Verkehr

Startschuss für die Megabaustelle auf der A7

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Lars Hansen
Großbaustelle A7 in Hamburg: Deges- Geschäftsführer Dirk Brandenburger (von links), Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) und Staatsrat Martin Bill (Grüne) gaben das Startsignal.

Großbaustelle A7 in Hamburg: Deges- Geschäftsführer Dirk Brandenburger (von links), Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) und Staatsrat Martin Bill (Grüne) gaben das Startsignal.

Foto: Lars Hansen / xl

Der Abschnitt südlich des Elbtunnels wird ausgebaut. In der Nacht zum Sonntag gibt es eine Sperrung.

Hamburg.  Der symbolische Spatenstich vor dem Elbtunnel war ein Knopfdruck. Damit wurde einem Abrissbagger das Startsignal gegeben, denn mit einem Spaten kommt man bei diesem Projekt nicht allzu weit: Innerhalb von sechs Jahren wird die gesamte südliche Zufahrt zum Elbtunnel einmal komplett erneuert.

Offiziell beginnen die Arbeiten in der kommenden Woche. Eigentlich sind sie aber längst im Gange, denn damit die Autobahn A7 während der Bauzeit leistungsfähig bleibt, wurde neben der eigentlichen Autobahn über die letzten Monate ein Hilfs-Straßendamm aufgeschüttet, auf den jeweils zwei Fahrspuren umgeleitet werden.

Megabaustelle auf der A7: "schnippeln gerade an der Aorta"

Von den jetzigen acht Spuren werden immer vier zur gleichen Zeit saniert. Vier bleiben offen und zusammen mit den zwei Hilfsspuren stehen – so der Plan der Autobahn GmbH des Bundes – dann jederzeit sechs Spuren für den Elbtunnelverkehr zur Verfügung.

„Wenn man sagt, dass jede große Autobahnbaustelle in Hamburg wie eine Operation am offenen Herzen ist, schnippeln wir jetzt gerade an der Aorta“, sagt Dirk Brandenburger, technischer Geschäftsführer der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES). „Die technische und verkehrliche Umsetzung erfordert ein hohes Maß an Fachkompetenz!“

Täglich 170.000 Fahrzeuge

Enak Ferlemann (CDU), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium erklärt, warum es so wichtig sei, die A 7 die ganze Bauzeit über so leistungsfähig, wie möglich zu halten: „Sie ist die wichtigste Nord-Süd-Verbindung der Bundesrepublik , von der dänischen bis zur österreichischen Grenze. In Hamburg kommt der regionale Verkehr hinzu. Wir zählen im Elbtunnel täglich 170.000 Fahrzeuge, mit einem Schwerverkehrsanteil von 20 Prozent!“

Martin Bill (Grüne) Staatsrat in der Hamburger Verkehrsbehörde und Dritter im Bunde der Knopfdrückenden, betonte, dass seine Generation sich überhaupt nicht vorstellen könne, dass es die Autobahn A7 einmal nicht gegeben habe. „Und bei aller Notwendigkeit der Verkehrswende sowie allen Differenzen, die man über die Zukunft des Verkehrs haben kann, ist doch klar, dass wir den Elbtunnel und die A 7 noch über Generationen brauchen werden.“

Autobahn auf Stelzen

Die Runderneuerung der südlichen Tunnelrampe ist nur ein Teil eines gigantischen Projektclusters, mit dem die A 7 zukunftsfähig gemacht werden soll. Auf dem gesamten Hamburger Stadtgebiet wird die Autobahn auf vier Spuren je Fahrtrichtung ausgebaut. Damit sie die Trennwirkung, die die Schnellstraße seit ihrem Bau im Hamburger Westen entfaltet nicht noch verstärkt, sondern eher wieder heilt, wird die Autobahn nördlich des Tunnels überdeckelt.

Im Süden geht das nicht, denn hier verläuft sie größtenteils auf Stelzen, als Hochstraße. Der sanft abfallende Abschnitt von den Harburger Bergen in Heimfeld bis zum Elbufer in Waltershof ist Deutschlands längste Straßenbrücke, Bauwerksnummer: K 20. Hier wird die Autobahn nach innen erweitert: Die Konstrukteure ließen beim Bau zwischen den Straßenbändern genug Platz, um bei Bedarf zwei weitere Spuren einzuhängen. Das Einhängen geht nach heutigen Bauvorschriften nicht mehr, aber den Platz nutzt die DEGES aus. Aus einem Probeabschnitt im vorletzten Jahr gewann man die beruhigende Erkenntnis, dass das funktioniert, und zwar meistens ohne Stau.

Hälfte der Autobahn wird angehoben

Dort wo die K 20 auf die Tunnelrampe trifft, an der Anschlussstelle Waltershof, basteln die DEGES-Ingenieure am dritten Riesenprojekt: Die so genannten „Megastützen“ , auf denen das komplexe Bauwerk über der Hafeninsel steht, werden erneuert. Dazu wird zwei Mal je eine Hälfte der Autobahn einige Zentimeter angehoben, provisorisch abgestützt und später wieder auf die neuen Megastützen abgelassen.

Auch hier wurde mit den Vorbereitungen bereits begonnen. Die Absperrungen entlang der Finkenwerder Straße gehören zu dieser Baustelle. Der Hilfsdamm für die Tunnelrampe wird voraussichtlich heute oder am Montag in Betrieb genommen.

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