuchecken oder einen Kontaktbogen auszufüllen. „Ich bin zweimal geimpft“, sagt sie der Filialleiterin Monika Ohmes. Die erläutert freundlich, dass sie die Daten trotzdem braucht. „Die Kundinnen reagieren insgesamt sehr verständnisvoll“, sagt Ohmes. Die erste Verkaufswoche sei sehr gut gelaufen. „Wir sind noch nicht bei 2019, aber man merkt den Nachholbedarf der Kunden.“

Den spürt auch Sevket Demir, Centermanager der Harburg Arcaden. „Die Leute kaufen, egal was. Die kommen rein und sagen: Geben Sie mir alles in Größe 36“, sagt er scherzhaft. Dank der Funktion als Nahversorger sei das Center aber auch während des Lockdowns recht gut besucht gewesen, so Demir – von den gut 30 Geschäften hatten fast 20 geöffnet. Wie im Phoenix-Center seien auch hier alle Geschäfte weiter am Start. Allerdings seien drei von ihnen von Insolvenzen der Mutterkonzerne betroffen. Eine, der Friseur Klier, sei ausgezogen und bereits durch einen anderen Frisiersalon ersetzt worden. Auch in den Arcaden gab es eine Neueröffnung: Afiyet Kebab Grill, der auch Pasta und Pizza verkauft. Weiterhin nur zum Mitnehmen.

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