Lüneburger Kultursommer 2020

Endlich wieder Live-Auftritte

| Lesedauer: 6 Minuten
Lena Thiele
Beim Lüneburger Kultursommer 2020 tritt Glasperlenspiel auf.

Beim Lüneburger Kultursommer 2020 tritt Glasperlenspiel auf.

Foto: HA

Um den Lüneburger Kultursommer gefahrlos über die Bühne zu bringen, ist eine organisatorische Meisterleistung gefordert.

Lüneburg. Frische Luft, viel Platz und ein ausgeklügeltes Abstandskonzept sollen der Kultur den Weg zurück zum Livepublikum ermöglichen: Beim Lüneburger Kultursommer treten in den kommenden Wochen Musiker und weitere Künstler auf einer großen Open-Air-Bühne auf, auch ein Autokino wird eröffnet. Um die Sülzwiesen am Rande der Innenstadt möglichst vielfältig zu bespielen, haben sich mehrere Veranstalter rund um die Firma Campus Management zusammengetan.

Das Ergebnis ist ein Programm mit einigen bekannten Namen. So kommt Michael Schulte nach Lüneburg. Der Sänger und Songwriter, der bei Buxtehude lebt, überzeugte 2018 beim Eurovision Songcontest. Goetz Alsmann, der als „König des Jazzschlagers“ angekündigt wird, singt Liebeslieder der 1920er- bis 60er-Jahre, Stefan Gwildis und Band haben sich mit Klassikern und dem neuen Song „Sommer in der City“ angekündigt, und die Berliner Band MiA will mit ihrem aktuellen Album einen musikalischen Neuanfang einläuten.

Der Liedermachen Konstantin Wecker tritt ebenso auf wie die Elektro-Pop-Band Glasperlenspiel und die Schlagersängerin Beatrice Egli, die 2013 bei der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ gewann. Das Ohnsorg-Theater liefert – in hochdeutscher Sprache – eine Aufführung, in der sich vier Frauen im Parkhaus eines Shoppingcenters verbünden. Im Autokino werden zum Beispiel der Horrorfilm „Es“, das Drama „Absolute Giganten“ sowie „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ gezeigt. Bis Ende August sind insgesamt elf Open-Air-Veranstaltungen und zehn Filmvorführungen geplant.

Eintrittskarten gelten nur für den gebuchten Bereich

Damit die Veranstaltungen trotz der Corona-Pandemie sicher ablaufen, die Zuschauer aber zugleich den Besuch genießen können und sich möglichst wenig eingeschränkt fühlen, ist das Gelände in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Die Eintrittskarten gelten nur für den gebuchten Bereich, sodass sich die Besuchergruppen nicht mischen können.

Im Kulturgarten stehen immer zwei Stühle nebeneinander für Besucher bereit, zwischen den Stuhlpaaren sind jeweils zwei Meter Abstand. Während der Veranstaltung müssen sie nicht unbedingt sitzenbleiben, betont Klaus Hoppe, Geschäftsführer von Campus Management. „Wen es nicht mehr auf seinem Stuhl hält, der kann sich auch vor seinen Stuhl stellen und den Rhythmus mit genügend Abstand zu weiteren Gästen aufnehmen.“

Im Bereich LüneBurger sitzen die Besucher ebenfalls jeweils zu zweit auf einer Bank oder am Tisch einer Biergarnitur. Ein gemeinsamer Haushalt oder eine Familie kann auch mit bis zu vier Personen Platz nehmen. Mit der Eintrittskarte bucht jeder Besucher auch einen Burger und ein Getränk. Die Tische sind jeweils 2,50 Meter voneinander entfernt.

Auch im Biergarten, einem weiteren abgetrennten Bereich, können die Besucher ihre Brotzeit aus Brezel, Bierbeißer und Getränk auf einer Bank sitzend an einem Tisch essen. Wer umweltfreundlich mit dem Fahrrad kommt, kann ein besonders günstiges Ticket für den Bereich Bike-In kaufen. Dort sitzen jeweils zwei Menschen auf einer Bierbank.

In allen vier Bereichen gilt: Wer seinen Platz verlässt, muss auf allen Wegen einen Mundschutz tragen, wer die Musik im Stehen genießen will, muss dabei an seinem Platz bleiben, und alle Gäste müssen den Abstand zu den anderen Besuchern berücksichtigen.

Das fünfte Veranstaltungskonzept ist das Autokino. Da zwar Kulturveranstaltungen unter freiem Himmel wieder erlaubt sind, Kinovorstellung jedoch nicht dazu zählen, müssen die Kinogänger – solange keine neuen Regelungen gelten – in ihren Autos bleiben. Verlassen dürfen sie die Fahrzeuge nur im Notfall. „Ich bin überzeugt, dass wir ansteckungsfreie – und genauso wichtig – tolle, genussvolle Kulturkonzepte geschaffen haben“, sagt Hoppe. „Das Einzige, was unsere Gäste mitbringen müssen, ist Achtsamkeit und Lust auf einen genussvollen Abend.“ Die Sülzwiesen seien gut geeignet, um die Vorgaben erfüllen zu können, die eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindern sollen.

Die Veranstalter müssen ganz neu denken

Der Abstand zwischen den Besuchern muss jeweils 1,50 Meter betragen, an einem Tisch sind nur Mitglieder aus höchstens zwei Haushalten oder eine Familie erlaubt. Die Wege der Besucher müssen gelenkt und Warteschlangen vermieden werden. Außerdem muss dafür gesorgt werden, dass vor und nach der Veranstaltung nicht zu viele Menschen gleichzeitig das Gelände betreten oder verlassen.

„Hier sind logistische und organisatorische Meisterleistungen gefragt“, sagt Hoppe. Veranstalter müssten ganz neu denken. Das sei in der Zusammenarbeit für den Kultursommer gelungen. Dieser ist eine gemeinsame Initiative des Vereins Campus Lüneburg, der Campus Management GmbH, der Veranstaltungstechnikfirma Protones GmbH & Co. KG und der Campus Stiftung für nachhaltige, zukunftsfähige sowie regionale Entwicklung und Bildung. Trotz der Herausforderungen ist Hoppe sich sicher: „Kultur und Corona lassen sich verbinden. Im besten Fall entstehen als Resultat Ereignisse, die besser sind als Open-Air-Kultur vor Corona. Denn was gibt es Schöneres als Kultur mit viel Platz unter freiem Himmel zu genießen?“

Programm

Nite Club aus Lüneburger eröffnet die Konzertreihe des Kultursommers am heutigen Sonnabend um 20 Uhr. Am Sonnabend, 28. Juni, spielt MiA, es folgen Konstantin Wecker am Freitag, 3. Juli, und Beatrice Egli am Sonnabend, 4. Juli. Autokinovorstellungen gibt es am Sonntag, 21. Juni, mit „Rocca verändert die Welt“ um 15.30 Uhr und „Only Lovers left alive“ um 21 Uhr.


Eintrittskarten für alle Veranstaltungen unter www.lueneburger-kultursommer.de. Die Tickets können jeweils nur im Doppelpack gekauft werden. Die Sülzwiesen sind erreichbar über die Straße Am Grasweg. Einlass ist jeweils 90 Minuten, beim Autokino 60 Minuten vor Beginn.


Bei Krankheitssymptomen wie Husten, Schnupfen, Niesen oder anderen Grippeanzeichen ist der Besuch nicht erlaubt.

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