Harburg

Endlich ein Leitsystem für Fußgänger

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Lars Hansen
So wie hier am Rathaus in Hamburg wird auch in der Harburger Innenstadt in Zukunft die Orientierung einfacher.

So wie hier am Rathaus in Hamburg wird auch in der Harburger Innenstadt in Zukunft die Orientierung einfacher.

Foto: Klaus Bodig

Seit vielen Jahren wartet der Bezirk auf die Stelen, die Orientierung bringen sollen. Im August werden sie aufgestellt.

Harburg.  Das war ein langer Prozess: Seit Jahren versucht die Harburger Bezirkspolitik gemeinsam mit der Bezirksverwaltung in Harburg ein Fußgänger-Leitsystem installieren zu lassen. Dies soll es Ortsfremden und Stadtneulingen erleichtern, ihre Ziele in Harburg zu finden. Fast jede Fraktion der Bezirksversammlung hat dazu schon einmal einen Antrag gestellt. Jetzt soll es tatsächlich kommen. Im August, teilte Sozialdezernentin Anke Jobmann dem Kulturausschuss mit, werden die Stelen und Wegweiser aufgestellt.

Hilfestellung an neun Standorten

An neun Standorten zwischen den S-Bahn-Stationen Harburg Rathaus und Harburg werden Stelen – so heißen Säulen, die nichts stützen – installiert, auf denen farblich geordnet Behörden, Kirchen, Kulturstätten, Sehenswürdigkeiten sowie WC- und Parkhäuser verzeichnet sind, inklusive Richtungsanzeige und Entfernung. Knapp 50 untergeordnete Wegweiser halten die Fußgänger auf dem Weg zu ihrem Ziel auf Kurs.

Der erste Entwurf für das System stammt aus dem Jahr 2013 und wurde in der Zwischenzeit mehrfach überarbeitet, sei es, weil Behörden und Institutionen umgezogen waren, sei es, weil es weiter Wünsche für Ziele gab, die angezeigt werden sollten.

Die Diskussion läuft schon seit 2011

Die Diskussion ist schon deutlich älter: 2011 beschloss die Bezirksversammlung einstimmig, dass Harburg so ein Leitsystem bekommen sollte, wie es das in Hamburg-Mitte und in Altona bereits gab und womit die Bürger dort sehr zufrieden waren. Im Fußball-WM-Sommer 2006 waren solche Wegweisersysteme in diesen Bezirken aufgestellt worden, damit auswärtige Gäste der Stadt nicht orientierungslos durch die Gehstraßen irren.

Seit dem Beschluss diskutierten und planten Parteien, Bezirksamt und Citymanagement, erstellten Standortkonzepte und warteten auf die Umsetzung. Verantwortlich für den Aufbau und die Pflege des Systems soll die Firma Ströer sein. Das Kölner Medienunternehmen hat praktisch das Monopol für öffentliche Hinweistafeln in Hamburg. Der Vertrag, in dem die Aufstellung der Systeme in Mitte und Altona geregelt war beinhaltete auch die Option für weitere Stadtteile.

Konzept wurde mehrfach überarbeitet

Vor zwei Jahren sah es dann aus, als sei alles Planen umsonst gewesen: Die Wirtschaftsbehörde ließ verkünden, dass der Vertrag Ströer nicht an bestimmte Stadtteile binde, man von den Kölnern also nicht ohne weiteres verlangen könne, in Harburg Schilder aufzustellen. Außerdem lief der Vertrag Ende 2018 aus und eine Verlängerung war noch nicht beschlossen. Auch, als der Vertrag dann verlängert und verbindlicher wurde, erfolgte noch kein Startschuss: Das Harburger Konzept von 2013 wurde noch einmal überarbeitet. Zu den ursprünglich acht Stelen kam noch eine neunte im Binnenhafen hinzu. Die macht auch Sinn: Fast überall im System gibt es Hinweise, wie man in den Binnenhafen gelangt.

Startschuss sollte dann eigentlich im Frühjahr gewesen sein. Dann jedoch kam Corona. Die Firma, die im Auftrag von Ströer die eigentlichen Schilder herstellt, meldete Kurzarbeit an und braucht deshalb länger für ihre Aufträge, teilte das Bezirksamt den Fraktionen mit.

Nun kommt es also – wahrscheinlich – im August „Das wird aber auch Zeit“, grantelt der CDU-Fraktionsvorsitzende Ralf-Dieter Fischer, zusammen mit Jürgen Marek (Grüne) und Jürgen Heimath (SPD) sowie wenigen anderen Teil der kleinen Handvoll Bezirks-Abgeordneter, die den Originalbeschluss gefällt hatten. Jürgen Marek ergänzt „In der Zwischenzeit sind bestehende Hinweisschilder veraltet und nicht ersetzt worden, weil man immer auf die große Lösung gewartet hat.“

Leitsystem kosten rund 200.000 Euro

Rund 200.000 Euro kosten Einrichtung und vier Jahre Pflege des Fußgängerleitsystems in Harburg. Einen kleineren Teil davon, 80.000 Euro, spendiert die Wirtschaftsbehörde. Den Rest bringt der Bezirk auf. Hingewiesen wird unter anderem auf die Harburger Museen, den Wochenmarkt, das Rathausforum, die alte Elbbrücke, die Lämmertwiete, die Schlossinsel und den Standort der Technischen Universität.

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