Kreis Harburg

In Meckelfeld entstehen neue Wohnungen für Senioren

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Lena Thiele
Entwurf Vorhaben Perspektive "Alter Zirkusplatz" in Meckelfeld: An der Straße Am Felde entsteht eine weitere Seniorenwohnanlage mit Servicekonzept, 29 Wohnungen und einer Tagespflegeeinrichtung.

Entwurf Vorhaben Perspektive "Alter Zirkusplatz" in Meckelfeld: An der Straße Am Felde entsteht eine weitere Seniorenwohnanlage mit Servicekonzept, 29 Wohnungen und einer Tagespflegeeinrichtung.

Foto: Schröder Immobilien

Um Bau zeitnah zu ermöglichen, wird der entsprechende Bebauungsplan Bahnhof-Süd in beschleunigtem Verfahren geändert.

Meckelfeld. Neben der zurzeit entstehenden Seniorenwohnanlage „Alter Zirkusplatz“ in Meckelfeld sollen in einem zweiten Bauabschnitt weitere drei Gebäude gebaut werden. Darin sind 29 Seniorenwohnungen sowie eine Tagespflegeeinrichtung vorgesehen. Um den Bau zeitnah zu ermöglichen, wird der entsprechende Bebauungsplan Bahnhof-Süd zurzeit in einem beschleunigten Verfahren geändert.

Hinter dem umfangreichen Bauvorhaben steht die Firma Schröder Immobilien aus Winsen, die rund zehn Millionen Euro in das Projekt investiert. „Im ersten Bauabschnitt sind wir ganz im Zeitplan“, sagt Prokuristin Gudrun Fütterer. Auch die Corona-Pandemie habe auf der Baustelle zu keinen Einschränkungen geführt.

Bereits im Februar wurde Richtfest gefeiert und vor Kurzem wurde das Gerüst entfernt, sodass der Neubau an der Straße Am Kamp nun gut zu erkennen ist. Ende dieses Jahres sollen die 50 Wohnungen, die jeweils ein, zwei oder drei Zimmer haben, an ihre neuen Eigentümer übergeben werden. 35 sind laut Gudrun Fütterer bereits verkauft, weitere sind reserviert.

Betreiber wird die Johanniter Unfallhilfe

Der Kern des Neubaus ist eine Seniorenwohnanlage mit Betreuungskonzept, Betreiber wird die Johanniter Unfallhilfe. Die Bewohner kaufen oder mieten eine der Wohnungen und können bei Bedarf gegen eine monatliche Pauschale die Serviceleistungen der Johanniter hinzubuchen. Das Konzept richtet sich an Senioren mit und ohne Unterstützungsbedarf, eine Vollzeitpflege ist allerdings in den Wohnungen nicht möglich.

Eine Hausdame hilft bei der Planung von möglicherweise notwendigen Pflegedienstleistungen, unterstützt bei Behördengängen und Essensbestellungen und vermittelt Haushaltshilfen und Handwerker. Sie organisiert auch Freizeitangebote, wie Kaffeenachmittage und Ausflüge. Ein großer Gemeinschaftsraum kann von allen Bewohnern genutzt werden. Die Johanniter bieten ähnliche Konzepte bereits in Anlagen in Holm-Seppensen, Buchholz und Sprötze an.

Auch im zweiten Bauabschnitt ist eine Seniorenwohnanlage mit Konzept geplant. Die 29 Wohnungen mit jeweils zwei bis drei Zimmern werden ebenfalls barrierearm gestaltet. „Es wird eine zusätzliche Anlage mit eigenem Gemeinschaftsraum“, betont Gudrun Fütterer.

Drei Wohnhäuser

„Würden wir die erste Wohnanlage erweitern, wäre das zu groß und anonym.“ Hier werden voraussichtlich ebenfalls die Johanniter den Service anbieten. Fest steht bereits, dass sie in einem der Gebäude die Tagespflegeeinrichtung auf einer Fläche von etwa 350 Quadratmetern betreiben werden. „Das ist alles abgestimmt“, sagt Gudrun Fütterer.

Die Baupläne sehen drei Wohnhäuser in dem sich südlich anschließenden Bereich an der Straße Am Felde vor. Ein Gebäude mit drei Geschossen und Staffelgeschoss schließt an den jetzigen Neubau an, die beiden anderen Häuser haben ein Geschoss weniger. Lücken zwischen den Häusern sowie ein Treppenhaus als Verbindung sollen die Anlage luftiger erscheinen lassen. Außerdem ist eine Tiefgarage mit 27 Stellplätzen vorgesehen. Entlang der Straße Am Felde sowie zwischen den Gebäuden müssen Bäume gepflanzt werden.

Die Wohnungen im ersten Abschnitt haben eine Größe zwischen 41 und 107 Quadratmeter. Die Preise – einschließlich eines Anteils am Gemeinschaftsraum – liegen zwischen rund 177.000 Euro für eine Ein-Zimmer-Wohnung und knapp 490.000 für die größte Drei-Zimmer-Wohnung. Ein Stellplatz in der Tiefgarage kostet zusätzlich 29.000 Euro.

Vermarktung hat noch nicht begonnen

Die drei jetzt geplanten Gebäude werden voraussichtlich an einen Investor verkauft, der die Wohnungen vermieten wird. Schröder Immobilien behält sich zwar auch die Möglichkeit vor, die Gebäude zu behalten. Dies ist laut Fütterer aber unwahrscheinlich. Auch die zunächst angedachte Option, dass auch Gewerbetreibende in die Gebäude einziehen könnten, sei zurzeit kein Thema. „Wir haben aber die Flächen so geplant, dass wir sie bei Bedarf ganz schnell und einfach anpassen können.“

Für den zweiten Abschnitt hat die Vermarktung noch nicht begonnen. Zurzeit bereitet das Unternehmen den Bauantrag vor. Die Zusammenarbeit mit den Johannitern und der Gemeinde Seevetal laufe sehr gut, sagt Gudrun Fütterer. Sie sei daher zuversichtlich, dass das Vorhaben wie geplant umgesetzt werden könne. Dann würden im kommenden Jahr die Bauarbeiten starten und die Bewohner könnten 2022 in ihre Wohnungen einziehen.

Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, hängt vor allem von der rechtzeitigen Verabschiedung des Bebauungsplans ab. „Das läuft bisher gut“, sagt Gudrun Fütterer. Allerdings habe es in diesem Bereich doch einige Verzögerungen wegen der Corona-Pandemie gegeben. „Unser Wunsch ist es, dass der B-Plan bis Ende des Jahres steht. Dann können wir unseren Zeitplan einhalten.“

Pläne werden im Ortsrat erörtert

Am Mittwoch stellt sie im Meckelfelder Ortsrat die Pläne für die zusätzlichen Neubauten vor. Dann startet auch die Öffentlichkeitsbeteiligung, bei der Bürger Einwände und Anregungen zu dem Projekt einbringen können. Im Ortsrat wird Fütterer auch eine Idee vorstellen, die Senioren, die in die Wohnanlage „Alter Zirkusplatz“ ziehen, gefallen dürfte: Die drei Gebäude könnten jeweils nach einem berühmten Clown – Pic, Grock und Rivel – benannt werden.

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