Kultur

Buxtehude startet in die Theatersaison

Fachgruppenleiter Torsten Lange von der Abteilung Kultur, Tourismus& Marketing (vorne) stellt mit seinem Team im historischen Ratssaal das Programm 2020/2021 vor

Fachgruppenleiter Torsten Lange von der Abteilung Kultur, Tourismus& Marketing (vorne) stellt mit seinem Team im historischen Ratssaal das Programm 2020/2021 vor

Foto: Axel Tiedemann / AT

Verwaltung rechnet coronabedingt beim Kulturangebot mit einem Defizit von bis zu 70.000 Euro

Buxtehude . Noch vor einigen Wochen war fraglich, ob angesichts der Corona-Pandemie die kommende Theater- und Konzertsaison in Buxtehude überhaupt starten kann. Doch die Stadt konnte jetzt nach weiteren Lockerungen ein umfangreiches Programm aufstellen, für das in dieser Woche der freie Vorverkauf gestartet ist. Viele Tournee-Theater werden daher bis Saisonende im Mai 2021 wieder an der Este gastieren, Kabarett, Lesungen, Tanzshows und Konzerte sind geplant.

Als Highlights nennt die Stadt unter anderem eine „Schmidt-Show“ des gleichnamigen Hamburger Theaters am 20. Februar. Im Februar werden in Buxtehude beispielsweise auch zwei Teile der Kempowski-Saga zu sehen sein, die auf den Romanen von Walter Kempowski basieren. Auch für Kinder gibt es viele Vorstellungen, so etwa die „Gespensterjäger auf eisiger Spur“ nach einer Geschichte von Cornelia Funke.

Allerdings wird alles dies nur unter Hygiene-Auflagen stattfinden können, die mit dem Gesundheitsamt abgestimmt wurden: Kulturelles Zentrum ist in Buxtehude die Bühne des Halepaghen-Gymnasiums, vor der sonst knapp 600 Zuschauer Platz finden. Jetzt dürfen pro Vorstellung nur maximal 175 Sitzplätze vergeben werden. Und das dürfte sich dann auch erheblich in der Einnahmesituation widerspiegeln.

Klares Bekenntnis der Stadt zur Kultur

Man rechne in der Verwaltung daher mit einem Defizit bei diesem Kulturangebot von bis zu 70.000 Euro, sagte der Leiter der Fachgruppe Kultur, Tourismus & Marketing, Torsten Lange, bei der Vorstellung des neuen Programms. „Das ist ein klares Bekenntnis der Stadt zur Kultur“, sagte Lange, der zudem betonte, dass die Stadt auch private Initiativen wie das für Freitag erneute geplante Outdoor-Konzert am Fleth unterstützen könne. „Es muss nicht immer die Stadt selbst Veranstalter sein“, so Lange.

Eine Feststellung, die sich auch als Replik auf die jüngste Kritik des Buxtehuder Grünen-Fraktionschefs Michael Lemke verstehen lässt, der im Herbst 2021 bei den Kommunalwahlen gegen die amtierende Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt antreten will. Lemke hatte mehr „Engagement“ der Verwaltung für die Kultur- und Gastro-Szene in Corona-Zeiten gefordert.

Einlass erfolgt blockweise durch Aufruf

Doch das dürfte nicht so einfach sein: Noch immer sind die Auflagen streng: Für den Buxtehuder Theaterbereich in der Halepaghenschule ist es beispielsweise eben nicht nur die Beschränkung der Teilnehmerzahl. Viele andere Auflagen gelten: So darf das Gebäude erst 30 Minuten vor einer Veranstaltung aufgeschlossen werden. Plätze werden nur als 2er, 3er oder 4er-Gruppen vergeben. Der Einlass erfolgt dann blockweise durch Aufruf.

Die Zuschauer müssen Masken tragen, können sie am Sitzplatz aber wieder abnehmen. Anders als sonst gibt es auch kein Catering, keine Garderobe, keine Pause und keine Abendkasse. Auch die üblichen Abo-Bedingungen sind ausgesetzt worden, Abonnenten hatten aber vor Beginn des jetzigen Vorverkaufs die Gelegenheit bekommen, Tickets vorab zu kaufen. Auch die Künstler selbst müssen sich auf geänderte Bedingungen einstellen, sagte Lange. Nicht nur für den Zuschauerraum, selbst für die Bühne gelten bestimmte Hygiene-Beschränkungen.

Kuss-Szene wird man in dieser Saison nicht sehen

„Eine Kuss-Szene wird man in dieser Saison dort wohl nicht sehen“, vermutet er. Gleichwohl gehe er davon aus, dass das jetzt aufgestellte Programm für Buxtehude so gezeigt werden kann ­ – auch wenn es in diesen Zeiten für manches kleine Tournee-Theater oder einige Agenturen eng werden könnte. Man habe in der Vergangenheit etliche Gespräche dazu geführt, so Lange. „Deshalb gehe ich davon aus, dass wir das alles so realisieren können.“

Die anhaltende Corona-Pandemie wirkt sich unterdessen auch auf die in Buxtehude geplanten Feste aus. Das 3. Internationale Märchenfestival vom 19. Bis 27. September (www.märchenfestival-buxtehude.de) werde aber stattfinden, versicherte Lange. Mehr als 50 verschiedene Angebote für Kinder und Erwachsene zum Thema Märchen sind dafür geplant, doch auch hier wird es Auflagen geben. So gibt es diesmal beispielsweise mehr Draußen-Veranstaltungen, sowie auch begrenzte Teilnehmerzahlen und Vorab-Tickets. Offen ist unterdessen noch, in welcher Form der beliebte Buxtehuder Weihnachtsmarkt stattfinden kann. Das „Buxtehuder Wintermärchen“ war zuletzt sogar Ziel von Reisebus-Ausflügen. „Wir haben dazu Pläne vorbereitet, müssen aber auf die Vorgaben warten“, so Lange.