Lüneburg

Wegweiser: 36 Orte, die einfach gut tun

| Lesedauer: 4 Minuten
Carolin George (l.) und Berit Neß schreiben und illustrieren seit zehn Jahren Bücher über Lüneburg und Umgebung.

Carolin George (l.) und Berit Neß schreiben und illustrieren seit zehn Jahren Bücher über Lüneburg und Umgebung.

Foto: Berit Ness / HA

Carolin George und Berit Neß stellen in einem kleinen Buch Ziele für einen Ausflug am Abend oder am Wochenende vor.

Lüneburg.  Manchmal reicht eine Aussicht, um auf neue Gedanken zu kommen – oder den Kopf einfach mal auszuschalten. Ob ins Grüne, aufs Wasser oder auf uralte Steine: Schöne Ausblicke gibt es in Lüneburg und Umgebung etliche. 36 besonders schöne stellen Carolin George und Berit Neß vom Lüneburger kreativ-kontor jetzt in einer Broschüre vor. „Gerade in diesem besonderen Sommer, in dem vieles anders ist als geplant, gedacht und gewünscht, können solche Orte uns guttun“, sagt Carolin George. Grafikerin Berit Neß ergänzt: „Wir hoffen, dass wir viele Menschen dazu anregen können, oder auch Bekanntes neu wahrzunehmen.“

Ein Weg, um Lüneburg näher kennen zu lernen

Die beiden kennen die Region gut, sie produzieren seit mehr als zehn Jahren gemeinsam Bildbände und Broschüren über Lüneburg und Umgebung. Wem also langsam die Ideen für den Sonntagsausflug oder den Abendspaziergang ausgehen, findet in diesem Büchlein vielleicht neue. Und wer noch nicht lange in der Stadt ist, kann Lüneburg auf angenehme Weise kennen lernen.

Da ist zum Beispiel der einstige Klosterhof – nicht der Hof des Klosters Lüne, sondern der des ehemaligen Franziskanerklosters nahe dem Marienplatz. „Wer nach der Arbeit durch die Stadt spaziert und einen Abstecher in diesen Hinterhof macht, kann hier auf einer Bank in herrlicher Abendsonne sitzen“, sagt Carolin George.

Der Lieblingsort von Berit Neß in Lüneburg ist der Kalkberg – und zwar gar nicht so sehr das Aussichtsplateau ganz oben. „Der Blick ist zwar einmalig, aber den Rest des Geländes finde ich persönlich viel interessanter.“ Besonders beeindruckend findet die Grafikerin, wie viele Glühwürmchen zur Paarungszeit im Juni und Juli am Kalkberg leben. „Dann wimmelt es am Boden vor lauter Lichtern.“

Tipps für alle Generationen

Der Blick der Autorinnen geht weit über die Stadtgrenzen hinaus: Mit dabei ist auch ein Tipp für einen wenig frequentierten Weg in der Lüneburger Heide, zahlreiche Plätze an der Elbe und schöne Spazierwege in Melbeck, bei Südergellersen und Vierhöfen. Oft sind es renaturierte Flächen und besonders geschützte Gebiete, die das Team empfiehlt. Und keiner der Orte kostet Eintritt. „Das ist uns besonders wichtig: Alle Tipps stehen allen Menschen offen“, sagt Carolin George. Außerdem haben die beiden darauf geachtet, dass für alle Generationen etwas dabei ist.

Wasser, bunte Orte, Denkwürdiges und ruhige Winkel

Ihre Tipps haben die Autorinnen in vier Kategorien eingeteilt: Plätze am Wasser, bunte Orte, Denkwürdiges und ruhige Winkel. Zu letzteren zählen auch Orte, die sich für eine innere Einkehr anbieten, zum Beispiel eine Open-Air-Kirche mitten im Wald. „Wir haben viel herumgefragt in Stadt und Landkreis und zahlreiche tolle Tipps bekommen, darüber freuen wir uns sehr“, sagt Berit Neß.

Sehr dankbar ist das Team für die finanzielle Unterstützung ihrer Idee durch die Lüneburger Stiftung Hof Schlüter und den Kirchenkreis Lüneburg. Zu den Stiftungszwecken zählt der Naturschutz, und Vorstand André Novotny sagt: „Dieses Buch ist eine großartige Hilfe, die Schönheit unserer Umgebung wieder wahrzunehmen und lieben zu lernen.“

Die Leitende Superintendentin Christine Schmid freut sich, dass auch geistliche Orte dabei sind. Sie weiß, wie wichtig es ist, „gute Aussichten ganz in der Nähe“ zu haben, um Gedanken laufen zu lassen und sich gut aufgehoben zu wissen. „Raus aus der Wohnung, rein ins Abenteuer. Freiraum finden, Weite erleben und staunen über Unerwartetes“, sagt Schmid. „Das geht mit diesem Buch, auch für den kleinen Geldbeutel.“

Lieblingsorte und Überraschungen

A propos unerwartet: Die größte persönliche Überraschung erlebte Berit Neß beim Besuch der Hünengräber im Schieringer Forst. „Nachdem wir diesen Tipp bekommen haben, sind wir sofort hingefahren“, erzählt sie. „Ich bin total beeindruckt von den riesigen Betten aus Stein, die dort unter Laubbäumen liegen. Da werde ich bestimmt immer mal wieder hinfahren.“

Immer wieder hinfahren: Das wird Carolin George an ihren Lieblingsort Radegast an der Elbe. Dort hat die Journalistin übrigens vor ein paar Tagen eine Überraschung erlebt. „Unser Buch war gerade im Druck, da sehe ich, dass anstelle der von uns kurz vorher fotografierten Bank auf dem Deich nun zwei neue Bänke stehen.“ Das Foto im Büchlein ist also nicht mehr so ganz korrekt.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Harburg