Brachfläche verschwindet

Stadt fördert neue Projekte im Harburger Binnenhafen

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Angelika Hillmer
Die Brachfläche an der Ecke Kanalplatz/Harburger Schloßstraße muss erst archäologisch erkundet werden, bevor sie verplant werden kann. Seit Sommer 2020 ist dort das Ju Mu Monster als Teil der Harburger Freiluft-Galerie Walls Can Dance zu sehen.

Die Brachfläche an der Ecke Kanalplatz/Harburger Schloßstraße muss erst archäologisch erkundet werden, bevor sie verplant werden kann. Seit Sommer 2020 ist dort das Ju Mu Monster als Teil der Harburger Freiluft-Galerie Walls Can Dance zu sehen.

Foto: Angelika Hillmer / HA

Mit Hilfe des RISE-Programms soll das aufstrebende Quartier weiter wachsen und für Bewohner und Besucher noch attraktiver werden.

Harburg.  Die Entwicklung des Wohn- und Büroquartiers Harburger Binnenhafen soll weiter im Rahmen des RISE-Programms von der Stadt gefördert werden. Die zum Jahreswechsel offiziell ausgelaufene Förderung wird eine zweijährige Nachsorgephase erhalten, um noch nicht umgesetzte Maßnahmen vollenden zu können.

Zudem plant die Bezirksverwaltung, ein neues, deutlich erweitertes RISE-Gebiet namens Harburger Binnenhafen–Neuland Nordwest anzumelden, um weitere Zuschüsse für verschiedene Projekte zu erhalten. Bis Ende März soll sich entscheiden, ob detaillierte Konzepte für dieses neue Fördergebiet erstellt werden.

Das erste RISE-Gebiet startete 2011

Das erste RISE-Gebiet startete 2011, setzte den Schwerpunkt auf den Städtebaulichen Denkmalschutz und reicht von der östlichen Seite der Blohmstraße bis zum Schellerdamm. Es lief zunächst bis 2017, wurde dann bis Ende 2020 verlängert und trat jetzt in die Nachsorgephase ein. Die geförderten Projekte sollen dazu beitragen, das Quartier weiterzuentwickeln und dabei den Charakter des historischen Hafens zu bewahren.

Zu ihnen zählen die Herrichtung des Kulturspeichers, des gelben Mulch-Krans und seiner Umgebung am Lotsekai, der Erhalt der (festgesetzten) Klappbrücke über den Östlichen Bahnhofskanal, der Bau der Zitadellenbrücke (Drehbrücke über den Lotsekanal für Fußgänger und Radfahrer) sowie die Anlage von öffentlichen Wegen entlang der Hafengewässer.

Bodendenkmäler müssen erst noch gesichert werden

Zwei Projekte im Maßnahmenpaket sind noch nicht umgesetzt; deshalb geht die RISE-Förderung bis Ende 2022 in die Verlängerung. Der erste betrifft die Brachfläche an der Harburger Schloßstraße/Ecke Kanalplatz. Die historisch wertvolle Fläche enthält Bodendenkmäler, die vor einer Bebauung erforscht und gesichert werden müssen.

Die Hälfte der Grabungskosten kann aus dem RISE-Etat finanziert werden. Doch noch ist nicht absehbar, wann die Archäologen ihre Arbeit aufnehmen werden. Beim zweiten noch ausstehenden Projekt wird sehr bald mit den Arbeiten begonnen werden: Der nordwestliche Abschnitt der maroden Kaimauer vom Westlichen Bahnhofskanal am Fuße des alten Brückenwärterhäuschens soll saniert werden. Der Bezirk will sie im Laufe des Jahres herrichten lassen.

Auch die mit dem RISE-Programm verknüpfte Beteiligung der Öffentlichkeit wird weiterlaufen. Dazu trifft sich viermal im Jahr die Begleitgruppe Binnenhafen – die 56. Sitzung ist im März geplant. In der Begleitgruppe diskutieren Bewohner, Projektentwickler, Bauherren, Vereine, Gewerbetreibende und Kommunalpolitiker mit der Bezirksverwaltung und mit Fachbehörden über geplante Bau- und sonstige Vorhaben und benennen bestehende Mängel, etwa in der sozialen Infrastruktur. Die Sitzungen der Begleitgruppe sind öffentlich – außerhalb von Pandemiezeiten. Im Rahmen der Nachsorgephase stehen nun weitere 33.000 Euro für die Organisation der Begleitgruppe bereit.

Bezirksamtsleiterin will neues RISE-Gebiet anmelden

Auch nach 2022 könnte die Binnenhafen-Entwicklung Rückenwind aus Wilhelmsburg bekommen. Dort hat die Stadtentwicklungsbehörde ihren Sitz, die das RISE-Programm managt. Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen kündigte an, ein neues RISE-Gebiet anmelden zu wollen und wirbt dabei um Unterstützung der Harburger Politik. Die dürfte ihr sicher sein.

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Zunächst geht es darum, den Zuschnitt des neuen Fördergebietes untereinander abzustimmen. Es soll deutlich nach Osten wachsen, bis zum Naturschutzgebiet Schweenssand. Dort liegt die Pionierinsel mit Ruder- und Kanu-Clubs sowie dem Erlebnislokal Inselklause. „Es wäre sehr sinnvoll, die Pionierinsel und mit ihr Naturerlebnisse in den Elbauen besser zugänglich zu machen“, sagt Frank Richter, Vorsitzender der Harburger SPD-Fraktion und des Stadtentwicklungsausschusses.

Am Treidelweg wird bereits gebaut

Das NDR-Hamburg Journal hat kürzlich zwei weitere Projekte vorgestellt, die in dem neuen Gebiet umgesetzt werden könnten: die Sanierung der Kaimauer am Treidelweg, um dort einen Beachclub anzusiedeln, und ein schwimmendes Sportfeld am Kanalplatz. Dennis Imhäuser, Sprecher der Bezirksverwaltung, will davon noch nichts wissen: Der Prozess stehe ganz am Anfang, es sei viel zu früh, um über konkrete Projekte zu sprechen.

Allerdings sind diese seit Jahren in der Diskussion. Am Treidelweg wird bereits gebaut. Richter: „Bestenfalls werden die Hauptarbeiten im kommenden Jahr so rechtzeitig abgeschlossen sein, dass noch in dem Jahr ein Beach­club eröffnen kann.“ Die Idee einer schwimmenden Sportfläche, um Defizite an Land auszugleichen, sehe nicht nur seine Fraktion eher skeptisch: „Ein schwimmendes Sportfeld erfordert nicht nur hohe Investitionen, sondern wird auch in der Unterhaltung teuer.“ Immerhin seien die Kosten mit RISE-Unterstützung eher finanzierbar.

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