Harburg
Gassi in Coronazeiten

Auch Harburgs Hundehalter müssen Abstand halten

So ist es richtig: Zwei Anstandswauwaus Abstand schützen vor Infektionen.

So ist es richtig: Zwei Anstandswauwaus Abstand schützen vor Infektionen.

Foto: Lars Hansen / xl

Die Auslauffläche im Heimfelder Holz bleibt erhalten, schreibt die Umweltbehörde.

Harburg.  Unter Harburgs Hundehaltern gibt es derzeit zwei bange Fragen: Bleibt das große Hundeauslaufgebiet in Meyers Park erhalten, wenn das gesamte Heimfelder Holz unter Naturschutz gestellt wird? Und: Wie und unter welchen Bedingungen kann man mit seinem Hund noch Gassi gehen, wo man doch möglichst alle Gänge nach draußen unterlassen und mit möglichst wenig Menschen in Kontakt kommen soll?

Auch beim Gassigehen gilt: zwei Meter Abstand

Dass das Gassigehen unter die notwendigen, also erlaubten, Tätigkeiten im Freien gezählt gehört, bestreitet niemand. Es zu unterlassen, wäre Tierquälerei. Doch bleibt ein Mensch mit Hund nie lang allein: man trifft andere Hundebesitzer oder wird von hundelosen Zeitgenossen auf sein Tier angesprochen. Für viele war das immer ein wichtiger Aspekt des Gangs mit Hund und gerade die Hundewiesen und Auslaufflächen sind ein Ort des Miteinander, und des Austausches in Gespräch und Gerücht.

Dieser Aspekt muss im Moment hintenan stehen. Zwar beschnuppern sich die Hunde immer noch, aber egal, ob in Marmstorf, im Heimfelder Holz oder im Göhlbachtal: Die Halter halten Abstand zu einander. „Gespräche sind ja immer noch möglich“, sagt Charlotte Michaelis, die auf der kleinen Marmstorfer Auslauffläche beim Osterfeldweg in einer Ecke der viereckigen Umzäunung steht. „Man muss sich ja nicht gleich um den Hals fallen. Wir kennen uns hier alle schon lange genug.“

„Ich kenne Paare, die sich über ihre Hunde kennengelernt haben“, sagt Toni Immler im Göhlbachtal, „so etwas ist derzeit aber nicht denkbar.“

Ein Schnack geht auch auf Distanz

Höchstens sehr platonisch. Im Heimfelder Holz sieht man tatsächlich Hundehalter, die sich eine Bank teilen. Zwischen ihnen allerdings: zwei Meter Sitzfläche und zwei Anstandswauwaus. „Ich bin ja nicht auf Brautschau“, sagt der Herr. „Und ein paar freundliche Worte gehen auch so“, ergänzt die Dame.

Um die Hunde-Auslauffläche müssen sich die beiden sowie die vielen anderen Hundehalter, die hier unterwegs sind, wohl keine Sorgen machen: „Die Umweltbehörde hält die Hundeauslauffläche im vorläufig sichergestellten Naturschutzgebiet Heimfelder Holz für notwendig und wichtig, deshalb ist die Nutzung der Hundeauslauffläche auch bereits jetzt, in der vorläufigen Verordnung, freigestellt“, heißt es in der Stellungnahme der Behörde für Umwelt und Energie zu einem Beschluss der Bezirksversammlung Harburg.

Die Hunde-Auslauffläche bleibt erhalten

Nachdem die Umweltbehörde nämlich im Dezember überraschend bekannt gegeben hatte, das gesamte Heimfelder Holz, zu dem auch Meyers Park gehört, unter Naturschutz stellen zu wollen, und dies mit einer vorläufigen Naturschutz-Anordnung sofort untermauerte, waren die Hundebesitzer aufgeschreckt: Üblicherweise herrscht für Hunde in Naturschutzgebieten strikte Leinenpflicht. Die SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung hatte daraufhin den Antrag formuliert, den Bestand der größten Freilauffläche im Bezirk zu sichern. Die anderen Fraktionen stimmten zu.

Die Umweltbehörde kann damit leben, Naturschutz und Hundespiel schließen sich nicht unbedingt aus, heißt es in der Stellungnahme: „Die Integration einer Hundeauslauffläche in ein Schutzgebiet ist grundsätzlich möglich, wie dies in Hamburg auch bereits im Naturschutzgebiet Höltigbaum im Bezirk Wandsbek geschehen ist. Wir werden die Abgrenzung des zukünftigen NSG mit dem Bezirks Harburg abstimmen.“