Forderung

Harburger Hanglage: Keller als Wohnung nutzen?

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Ein Haus in Hanglage in Eißendorf. Auf einer Seite liegt das Untergeschoss frei. Die FDP würde hier Wohnungen genehmigen lassen wollen.

Ein Haus in Hanglage in Eißendorf. Auf einer Seite liegt das Untergeschoss frei. Die FDP würde hier Wohnungen genehmigen lassen wollen.

Foto: Lars Hansen

FDP will freie Seite von Hanglage-Häusern besser nutzen und so neuen Wohnraum schaffen. Das Problem: die Hamburgische Bauordnung.

Harburg.  Hamburger Senat und Wohnungswirtschaft verhandeln gerade über eine zweite Phase des „Bündnisses für das Wohnen“ zur Linderung der Wohnungsnot in der Hansestadt. Geht es dabei meist um die Erschließung ganzer Neubaugebiete mit hunderten oder gar tausenden Einheiten, hat die Harburger FDP-Bezirksfraktion einen Vorschlag, wie speziell im Bezirk Harburg auch im Kleinen neue Wohnungen geschaffen werden könnten.

Man müsste die Hanglage vieler Grundstücke besser ausnutzen dürfen, sagt der amtierende Fraktionsvorsitzende Günter Rosenberger. Viele Häuser hätten noch Potenzial für eine Wohnung im Keller. Das Problem dabei sei allerdings, dass die Hamburgische Bauordnung Kellerwohnungen nicht zulässt.

Eißendorf, Hausbruch und Neugraben-Fischbek viele steile Hänge

„In den 1970er Jahren wurden in Harburg und Süderelbe einige kühne und innovative Lösungen entwickelt, bei Häusern in Hanglage die Besonderheit des Geländes auszunutzen und auf der Talseite auch nach unten zu bauen“, sagt Rosenberger. „Da war das noch erlaubt.“

In der Tat gibt es gerade in den Stadtteilen Eißendorf, Hausbruch und Neugraben-Fischbek zahlreiche Grundstücke an sehr steilen Hängen. Zur Talseite hin reicht die Hauswand sehr viel tiefer, als zur Hangseite. Eine ganze Wohnung unterhalb des Erdgeschosses einzurichten ist in Hamburg nicht erlaubt, das regelt Paragraf 45 der Hamburgischen Bauordnung eindeutig und präzise.

FDP schätzt Potenzial auf 50 bis 100 kleine Wohnungen

„Ich denke, dass der Gesetzgeber in diesem Fall die besondere Situation in Harburg nicht mit bedacht hat, wo die freie Wand eines Hang-Kellers ja eigentlich wie eine normale Hauswand ist“, sagt Günter Rosenberger, der schätzt, dass in diesen Untergeschossen im Bezirk das Potenzial für 50 bis 100 kleine Wohnungen liegt.

Der Antrag der FDP wurde in den Stadtentwicklungsausschuss überwiesen. Ob er dort viele Chancen hat, ist fraglich: „Ich finde nicht, dass man dem Antrag zustimmen kann“, sagt der Ausschussvorsitzende Frank Richter (SPD). „Die Bauordnung ist seinerzeit nicht umsonst geändert worden. Es gab in Hamburg zahlreiche Mietshäuser mit äußerst unzureichenden Kellerwohnungen. Irgendwo muss man die Verbotslinie ziehen und dann einhalten!“

( xl )

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