Corona-Krise

Handwerkskammer betont Stellenwert der Ausbildung

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 Andreas Mellmann (l) und sein Lehrling Aref Ahmali bessern den Eingangsbereich einer Schule aus.

Andreas Mellmann (l) und sein Lehrling Aref Ahmali bessern den Eingangsbereich einer Schule aus.

Foto: Frank Molter / dpaDeutsche Presse-Agentur! Honorarfrei für FMG-Tageszeitungen!

Das Handwerk ruft dazu auf, trotz der Corona-Krise an die Ausbildung junger Menschen zu denken

Winsen.  Das Handwerk ruft dazu auf, trotz der Corona-Krise an die Ausbildung junger Menschen zu denken. „Die vorübergehende Schließung der Schulen sowie die Corona-bedingte Absage von Ausbildungsbörsen und Veranstaltungen zur Berufsorientierung haben das Thema Ausbildung in den Hintergrund rücken lassen“, sagt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Lüneburg-Stade Matthias Steffen. Es sei daher sowohl im Interesse der Unternehmen als auch der Schulabgänger, dass mit den Lockerungen des öffentlichen Lebens das Thema Ausbildung wieder stärker in den Fokus rücke.

„Wir appellieren an die Betriebe, in ihrer Ausbildungsleistung nicht nachzulassen“, so Steffen. Denn die betriebliche Ausbildung sei gerade im Handwerk der Schlüssel für die zukünftige Fachkräftesicherung. Es zahle sich aus, wenn Betriebe trotz der aktuellen Lage in die Ausbildung investierten. „Auszubildende sind schließlich die Fachkräfte von morgen“, erklärt Steffen.

Viele Unternehmen sind derzeit verunsichert

Laut einer aktuellen Umfrage der Handwerkskammer planen immerhin 43 Prozent der befragten Betriebe, mindestens genauso viele Ausbildungsstellen anzubieten wie im Vorjahr. 28 Prozent gaben an, in diesem Ausbildungsjahr weniger Lehrlinge einstellen zu wollen. Diese Zahl sei aber nach Ansicht des stellvertretenden Hauptgeschäftsführers eine Momentaufnahme und geprägt von der derzeitigen Coronakrise. „Viele Unternehmen sind derzeit verunsichert. Umsatzeinbußen und Auftragsrückgänge führen deshalb zu Vorsicht“, so Steffen.

Mit zunehmender Rückkehr zur Normalität und der Öffnung bisher behördlich geschlossener Betriebe wie zum Beispiel der ausbildungsstarken Friseurbetriebe hoffe er aber, dass die Ausbildungsbereitschaft noch steige. Es käme aber auch vor, dass bei einer mehrjährigen dualen Ausbildung gerade kleinere Handwerksbetriebe nicht in jedem Jahr neue Lehrlinge einstellen würden. Hilfreich könne ein klares Signal aus der Politik an die Ausbildungsbetriebe sein. So fordert der Zentralverband des Deutschen Handwerks auch finanzielle Anreize. „Wir unterstützen die Forderung, Ausbildungsbetriebe zu unterstützen“, sagt Steffen. Wie diese Unterstützung konkret aussehen könne, darüber müsse mit Bund und Land geredet werden.

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