Hamburg

DRK beurlaubt Funktionär, der gegen Corona geimpft wurde

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Christoph Heinemann und André Zand-Vakili
Hamburg: Mitarbeiter des DRK-Leitstandes für mobile Impfteams koordinieren die Einsätze der Impfteams am Computer. Im Auftrag der Stadt Hamburg koordiniert das Deutsche Rote Kreuz die Logistik und die Abläufe der mobilen Impfteams.

Hamburg: Mitarbeiter des DRK-Leitstandes für mobile Impfteams koordinieren die Einsätze der Impfteams am Computer. Im Auftrag der Stadt Hamburg koordiniert das Deutsche Rote Kreuz die Logistik und die Abläufe der mobilen Impfteams.

Foto: dpa

Harburgs Vorstand Harald Krüger (63) von Aufgaben entbunden. Die Begründung liest sich, als habe sie mit der Impfung nichts zu tun.

Hamburg. Einschnitt beim Deutschen Roten Kreuz (DRK): Der Kreisverband Hamburg-Harburg hat mit sofortiger Wirkung seinen langjährigen Vorstand Harald Krüger (63) von seinen Aufgaben entbunden. In einer Mitteilung ist von einem gesundheitlich bedingten Wechsel die Rede. Zuletzt war Krüger öffentlich in die Kritik geraten, weil er mit gemeinsam mit anderen DRK-Führungskräften bereits eine Corona-Impfung erhalten hatte, während dies bei Rettungskräften noch nicht der Fall ist.

Man danke Krüger für sein „langjähriges, erfolgreiches Engagement“, heißt es in der aktuellen Mitteilung. Die Entscheidung sei mit „mit Blick auf einen bevorstehenden, länger andauernden Klinikaufenthalt Krügers getroffen worden“. Auf Nachfrage des Abendblattes wurde betont, dass es nur einen „zeitlichen Zusammenhang“ zu der jüngsten Kritik gebe. An seiner Integrität gebe es keine Zweifel. „Dieser Klinikaufenthalt war lange absehbar und die Entscheidung wurde nun einvernehmlich getroffen“, sagte der Rechtsanwalt Walter Scheuerl, der im Auftrag des DRK zu der Personalie Stellung nahm.

DRK-Funktionär gegen Corona geimpft

Wie die "Hamburger Morgenpost" berichtet hatte, warfen Mitarbeiter des DRK-Ambulanzdienstes der Führung vor, sich die Corona-Impfung vorzeitig gesichert zu haben. Krüger erhielt bereits am 29. Dezember seine erste Dosis. Im Gespräch mit dem Abendblatt wies er die Vorwürfe jedoch zurück. „Ich habe an dem Tag die neu angemieteten Räume unserer Impfteams in Eidelstedt besucht“, sagt Harald Krüger. Damals waren rund 60 Impfdosen aus einem Termin in einem Altenheim übrig geblieben, die in Rücksprache mit der Behörde verimpft werden sollten. Ansonsten wären sie verfallen. Das war weder für mich noch für die Kollegen vorhersehbar.“

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So sei nicht nur er, sondern zunächst sämtliche anwesenden Mitarbeiter des DRK, des nicht zum DRK gehörenden Impfteams, selbst Angehörige einer nicht dort ansässigen Firma geimpft worden. „Der Zeitkorridor war sehr eng. Es wurde jeder geimpft, der greifbar war“, sagt Krüger.“

Gegenüber der „Mopo“ hatten Mitarbeiter dagegen gesagt, Krüger hätte aus ihrer Sicht die übrigen Impfdosen „zu anderen Rettungswachen bringen“ sollen. Auch wenn die verbliebene DRK-Führung Krüger verteidigt, solle der Schritt nun „Ruhe hineinbringen“, wie zu hören ist. Seine Nachfolge im Vorstand ist noch nicht entschieden.

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