Süderelbe

Wie lange muss Neugraben auf den Radschnellweg warten?

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Der Radschnellweg soll dort verlaufen, wo derzeit nur ein Wirtschaftsweg am Bahndamm entlang führt.

Der Radschnellweg soll dort verlaufen, wo derzeit nur ein Wirtschaftsweg am Bahndamm entlang führt.

Foto: Lars Hansen / xl

Die bevorzugte Trasse auf einem Feldweg am Bahndamm bringt schwierige Grundstücksverhandlungen mit sich. Was noch fehlt.

Fischbek.  Der Radschnellweg Stade-Hamburg soll überwiegend parallel zur Bahnlinie verlaufen. Auch das Stück zwischen Buxtehude und Neu Wulmstorf soll nun möglichst wieder entlang der Gleise geplant werden. Dort hatte es zwischenzeitlich Naturschutzbedenken gegeben, die einen Umweg nötig gemacht hätten. Die sind nun weitgehend ausgeräumt, erfuhren Harburgs Bezirkspolitiker von der Verkehrsbehörde. Allerdings drohen nun Probleme auf dem kurzen Abschnitt, der in Hamburg zu bauen ist.

„Eine kurzfristige Umsetzung ist leider nicht möglich“, schreibt die Verkehrsbehörde. Die Verkehrspolitiker, allen voran die der Grünen, sind frustriert, denn der Radschnellweg soll nicht nur den Bewohnern des Landkreises Stade das Fahrrad-Pendeln schmackhaft machen sondern auch den Neubürgern in den Baugebieten von Fischbek den Umstieg aufs Fahrrad erleichtern.

Baugebiet Fischbeker Rethen wird zum Problem

Eines dieser Baugebiete wird jetzt tatsächlich zum Problem: Die Fischbeker Rethen. Ihr Bebauungsplan schließt den Teil nördlich des Bahndamms mit ein, auf dem der Radschnellweg von der Landesgrenze bis zum Anschluss an die Hamburger Veloroute 10 in Neugraben verlaufen soll. Und Naturausgleich für das Neubaugebiet ist direkt an seiner Grenze geplant. Der derzeitige Feldweg nördlich des Bahndamms müsste aber an einigen Stellen verbreitert werden, um den Radschnellweg aufnehmen zu können. Das hatte auch auf der niedersächsischen Seite schon zu Naturschutzkonflikten geführt. Zwischen Buxtehude und Neu Wulmstorf sollte der Schnellweg deshalb einen weiten Schlenker über Rübke machen.

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Dieser für Radfahrer unattraktive Umweg wird laut Hamburger Verkehrsbehörde allerdings von den niedersächsischen Kollegen nicht mehr vorrangig verfolgt. Stattdessen wird an einer Lösung gearbeitet, wie man entlang der Bahnstrecke Naturschutz und Mobilitätswende unter einen Hut bekommt. Im Hamburger Teil ist eine schnelle Lösung laut Behörde allerdings „aufgrund der vorliegenden Komplexität nicht möglich“. Es geht auch um Flächenankauf.

Komplizierte Besitzverhältnisse und Auflagen lassen verzweifeln

„Einige meiner Parteifreunde waren darüber merklich enttäuscht“, sagt Michael Sander, Grünen-Bezirksangeordneter und Vorsitzender des Mobilitätsausschusses, „aber es ist wirklich kompliziert. Der jetzige Weg gehört zu Teilen der Bahn und zu Teilen Landwirten und die Besitzer wollen den Weg auch weiter nutzen können. Die Bahn möchte außerdem, dass der Weg in einem ausreichenden Abstand zu den Stromabnehmern der Bahnstrecke geführt wird. Damit geraten wir dann schon wieder an die Ausgleichsflächen.“ Das Bezirksamt möchte den nördlichen Teil vorerst aus dem Bebauungsplan ausklammern, um mit dem Neubaugebiet beginnen zu können.

Ralf-Dieter Fischer, Fraktionsvorsitzender der CDU hat wegen des Schnellwegs gerade einen umfassenden Fragekatalog an die Bezirksverwaltung verfasst. „Es kann doch nicht sein, dass ausgerechnet Rot-Grün, die in Senat und Bezirk immer wieder davon reden, die Leute aufs Fahrrad zu bringen, es über Jahre versäumen, die Fahrradanbindung eines Neubaugebiets zu sichern. Wenn die Neubewohner erst einmal Autos angeschafft haben, behalten und benutzen sie diese auch viele Jahre. Hier wurde eine Chance vertan!“, sagt er.

( xl )

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