Spendenaktion

Harburger stricken 100 Schals für Obdachlose – mindestens

Am Sonntag kamen im Einkaufszentrum "Arcaden" Freiwillige zusammen, die mit dem "Habibi Atelier" für Obdachlose stricken.

Am Sonntag kamen im Einkaufszentrum "Arcaden" Freiwillige zusammen, die mit dem "Habibi Atelier" für Obdachlose stricken.

Foto: Kaja Weber / Kaja Weber / HA

Mit dem Hamburger Sozialkontor möchte das offene Atelier in der diesjährigen Weihnachtswoche Selbstgestricktes an Bedürftige verteilen

Harburg . „100 Schals zu Weihnachten“ – das ist das erklärte Ziel des Harburger Habibi Ateliers. Gemeinsam mit dem Hamburger Sozialkontor möchte das offene Atelier in der diesjährigen Weihnachtswoche Selbstgestricktes an Obdachlose verteilen. Dafür haben sie unter dem Motto „Harburg strickt“ eine Strick- und Sammelaktion ins Leben gerufen.

Tatkräftige Unterstützung erhielten die Einrichtungen am Wochenende von Freiwilligen: Am verkaufsoffenen Sonntag standen in den Einkaufszentren Arcaden und Phoenix Center Stationen bereit, an denen Harburger sich zum Stricken zusammen setzen und ins Gespräch kommen konnten. Atelier-Gründer und Künstler Sly ist es wichtig, dass die Menschen sich aktiv mit der Situation von Menschen ohne Obdach auseinander setzen.

Daher wird es auch über den Aktionstag hinaus die Möglichkeit geben, sich zum Stricken zu treffen: Bis zum 22. Dezember werden vor dem Atelier im Obergeschoss der Arcaden mit Abstand Stühle aufgebaut sein. Interessierte können immer Montags bis Donnerstag zwischen 10 und 18 Uhr vor dem Atelier arbeiten oder ihre Spenden abgeben – Wolle ist dabei genauso gerngesehen wie bereits fertig gestrickte Stücke.

Aktion wird bereits gut angenommen

Offiziell sammeln die Habibi-Künstler seit dem 21. Oktober. Und die Aktion wird bereits gut angenommen: Im Eingangsbereich des Ateliers stapeln sich Tüten mit Wollware, einzelne Schals werden im Center-Bereich ausgestellt. „Wahrscheinlich kriegen wir mehr als 100“, sagt der Atelier-Gründer. Die Strick-Aktion ergänzt dieses Jahr erstmalig den schon bekannten Kunsttausch des Habibi Ateliers.

Für den Kunsttausch nimmt Sly seit vier Jahren im Habibi Atelier Bilder, Skulpturen, Zeichnungen oder andere Kunstobjekte entgegen. Künstler können auch vor Ort für die Aktion arbeiten. Im Dezember werden die Kunstwerke im Atelier ausgestellt. Besucher können die Gegenstände kaufen – aber nicht mit Geld, sondern mit einem Tauschobjekt, das Obdachlose gebrauchen können. Als Zahlungsmittel wurden in der Vergangenheit Isomatten, Schlafsäcke oder Hygienepakete akzeptiert.

Beim Kunsttausch hat Sly die Erfahrung gemacht, dass Wollwaren gut angenommen werden: „Sehr begehrt sind Schals, Socken, Handschuhe.“ So entstand die Idee für „Harburg strickt“, um noch gezielter helfen zu können. Sly wünscht sich, dass Hilfsaktionen dieser Art in Harburg zur Tradition werden: „Gerade jetzt brauchen die Menschen Hilfe, noch mehr als sonst“. Die Erlöse aus dem Kunsttausch und die Schals aus der Aktion „Harburg strickt“ werden in diesem Jahr gebündelt an Obdachlose verteilt. Die Künstler des Ateliers werden dafür in der Weihnachtswoche im ganzen Hamburger Stadtgebiet unterwegs sein - los geht es in Harburg.