Nach Spendenaktion

Die Hittfelder Orgel wird umfangreich saniert

| Lesedauer: 3 Minuten
Orgelbauer bauen die Orgelpfeifen der Hittfelder Furtwängler-Orgel aus.  

Orgelbauer bauen die Orgelpfeifen der Hittfelder Furtwängler-Orgel aus.  

Foto: C. Weede. / HA

Sanierung war nötig geworden, weil sich Schimmel an den 1568 Holz- und Metallpfeifen abgesetzt hatte und der Klang nicht mehr einwandfrei war

Hittfeld . Große Freude in Hittfeld: Vier Orgelbauer sind seit vergangener Woche dabei, die unter Denkmalschutz stehende Furtwängler-Orgel in der Mauritiuskirche aufwändig zu reinigen und zu sanieren. Die Sanierung war nötig geworden, weil sich Schimmel an den 1568 Holz- und Metallpfeifen abgesetzt hatte und der Klang nicht mehr einwandfrei war. „Wir danken unseren Spenderinnen und Spendern sehr herzlich. Ohne ihre Unterstützung wäre das nicht möglich gewesen“, sagt Gisela Helms, Kirchenvorsteherin der Ev.-luth. Kirchengemeinde Hittfeld.

Gisela Helms hatte mit Orgelkonzerten, Orgelführungen und vielen Aktionen zahlreiche Spenden für die Sanierung einsammeln können. Bereits am Sonntag, 16. August, soll die Orgel wieder im Gottesdienst eingesetzt werden können. Die Orgelbauer der Orgelbauwerkstatt Hillebrand aus Altwarmbüchen haben in der vergangenen Woche sämtliche 1568 Pfeifen ausgebaut.

Orgel bekommt eine Pedalheizung

Mit einem Staubsauger mit extra feinem Filter für Schimmelsporen wurden Flächen und Böden des inneren Orgelkorpus abgesaugt. Sämtliche Holzteile innen und außen wurden mit einem Anti-Schimmelmittel gereinigt. Der Orgelmotor ist ausgebaut und wird durch einen leiseren Motor ersetzt.

„Ersetzt wird auch die Klaviatur, die Tasten am Spieltisch, die nicht original sind und nun den historischen Vorläufern nachempfunden werden. Und eine Pedalheizung wird dafür sorgen, dass Musiker keine kalten Füße mehr bekommen“, sagt Gisela Helms.

Derzeit fertigen die Orgelbauer weitere Teile in der eigenen Werkstatt an und beginnen anschließend mit dem Ausreinigen der Pfeifen. „Dies geschieht draußen vor der Kirchentür und wenn man Glück hat, kann man ihnen dabei zuschauen. Der Zugang zur Orgelempore ist wegen der Baumaßnahmen derzeit nicht erlaubt.“

Kosten von etwa 37.000 Euro

Der Einsatz vom Fundraisingteam mit Gisela Helms hat sich gelohnt: „Allein hätte die Kirchengemeinde die Kosten von etwa 37.000 Euro nicht tragen können. Mit etwa 12.000 Euro hat die Ev. Landeskirche Hannovers das Projekt unterstützt, etwa 12.000 Euro hatte die Hittfelder Kirchengemeinde an Rücklagen für die Orgel zur Verfügung. Die restlichen etwa 13.000 Euro haben uns viele Spenderinnen und Spender in Hittfeld und Umgebung gegeben“, sagt Helms.

Hittfelder Geschäftsleute hatten sich bereit erklärt, eine kleine Spendenkirche in ihren Geschäften aufzustellen. Eine weitere Spendenkirche stand direkt in der Kirche. Viele Hittfelder hatten auf Geschenke zu Geburtstagen oder Jubiläen oder auf Blumengestecke bei Trauerfällen verzichtet und das Geld gespendet.

„Wir haben Orgel-Emporen-Konzerte und Orgelführungen organisiert, die sehr gut angenommen wurden“, sagt Gisela Helms. Als die Spendensumme erreicht war, konnte sie den Auftrag an die Orgelbauwerkstatt erteilen. „Stück für Stück verwandelt sich unser Herzstück wieder in eine prachtvolle Lady mit einem wunderbar sauberen Klang. Dafür danke ich im Namen des Kirchenvorstands ganz herzlich“, sagt Helms.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Harburg