Verkehr

Stadt kassiert fürs Parken in Harburger Privatstraße

„Privatgrundstück“ steht an der Theodor-York-Straße.

„Privatgrundstück“ steht an der Theodor-York-Straße.

Foto: André Zand-Vakili

Auch Bußgelder wurden wochenlang verhängt. Jetzt kam heraus: Das war illegal. Parkscheinautomaten sollen verhüllt werden.

Harburg.  Wochenlang hat die Stadt an einer Privatstraße im Harburger Binnenhafen unberechtigt Parkgebühren kassiert. Mehr noch: Wer keinen Parkschein hatte, musste in mehreren Fällen sogar Bußgeld bezahlen. Erst jetzt kam heraus: Das war illegal. Jetzt sollen die Parkscheinautomaten mit Plastiksäcken verhüllt werden.

Auf dem ehemaligen Bahngelände im Binnenhafen sind in den vergangenen Jahren Wohnungen und Gewerbeimmobilien entstanden. Gebaut wurde auch die Theodor-York-Straße, an der links und rechts die neuen Häuser stehen. Mittlerweile sieht sie aus wie eine ganz normale Straße. Dazu wurden bereits vor Wochen Parkscheinautomaten installiert. Parken ist in der Gegend nicht billig: 20 Cent für sechs Minuten werden fällig. Maximal darf man dort drei Stunden parken. ´

Die Kosten betragen dann 6 Euro. Kaum aufgebaut, gingen die Automaten in Betrieb. Seitdem stecken gutgläubig Autofahrer, die ihren Wagen an der Straße abstellen, Münzen in die Automaten oder zahlen per Kredit- oder EC-Karte. Dazukommen „Knöllchen“, die gegen vermeintliche Parksünder verteilt wurden. „Wir waren es nicht“, beteuert die Wasserschutzpolizei, die für die Gegend zuständig ist. Anwohner berichten vom „Parkraummanagement“, das mehrmals durch die Straße gezogen sei.

Anfang kommenden Jahres soll die Umwidmung zur öffentlichen Straße erfolgen

Die Mitarbeiter, von der Stadt extra eingestellt, um ein Auge auf die Einhaltung der Beschilderung für den ruhenden Verkehr zu haben, kommt selbst mit den Schildern in dem Fall offenbar nicht klar. Denn an beiden Enden der Theodor-York-Straße ist deutlich zu lesen, dass es sich um eine Privatstraße handelt. Damit endet die Zuständigkeit der „Parkraummanager“ in diesem Bereich.

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Erst Anfang kommenden Jahres, wenn letzte Bäumchen gepflanzt und die letzten Erschließungsarbeiten vollendet sind, soll die Umwidmung zur öffentlichen Straße erfolgen. Dann wird sie auch zum „Hoheitsgebiet“ für das Parkraummanagement. Wer bis dahin einen Strafzettel bekommen hat, sollte Einspruch einlegen. „Am besten wäre es, die Beschilderung an beiden Enden der Straße fotografisch zu dokumentieren“, rät ein Beamter. Was mit bereits gezahlten Bußgeldern passiert und den ganz sicher nicht unerheblichen zu Unrecht erzielten Einnahmen aus den Parkscheinautomaten passiert, konnte am Wochenende nicht geklärt werden.