Michael Lootz – aus Brandenburg in den Hafen

Michael Lootz, Wasserschutzpolizist, Leiter WSPK 2

Michael Lootz, Wasserschutzpolizist, Leiter WSPK 2

Foto: André Zand-Vakili

Für Lootz war die Bewerbung kein Selbstgänger. Denn Polizist war eigentlich nicht sein Wunschberuf.

Steinwerder . Michael Lootz ist neuer Chef am Wasserschutzpolizeikommissariat 2. Er löste Dirk Poschmann ab, der Stabsleiter der gesamten Wasserschutzpolizei wurde. Lootz ist jetzt für den Großteil des Hamburger Hafens zuständig. Aber auch die Alster gehört zum Zuständigkeitsbereich seines Reviers.

Dass der 44 Jahre alte Familienvater einmal Chef einer Polizeiwache in Hamburg sein würde, war ihm nicht in die Wiege gelegt. Lootz ist gebürtiger Brandenburger, wuchs in der DDR auf.

Zwar konnte er als Navigationselektriker auf großer Fahrt viel mehr von der Welt sehen als die allermeisten damaligen DDR-Bürger. Das war es aber auch. Die Grenzen blieben eng. Dann kam der Mauerfall.

Bewerbung war kein Selbstgänger

Zur Hamburger Polizei kam Lootz durch zwei Gründe. Zunächst natürlich machte es die Wiedervereinigung überhaupt möglich. Andererseits wurde er Vater. Und eine gewisse Regelmäßigkeit, ein stetiges Leben – das waren bei der Wasserschutzpolizei seit ihrer Gründung jeher ein klassischer Grund für viele Seeleute, bei den maritimen Ordnungshütern anzuheuern.

Für Lootz war die Bewerbung kein Selbstgänger. Denn Polizist war eigentlich nicht sein Wunschberuf. „Mein Vater war Polizist“, sagt Lootz. Der hatte einen Posten in der Einsatzzentrale. „Das fand ich aber eher langweilig“, sagt Lootz. Dann kam die Zusage. „Ich hatte auch eine weitere Zusage für eine Stelle, die nichts mit der Polizei zu tun hat“, sagt er.

„Ich habe mich dann für Hamburg entschieden.“ Und das hat er nicht bereut. Die Wasserschutzpolizei ist für ihn ein abwechslungsreicher und spannender Arbeitsplatz.

Hamburg hat eine eigene Hafen-Kripo

Tatsächlich werden Hamburgs Wasserschutzpolizisten so vielseitig eingesetzt wie sonst kaum ein Polizist in Deutschland. Denn sie sind, im Gegensatz zu Wasserschutzpolizisten vieler anderer Bundesländer, nicht nur auf dem Wasser, sondern auch an Land im Einsatz. Dort machen sie wie andere Kollegen auch klassische Polizeiarbeit. Dazu kommen die die Seefahrt betreffenden Aufgaben, aber auch viele Spezialaufgaben wie Umwelt- oder Tierschutzdelikte. Zudem hat Hamburg eine eigene Hafen-Kripo.

Die Hamburger Wasserschutzpolizei bot ihm Chancen, von denen er noch bei seiner Bewerbung 2000 nicht geträumt hatte. „Ich habe ja ganz normal im mittleren Dienst angefangen“, erinnert sich Lootz. Der Posten eines Revierführers war vor 20 Jahren für ihn so weit weg wie Hamburg von Brandenburg zu dem Zeitpunkt, als Lootz geboren wurde.

„Da hat man natürlich nicht im Traum daran gedacht, einmal so eine Position zu bekleiden, sagt Lootz. Sein jetziges Revier ist eines von drei Wasserschutzpolizeiwachen in Hamburg. Dazu kommt noch das Revier in Cuxhaven, dass auch von Hamburger Polizisten besetzt ist. Die Hamburger Wasserschutzpolizei ist dort auf der Elbe und in der Elbmündung zuständig.

Nachwuchs der obersten Ebene der Hamburger Polizei

Die Wache von Michael Lootz in Steinwerder liegt im Hafenkerngebiet. Es ist das ungewöhnlichste Revier in Hamburg. Denn Menschen wohnen dort kaum. Nur am alten Elbtunnel befinden sich ein paar Wohnungen. Ansonsten prägen Kaianlagen, Lagerhäuser und natürlich die Verkehrsverbindungen wie die Köhlbrandbrücke oder die Hafenbahn das Reviergebiet. Auch die Landungsbrücken und die Gewässer in der Hafencity, sowie einige Kanäle und ein Teil der Bille gehören zu dem Arbeitsgebiet des Reviers.

Das hatte in der Corona-Zeit einen ungewöhnlichen Effekt. Das WSPK 2, so die Abkürzung des Kommissariats, war das einzige Polizeirevier in Hamburg, in dem während des Lockdowns die Kriminalität nicht messbar zurück ging. Als Revierführer gehört Michael Lootz heute zum höheren Dienst, der Stufe, die die höchsten Ämter bis zum Vizepräsidenten in der Polizei besetzt. Der Posten eines Revierführer wird sicher nicht seine letzte Verwendung sein. Mit 44 gehört er zum Nachwuchs der obersten Ebene der Hamburger Polizei.