Bezirk und Landkreis Harburg

Weihnachtsmarkt? Das ist noch offen

Der Weihnachtsmarkt in Buchholz wird auf dem Peets Hoff aufgebaut. Für dieses Jahr steht die Entscheidung noch aus.

Der Weihnachtsmarkt in Buchholz wird auf dem Peets Hoff aufgebaut. Für dieses Jahr steht die Entscheidung noch aus.

Foto: Heinrich Helms

Bisher haben sich nur wenige Kommunen klar dafür ausgesprochen. Viele Märkte sind schon jetzt abgesagt worden.

Harburg/Buchholz.  Tannenbäume, Lebkuchen, Schmalzgebäck, Kinderchor, Kunsthandwerk und natürlich der obligatorische Glühwein: In gut zwei Monaten beginnt die Adventszeit und damit die Saison für Weihnachtsmärkte. Ob sie in Corona-Zeiten auch stattfinden, ist noch längst nicht entschieden. Dabei hoffen sowohl Veranstalter und ihre Marktbeschicker wie auch die potenziellen Besucher darauf, dass sie wenigstens noch einmal in diesem Jahr so etwas wie Volksfestatmosphäre erleben können – schließlich haben sie auf Jahrmärkte, Schützenfeste, Musikfestivals und Flohmärkte komplett verzichten müssen.

Voraussetzungen für die Märkte sind nicht klar

Doch immer noch ist nicht klar, ob und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen Weihnachtsmärkte stattfinden können. Denn wenn eines seit den Einschränkungen wegen Corona klar ist, dann dies: Weit im Voraus planen ist nicht möglich, denn die Entwicklung der Pandemie ist nicht vorhersehbar. Einige Veranstalter haben bereits die Notbremse gezogen: In Nenndorf und in Tostedt finden in diesem Jahr keine Weihnachtsmärkte statt. Auch in Meckelfeld ist gestern die Entscheidung gegen den Weihnachtsmarkt gefallen.

Ehrenamtliche Veranstalter können Hygienevorschriften nicht überwachen

Konkret scheitert es bei den kleinen Märkten daran, dass sie ehrenamtlich, meist von den örtlichen Gewerbevereinen, organisiert werden. „Wir haben einfach nicht die Kapazitäten, erforderliche Hygienemaßnahmen durchzuführen und deren Einhaltung zu überwachen“, sagt Lisa Fenger vom Töster Kreis. Sie hofft darauf, dass wenigstens kurzfristig noch etwas angeboten werden kann, etwa der Feuerzangenbowle-Stand.

Buchholz hofft, Harburg auch

In Buchholz wollte der Verein Buchholz Marketing in dieser Woche eigentlich schon weiter mit einer Entscheidung sein. Auch hier hängt der Weihnachtsmarkt in erster Linie davon ab, ob der Verein es verantworten kann, auf die Einhaltung eines Hygienekonzeptes zu achten. „Wir lassen den Weihnachtsmarkt stattfinden, wenn der Verein das verantworten kann“, so der Vorsitzende Frank Kettwig. „Der Markt ist ein wichtiges Ereignis – auch fürs Wohlbefinden.“

Wenn er stattfindet, wird er „ein etwas anderer Markt“ sein: Das Kasperletheater wird es nicht geben, die Buden werden weit auseinander stehen. Den Schaustellern des Weihnachtsmarktes wurde indessen ermöglicht, sich am verkaufsoffenen Sonntag (20. September) zu beteiligen.

Anne Rehberg, Veranstalterin des Harburger Weihnachtsmarktes, kann ebenfalls noch nicht planen. Wie das Bezirksamt Harburg am vergangenen Donnerstag bestätigte, ist noch keine Entscheidung gefallen. Und falls der Markt tatsächlich stattfinden kann, ist noch längst nicht alles gut: „Wir wissen nicht, ob die Aussteller und Marktbeschicker auf ihre Kosten kommen würden, das heißt, ob ausreichend Besucher kommen“, sagt Anne Rehberg. „Dabei brauchen sie dringend Einnahmen – Kredite helfen da nicht weiter.“

Dass unabhängig vom Markt einzelne Buden aufgestellt werden dürfen, sei ein Lichtblick, aber das allein reiche nicht. „Das Einkaufsverhalten ist unter den Hygieneregeln anders“, sagt sie. Ihr Mann habe zwischenzeitlich aber positive Erfahrungen in Österreich gemacht, wo er bei einer Veranstaltung mit etwa 1000 Teilnehmern einen Stand hatte. „Die Leute sind völlig relaxed und halten Abstand. Ich würde mir wünschen, dass es auch einen internationalen Erfahrungsaustausch gibt.“ Sie sieht aber auch die hohe Verantwortung, die auf den Entscheidern lastet. „Wir geben alles daran, dass, wir es hinkriegen. Wir lassen uns den Erfolg nicht wegnehmen.“

Lüneburg arbeitet an einem Konzept

Die Hansestadt Lüneburg ist dagegen vorsichtig optimistisch: Bürgermeister Ulrich Mädge hatte bereits Anfang September zu einem Austausch mit den Akteuren der Weihnachtsmärkte geladen. Zwar hätten auch die Behörden in Niedersachsen noch keine endgültige Zu- oder Absage gegeben, doch in Lüneburg hat man sich zumindest auf Eckpunkte, wie ein Weihnachtsmarkt durchführbar wäre, verständigt. Im Mittelpunkt steht auch hier ein „entzerrter“ Markt mit größeren Abständen zwischen den Buden und somit insgesamt weniger Marktbeschickern. In der Überlegung stehen auch neue Plätze, auf denen kleinere Märkte abgehalten werden können.