Harburg

Schule An der Alten Forst für Bewegungsprojekt ausgezeichnet

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Silbenhüpfen: Ein Schüler liest ein Wort vor, die Spieler springen so häufig auf, wie das Wort Silben hat.

Silbenhüpfen: Ein Schüler liest ein Wort vor, die Spieler springen so häufig auf, wie das Wort Silben hat.

Foto: Lars Hansen / xl

Das Konzept der Schule, Bewegung in den Lernalltag einzubauen, wurde mit 2000 Euro prämiert – Geld für neue Tobefläche auf Schulhof.

Eißendorf.  Die Schule An der Alten Forst in Eißendorf kann sich mal wieder über eine Auszeichnung freuen – umso mehr, als diese hier mit 2000 Euro dotiert ist und die Schule schon genau weiß, was sie damit anstellt: Das Geld hat die Schule bei der „Smash-Challenge“ gewonnen, und zwar keineswegs für das Zerdeppern von Dingen, wie der Englischkundige vermuten würde, sondern weil sie das Motto „Schule Macht Aktive Schüler Hamburg“ preiswürdig umgesetzt hat.

Kurz gefasst ging es darum, Bewegung in den regulären Unterricht – ob in Präsenz oder Distanz – zu integrieren. Die 2000 Euro verbauen Schulleiter Andreas Wiedemann und seine Stellvertreterin Svenja Bruse auf einer Kahlen Schulhoffläche, die nun eine Bewegungsinsel mit Tobegeräten wird.

Von der Alexander-Otto-Sportstiftung gefördert und organisiert

„Wir haben Bewegung im Schulalltag schon immer großgeschrieben“, sagt Andreas Wiedemann, „also war der Wettbewerb ideal für uns.“

Die „Smash Challenge“ wurde im Rahmen des Internationalen Sport, Medizin- und Gesundheitsgipfels, der eigentlich derzeit in Hamburg stattfinden sollte, ins Leben gerufen und wird von der Alexander-Otto-Sportstiftung gefördert und organisiert. Der Kongress findet nun nicht in Hamburg statt, sondern weltweit vernetzt in Videokonferenzen, aber die Challenge blieb real: „Bewegung gehört in den Schulalltag und muss insbesondere in Zeiten des sogenannten Lockdowns und geschlossenen Sportvereinen gefördert werden“, heißt es in der Ausschreibung, „denn Bewegung ist nicht nur für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen essenziell, sondern fördert auch die Konzentration und Motivation. So gilt es für Schulen kreativ zu werden, um möglichst alle Schüler*innen zu erreichen und zu Bewegung zu motivieren.“

Besondere Stühle an der Schule In der Alten Forst

An der Schule In der Alten Forst lebt man das Motto der Challenge ohnehin schon. Das beginnt damit, dass Schüler keine starren Stühle mehr haben, sondern drehbare, höhenverstellbare, wackelfähige Sitzgelegenheiten, mit denen jedes Kind individuell und nebenbei Bewegungsimpulse abbauen kann, ohne wirklich unruhig zu werden. Trotzdem werden Bewegungspausen in die Stunden eingebaut oder zumindest Lernphasen, in denen mit Bewegungsspielen gelernt wird.

Dazu gehört das gute alte Eckenrechnen ebenso, wie mit der Fliegenklatsche auf angepinnte Worte zu hauen, sobald sie vorgelesen wurden. „Jede Maßnahme für sich ist eigentlich seit den Reformpädagogen bekannt und jeder Lehrer kennt sie“, sagt Svenja Bruse, „aber bei vielen gehen sie im Lehralltag unter. Wir merken aber, dass Schüler nach Bewegungsphasen konzentrierter lernen oder sich Dinge besser merken, wenn sie sie mit Bewegung assoziieren können.“

Das Motto „Bewegte Schule“ hat das Kollegium der „Alten Forst“ deshalb auch im Lockdown beibehalten: „Ich habe zum Beispiel die einzelnen Aufgaben einer Leserallye überall auf dem Schulhof aufgehängt und die Schüler konnten eine Woche lang kommen, wann sie wollen und die Strecke von Aufgabe zu Aufgabe ablaufen.“

( xl )

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