Danziger Kantapfel

Kiekeberg pflanzt Apfel des Jahres

Matthias Schuh, Museumsgärtner, und Museumsdirektor Stefan Zimmermann pflanzen den Apfel des Jahres 2020 auf dem Landwirtschaftlichen Entdeckergarten des Freilichtmuseums am Kiekeberg. Er steht in der Reihe mit den Äpfeln des Jahres der vergangenen Jahre. (v.l.)

Matthias Schuh, Museumsgärtner, und Museumsdirektor Stefan Zimmermann pflanzen den Apfel des Jahres 2020 auf dem Landwirtschaftlichen Entdeckergarten des Freilichtmuseums am Kiekeberg. Er steht in der Reihe mit den Äpfeln des Jahres der vergangenen Jahre. (v.l.)

Foto: FLMK / HA

Zum 20. Mal wurde hier eine historische Apfelsorte für nachfolgende Generationen bewahrt. Die Aktion läuft in Zusammenarbeit mit dem BUND Hamburg

Ehestorf.  „Danziger Kantapfel“ heißt der Apfel des Jahres 2020. Das Freilichtmuseum am Kiekeberg hat die alte Apfelbaumsorte jetzt in den Landwirtschaftlichen Entdeckergarten des Museums gepflanzt. Die Pflanzung hat Tradition: Zum 20. Mal wurde hier eine historische Apfelsorte für nachfolgende Generationen bewahrt. Die Aktion läuft in Zusammenarbeit mit dem BUND Hamburg – in diesem Jahr aufgrund der Kontaktbeschränkungen ohne dessen persönliche Anwesenheit.

Der „Danziger Kantapfel“ hat ein süß-säuerliches Aroma und fällt durch seine karminrote Schale auf. Der Apfel hat viele Namen wie zum Beispiel „Erdbeerapfel“, „Bentlebener Rosenapfel“ und „Liebesapfel“. Die Herkunft des Apfels ist unbekannt, aber er wurde schon vor 260 Jahren dokumentiert „Sein Name stammt von der kantigen Form, die er mit Blick von der Blütenseite hat“, erklärt Museumsgärtner Matthias Schuh. Der mittelgroße Apfel wird im September reif und ist inzwischen selten.

„Danziger Kantapfel“ gedeiht überall in Deutschland

Der „Danziger Kantapfel“ gedeiht überall in Deutschland, am besten an windoffenen Standorten. Der Apfelbaum bildet breit ausladende Kronen, in denen Vögel gute Nistmöglichkeiten finden. „Es lohnt sich, historische Apfelsorten zu erhalten: Als Spätblüher und guter Pollenspender dient der Danziger Kantapfel heimischen Insekten als Nahrungsquelle. Belässt man Totholz und Höhlungen am Baum, entsteht auch ein Unterschlupf für Wildbienen“, sagt Gudrun Hofmann vom BUND-Vorstand.

Im Landwirtschaftlichen Entdeckergarten am Kiekeberg wachsen mehr als 300 Obstbäume. „Wir bewahren neben den historischen Gebäuden und alten Haustierrassen auch die regionalen Obst- und Gemüsesorten der Vergangenheit“, sagt sich Museumsdirektor Stefan Zimmermann. Die Äpfel werden jedes Jahr vom Team der Außenstelle in Wennerstorf geerntet.

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