Sommer-Festival

Künstler vermissen im Ausschuss den „Spirit of Harburg“

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Das Festival Sommer im Park ist sehr erfolgreich, kann aber aufgrund der Corona-Auflagen in diesem Jahr nicht stattfinden.

Das Festival Sommer im Park ist sehr erfolgreich, kann aber aufgrund der Corona-Auflagen in diesem Jahr nicht stattfinden.

Foto: Angelika Hillmer / HA

Organisatoren des virtuellen Sommerfestivals erwarteten von der Bezirkspolitik eine Etat-Entscheidung und wurden enttäuscht

Harburg.  Etwas mehr Euphorie hätten die Köpfe hinter dem „Spirit of Harburg“-Festival wohl schon von der Bezirkspolitik erwartet, als sie ihr Konzept im Kulturausschuss der Bezirksversammlung vorstellten: „Spirit of Harburg“ soll der Ersatz für das „Sommer im Park“-Festival sein, das in diesem Jahr zum dritten Mal stattgefunden hätte, wegen Corona wahrscheinlich aber nicht stattfinden – und damit hundertprozentig nicht geplant und beworben werden – kann. Stattdessen soll der Geist des Festivals so gut wie möglich ins Netz verlagert werden.

Organisatoren präsentieren engagiert ihr Konzept

Live-Übertragungen von der publikumslosen Freilichtbühne, Schalten und Aufzeichnungen aus den ebenfalls publikumsfreien Clubs sollen sich abwechseln und die schönen Seiten Harburgs sowie sein buntes Kulturleben zeigen. Citymanagerin Melanie-Gitte Lansmann, Musikclub- und Veranstaltungsspezialist Carsten Schölermann und Musiker Jan Schulze trugen detailliert vor, legten sich ins Zeug, beantworteten kritische Nachfragen – und durften gehen, ohne eine Reaktion zu erfahren. Eine Abstimmung über das Konzept gab es nicht – auch nicht im nicht-öffentlichen Teil. Zwei Fraktionen hatten noch Beratungsbedarf, heißt es.

Einzelne Fraktionen haben noch Beratungsbedarf

Dem Vernehmen nach gehört dazu auch die FDP. Deren Vertreter war zur Ausschusssitzung gar nicht erst gekommen. Am kommenden Dienstag soll nun der Hauptausschuss entscheiden, ob „Spirit of Harburg“ den Etat von „Sommer im Park“ verwenden darf. Die Organisatoren sind übrigens dieselben.

Die Veranstalter bringt das ein wenig in Zeitdruck: Das Festival soll Ende August über die Freilichtbühne gehen. Dazwischen liegen die Hamburger Sommerferien. Der Ausschussvorsitzende Heiko Langanke (Linke) vertrat deshalb die Auffassung, dass es einer nochmaligen Genehmigung des Etats gar nicht bedurft hätte, denn schließlich ginge es nur darum, ein Festival Pandemie-konform zu retten, dessen Etat bereits genehmigt war. Die Verwaltung und einzelne Fraktionen im Ausschuss vertraten jedoch die Meinung, dass ein neuer Beschluss her muss.

Ist eine Abstimmung über den Etat überhaupt notwendig?

„Jetzt hätte ich vom Ausschuss aber zumindest ein wohlwollendes Signal erwartet“, sagt Langanke. „Es ist klar, dass ohnehin nur der Hauptausschuss entscheiden kann. Aber hätten wir hier eine Empfehlung abgegeben, könnten die Macher beruhigter weiter planen“. Die Planer des Festivals sind mittlerweile so weit, wie sie sein können, ohne finanzielle Zusagen zu machen: Mögliche Medienpartner sind kontaktiert, Sponsoren aktiviert, ein grobes Programmraster erstellt und Künstler stehen bereit.„Mit jedem Tag Verzögerung wächst bei uns natürlich der Druck“, sagt Lansmann.

Etwas entspannter ist da Carsten Schölermann. „Ich bin überzeugt, dass dass der Hauptausschuss das Geld bewilligt“, sagt er. „Es ist schon verständlich, dass die politischen Gremien erst einmal mitreden wollen.“ Tatsächlich kamen aus den Reihen des Ausschusses noch Anregungen: So sollte – falls Ende August doch wieder große Publikumsveranstaltungen möglich seien, das Konzept um diese Möglichkeit erweitert werden, schlug Heinke Ehlers (Grüne) vor. Und Natalia Sahling (SPD) regte an, mehr lokale Nachwuchskünstler ins Programm zu holen.

„Eine Publikumsbeteiligung im Rahmen des derzeit Zulässigen haben wir überlegt, aber wieder verworfen“, sagte Schölermann. „Es wäre sehr kompliziert zu handhaben. Außerdem müsste dann doppelte Tontechnik – einmal für die Übertragung und einmal für die Bühnenbeschallung – bestellt und bezahlt werden. Das Budget ist jetzt schon ausgesprochen eng. xl

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