Harburg

TUHH entwickelt Technik für Nietbohrungen

| Lesedauer: 2 Minuten
Die neue Technologie wird in den Airbus-Werken getestet.

Die neue Technologie wird in den Airbus-Werken getestet.

Foto: TUHH / HA

Innovation im Flugzeugbau – das Ergebnis ist größere Präzision und geringere Kosten

Harburg.  Wissenschaftler des Instituts für Produktionsmanagement und -technik (IPMT) der Technischen Universität Hamburg (TUHH) präsentieren das Projekt SmartADU2020 auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA), die erstmals im digitalen Format unter dem Motto „ILA goes Digital“ stattfindet. SmartADU2020 demonstriert, wie sich mithilfe von Digitalisierung, Ultraschallortung, mechatronischen Maschinen und Werkzeugtechnik die Flugzeugmontage optimieren lässt. Das steigert die Qualität und beschleunigt die Produktion. SmartADU2020 wurde im Luftfahrtforschungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit insgesamt 1,5 Millionen Euro gefördert und wird im ILA Future Lab als eines von fünf Förderprojekten vorgestellt.

Nieten ist im Flugzeugbau bevorzugte Verbindungstechnologie

Im gesamten Flugzeug werden für die Verbindung von Bauteilen Nietbohrungen benötigt, da Nieten in der Flugzeugmontage als primäre Verbindungstechnologie genutzt wird. Allein 2019 wurden laut Airbus etwa 140 Millionen Nietverbindungen gesetzt. „Aufgrund der erschwerten Zugänglichkeit von Bauteilen können Nietbohrungen allerdings nicht komplett automatisiert gefertigt werden“, sagt TU-Professor Wolfgang Hintze. „Mit unserem Projekt verbessern wir die Montage von Bauteilen, indem wir verschiedene Technologien kombinieren und nutzen“, so Hintze weiter. Mittels Ultraschall wird dazu im ersten Schritt die Position der Bohrmaschine ermittelt. Ist die Position korrekt, wird die Maschine im zweiten Schritt freigeben und ein Programm aus einer zentralen Datenbank führt die Bohrung aus.

Integrierte Messsysteme sorgen für Präzision

Um nicht nur Zeit einzusparen, sondern auch die Qualität der Nietbohrungen zu verbessern, werden die mittels Druckluft betriebenen Bohrmaschinen mit mechatronischen ausgetauscht. Integrierte Messsysteme sorgen für die Qualitätssicherung und übermitteln die Ergebnisse zur Dokumentation und Auswertung an eine zentrale Datenbank.

Am IPMT der TUHH werden unter Leitung von Professor Hermann Lödding und Professor Wolfgang Hintze grundlegende Produktionsprobleme ganzheitlich erforscht und Modelle, Verfahren und Prozesse für die industrielle Praxis entwickelt. SmartADU2020 wurde im Verbund mit den in der Bohrtechnologie etablierten Luftfahrtzulieferern Lübbering und Ceratizit, dem Fraunhofer IFAM sowie dem Hersteller von Assistenzsystemen Sarissa durchgeführt und von den Unternehmen Airbus, Premium Aerotec, Extramet, Cemecon und AAIL unterstützt.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Harburg