Buchholz

Empore startet in die neue Saison

Empore-Chef Onne Hennecke (links) und Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse informierten über den Saisonverlauf im Buchholzer Veranstaltungszentrum unter Corona-Bedingungen

Empore-Chef Onne Hennecke (links) und Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse informierten über den Saisonverlauf im Buchholzer Veranstaltungszentrum unter Corona-Bedingungen

Foto: Corinna Panek

Bedingt durch die Corona-Pandemie gelten für die Veranstaltungen neue Regeln. Es gibt weniger Plätze und keine Abo-Reihen.

Buchholz.  Fast genau ein halbes Jahr nachdem das öffentliche Leben zur Eindämmung der Corona-Pandemie heruntergefahren wurde, wird die Bühne der Empore Buchholz wieder bespielt. Am 16. September eröffnet der Moderator, Produzent und Autor Hubertus Meyer-Burckhardt die neue Saison, die mit neuen Regeln ablaufen wird. Was auf Zuschauer und Empore-Team zukommt und welche Auswirkungen die Schließung bisher hatte, hat Geschäftsführer Onne Hennecke jetzt im Gespräch vorgestellt.

Abonnements werden „eingefroren“

Am 11. März war die letzte reguläre Veranstaltung, der Opernball am 14. März wurde bereits abgesagt, ehe am 16. März der sogenannte Lockdown in Deutschland die Menschen zu Hause und zahlreiche Betriebe geschlossen hielt. Seither sind 61 geplante Veranstaltungen ausgefallen oder wurden verschoben. Manche sogar zweimal, denn inzwischen ist klar, dass der normale Betrieb mit einem vollbelegten Saal auch in den nächsten Wochen noch nicht möglich sein wird. Deswegen sind auch die Abonnements für die neue Saison „eingefroren“, sprich: Es wird keine Abo-Reihen geben.

Einige Künstler treten zweimal an einem Tag auf

Die Gastspiele der Künstler erfolgen im Rahmen ihrer Tourneen. Außerhalb dieser Zeiten haben sie in der Regel andere Verpflichtungen und können daher keine ausgefallenen Termine einfach so nachholen. „Unsere Kunden zeigen sich dennoch verständnisvoll, dafür möchte ich mich bedanken“, sagte Onne Hennecke. Und viele Künstler seien entgegenkommend: So werden Hubertus Meyer-Burckhardt und auch Ildikó von Kürthy für ihre Gage an einem Tag zweimal auftreten, damit alle, die Karten gekauft haben, die Vorstellung besuchen können.

Nur rund 200 Zuschauer im Saal

Anstatt rund 500 Zuschauer werden im Saal 178 bis etwa 200 Zuschauer eingelassen, um die geltenden Abstandsregeln einhalten zu können. Die genaue Zahl hängt davon ab, wie viele Gäste als Paar oder Familie oder auch Grüppchen bis zu zehn Personen kommen, die dann blockweise zusammensitzen dürfen. Für die Doppelveranstalten müssen bereits gekaufte Karten gegen neue eingetauscht werden, da sich die Zuschauer eine der beiden Termine aussuchen müssen.

Keine Gastronomie, keine Pausen

Die Empore hat ein umfangreiches Hygienekonzept ausgearbeitet. So gilt eine Maskenpflicht beim Betreten und Verlassen des Hauses, im Foyer und auf den Gängen. Im Saal darf die Maske abgelegt werden. An verschiedenen Stellen stehen insgesamt sechs Desinfektionsspender bereit. Um die Veranstaltungen kontaktarm zu halten, finden sie ohne Pausen und Gastronomieangebot statt und sind etwas kürzer gehalten als üblich. Die Garderobe ist nicht besetzt, Jacken dürfen mit in den Saal genommen werden. „Uns kommt zugute, dass wir keine Klimaanlage haben, sondern eine Be- und Entlüftungsanlage. Damit ist ein guter Luftaustausch gewährleistet. Das heißt aber auch, dass es mal kühl werden kann“, sagt Hennecke. Ansonsten setze man auf Eigenverantwortung, etwa, dass Kunden mit Erkältungssymptomen zu Hause bleiben.

Vergangene Saison lief wirtschaftlich gut

Wirtschaftlich gesehen kommt die Empore bislang gut durch die Krise. Da das Saisongeschäft bis März gut gelaufen ist, benötigt das Haus keine höheren Zuschüsse als üblich. Für die kommende Saison hat der Aufsichtsrat bereits einen höheren Zuschuss genehmigt, er liegt mit 780.000 Euro etwa 130.000 Euro über dem sonst üblichen Zuschuss. „Ich freue mich über die Solidarität des Aufsichtsrates“, betont Onne Hennecke. „Der Aufsichtsrat und auch der Stadtrat wissen, was die Empore wert ist.“

Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse schätzt es, dass sich das Empore-Team von Anfang an Gedanken gemacht hat, wie der Betrieb unter veränderten Bedingungen weitergehen kann: „Das finde ich wichtig, und das freut mich.“ Zumal die Empore acht Vollzeit- und fünf Teilzeitkräfte beschäftigt sowie zwei Azubis. Sie sind zurzeit noch in Kurzarbeit. Über die weitere Saisongestaltung und die Frage, was mit den derzeit ruhenden Abonnements passiert, wird weiter beraten werden müssen. Weder der Neubürger-Nachmittag noch der Neujahrsempfang sind unter den Corona-Auflagen gesichert.

Steenbeeker wollen Weihnachtsmärchen spielen

Immerhin haben die Steenbeeker angekündigt, trotzdem ein Weihnachtsmärchen aufzuführen, „das Parabol Theater eventuell ebenfalls“, sagt Onne Hennecke. Als Faustregel für die Künstler gilt derzeit, dass Theaterstücke mit ein oder zwei Personen möglich sind und Konzerte mit wenigen Musikern – etwa Solist mit Klavierbegleitung. Konzerte finden grundsätzlich nur im bestuhlten Saal statt – Tanzen zur Musik, wie es bei den Rockkonzerten sonst der Fall war, ist derzeit nicht möglich. Denn natürlich muss die Empore auch für bestmöglichen Schutz ihrer Künstler sorgen, in dem diese beispielsweise den erforderlichen Abstand von 1,5 bis zwei Metern auf der Bühne einhalten können. Auch ein neues Programmheft wird in den nächsten Tagen herausgegeben – wie immer, und das ist die gute Nachricht, mit einer vielfältigen Mischung aus Konzerten, Lesungen, Kabarett und Theater.