Stadtentwicklung

Buxtehude plant ein neues Gewerbegebiet

Sie stellten die Idee eines neuen „grünen“ Gewerbegebiets vor (v.l): Wirtschaftsförderin Kerstin Maack, Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt und Stadtbaurat Michael Nyveld.

Sie stellten die Idee eines neuen „grünen“ Gewerbegebiets vor (v.l): Wirtschaftsförderin Kerstin Maack, Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt und Stadtbaurat Michael Nyveld.

Foto: Axel Tiedemann / AT

Im „Green Valley“ sollen sich vor allem Unternehmen mit zukunftsorientierten Arbeitsplätzen ansiedeln. Gern mit ökologischer Ausrichtung.

Buxtehude.  Klimaneutrale Gebäude, neue Energien und Firmen, die sich auf Innovationen und nachhaltige Technologien konzentrieren: Das könnte einmal das „Green Valley“ Buxtehudes prägen. Jedenfalls, wenn es nach Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (parteilos) geht, die eigens diesen Projektnamen für ein geplantes und ausgesprochen großes Gewerbegebiet an der Apensener Straße am südlichen Ortseingang gefunden hat. Gemeinsam mit Buxtehudes Wirtschaftsförderin Kerstin Maack und Stadtbaurat Michael Nyveld stellte sie am Freitag die Ideen der Stadt dazu vor.

Ehemaliges Pioneer-Gelände als Kernstück

Kern des „Green Valley“ wäre das frühere Gelände des Saatgutherstellers Pioneer, der sich kürzlich aus Buxtehude zurückgezogen hat. Die etwa neun Hektar große Fläche mit einigen Bestandsgebäuden hatte die Stadt 2019 für rund 3,2 Millionen Euro gekauft, um sie selbst zu vermarkten. Interesse gab es wohl auch von einem Baustoff-Lager. Unmittelbar an dem Areal liegt noch ein kleineres Gewerbegebiet, sowie in der Nähe eine größere Fläche, die einmal für den Bau einer großen Sportanlage vorgesehen war. Zudem sind im Flächennutzungsplan weitere Abschnitte bereits als Gewerbegebiet ausgewiesen. Insgesamt, so schätzt Stadtbaurat Nyveld, könnte das „Green Valley“ 27, 6 Hektar umfassen – also fast drei Mal so groß wie das derzeitige größte Neubaugebiet der Stadt an der Giselbertstraße werden.

Viele Flächen gehören schon der Stadt

Ein Großteil der Flächen befindet sich jetzt schon in städtischem Besitz. „Das hat den Vorteil, dass wir hier immer steuernd eingreifen können“, so die Bürgermeisterin. Die Idee hinter der Wortschöpfung „Green Valley“: Die Flächen seien viel zu wertvoll, um sie beispielsweise an Logistikbetriebe mit viel Platzbedarf und wenigen Arbeitsplätzen zu vergeben: Gedacht wird in der Stadtverwaltung vielmehr an Firmen, die möglichst innovative Produkte entwickeln und interessante Arbeitsplätze anbieten. Die Wortschöpfung „Green Valley“ lehnt sich somit gedanklich an die Technologieschmiede „Silicon Valley“ in Kalifornien an – nur eben mit ökologischem Anspruch. Dazu passt, dass mit den Gleisen der EVB (Buxtehude-Bremervörde) jetzt schon ein direkter Bahnanschluss vorhanden ist.

Buxtehude als Gewerbestandort ist beliebt

„Das darf aber kein seelenloses Gewerbegebiet am Eingang der Stadt werden“, sagt Stadtbaurat Nyveld. Auch einen architektonischen Anspruch müsse es an dieser Stelle geben. Mit der konkreten Planung und Entwicklung von Bebauungsplänen wolle man im kommenden Jahr nun starten. Beflügelt wurde diese Vision eines „grünen“ Gewerbegebietes und seiner Durchsetzungsmöglichkeit offensichtlich auch durch die gute Vermarktungslage bestehender Buxtehuder Gewerbeflächen. „Wir sind in der Metropolregion sehr begehrt“, so die Bürgermeisterin. Tatsächlich gibt es mehr Anfragen als Angebote – obwohl sich Buxtehude jetzt schon bei der Vergabe von Gewerbegrundstücken sehr wählerisch zeigt.

Logistiker sind eher nicht erwünscht

Flächenintensive Logistiker sind da nicht so gewünscht, eher schon Produktion und Handwerk. Die Zahl von Arbeitsplätzen ist dabei ebenso ein Kriterium wie ein Augenmerk auf mittelständische Betriebe der Region. Und so konnte Buxtehudes Wirtschaftsförderin Maack berichten, dass trotz Corona derzeit viel Bewegung bei der Vergabe der Flächen ist – auch wenn Buxtehude in jüngerer Vergangenheit den Rückzug großer Unternehmensstandorte wie eben Pioneer oder auch Bacardi verkraften musste. Doch das wird offensichtlich durch Neuvergaben gerade wieder mehr als ausgeglichen.

„Wir haben da aus jüngster Zeit einige gute Nachrichten“, so Bürgermeisterin Oldenburg-Schmidt. Im größten Gewerbegebiet am Alten Postweg sei beispielsweise gerade eine 10.000 Quadratmeter große Fläche an einen Maschinen-Anlagenbauer vergeben worden, mit vier weiteren Unternehmen gebe es sehr konkrete Gespräche über Ansiedelungen dort. Auch in den Gewerbegebieten in Hedendorf und Ovelgönne an der B 73 gehe es mit der Vergabe von Grundstücken und Ansiedelungsgesprächen weiter. In beiden Gebieten hatte die Stadt vor einigen Jahren ebenfalls Flächen erworben und kann sie selbst an interessierte Unternehmen weitergeben – mit entsprechender Auswahlmöglichkeit. Demnächst sind nur noch wenige Hektar frei. Zeit für „Green Valley“.