Kultur in Corona-Zeiten

Viele Pläne für das JoLa – und das trotz Corona

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Lars Hansen
Johannes Kirchberg, Chansonnier, Schauspieler, Kultiurmanager

Johannes Kirchberg, Chansonnier, Schauspieler, Kultiurmanager

Foto: Lars Hansen / xl

Johannes Kirchberger ist Verantwortlicher für den Veranstaltungssaal in Neugraben. Warum er trotz der Pandemie Pläne schmiedet.

Neugraben. Eigentlich sollte man meinen, dass der Job Johannes Kirchberg auf den Leib geschrieben wurde: Immerhin ist er im Kulturhaus Süderelbe für das JoLa verantwortlich und JoLa steht für „Johannisland“. Allerdings wurde es nicht nach ihm, sondern nach der Straße benannt, an der es liegt. Seit einigen Monaten managt Johannes Kirchberg den Veranstaltungssaal im Kulturhaus in Hamburg-Neugraben.

Derzeit gibt es zwar aufgrund des Corona-Lockdown nichts zu veranstalten, aber zu arbeiten schon. „Wir können ja nur unermüdlich planen und dann doch wieder verschieben“, sagt er. „Denn wenn wir erst planen, wenn wir wieder veranstalten dürfen, dauert es lange, bis auf dieser Bühne wieder der erste Ton erklingt oder das erste Wort gesprochen wird.“ Nicht nur, dass man Vorlauf bräuchte: Fast alle Künstler sind in der Hoffnung auf das Ende der Pandemie ab Herbst mit Nachholterminen ausgebucht – auf Monate hinaus. „Wer jetzt keine Künstler bucht, bekommt später keine mehr“, so Kirchberg.

JoLa-Leiter in von Beruf Kleinkünstler und kennt die Branche

Der weiß das gut, denn er ist selbst Kleinkünstler. Als Interpret fremder und eigener Chansons sowie als Schauspieler ist er auf den stubengroßen Bühnen kleiner Theater und Kulturzentren zu Hause. Regelmäßig spielt er in Buxtehude, in Moorburg und auf dem Theaterschiff „Das Schiff“. Über seinen Teilzeitjob als JoLa-Impresario ist er gerade doppelt froh. „Einerseits kompensiert es die derzeit fehlenden Auftritte“, sagt er. „Anderseits wäre ich sonst auch viel auf Tourneen und kaum zu Hause. Das ist dem Familienleben aber abträglich.“

Geboren wurde Johannes Kirchberg (46) in Leipzig, ausgebildet in Weimar Seit 2011 ist er in Hamburg, lebte zunächst in Moorburg und mittlerweile in Hausbruch. Schon, als das jetzige JoLa noch Geschäftsstelle der IBA für die Vermarktung der nahen Neubaugebiete war, träumte er davon, in diesem Raum Kleinkunst zu veranstalten. „Dann wurde es tatsächlich ein Veranstaltungssaal und wenig später wurde auch noch eine Leitung dafür gesucht – das war doch mein Schicksal“, sagt er.

Wöchentliche Streaming-Talkshow ohne Saalpublikum geplant

Ohne Saalpublikum hat Johannes Kirchberg zunächst eine wöchentliche Streaming-Talkshow geplant, in der es um Themen aus Neugraben, Fischbek und Hausbruch gehen soll. Ort: das JoLa. Zuschauer können es am Computer, Fernseher oder Smartphone verfolgen, was die Gäste über den Stadtteil zu sagen haben. „Außerdem plane ich, im Sommer Veranstaltungen mit Abstand auf der großen Freifläche vor dem Fenster. Und ich hoffe ja, dass irgendwann das Kulturleben auch wieder normal wird, und plane dafür vor.“

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