Harburg
Neue Haustür-Masche

Diebe nutzen Verunsicherung wegen Corona aus

Polizei und Landkreise warnen vor einer neuen Masche

Polizei und Landkreise warnen vor einer neuen Masche

Foto: Patrick Seeger / dpa

Unter anderem in Buxtehude versuchten drei Männer in weißen Anzügen, in eine Wohnung zu kommen. Weitere Fälle bekannt.

Buxtehude . Während viele Menschen wegen der dynamischen Entwicklung der Corona-Ausbreitung verunsichert sind oder anderen helfen wollen, nutzen sie die Lage offenbar schamlos aus: Sogenannte Einschleichdiebe, vor denen aktuell die Landkreise Harburg und Stade warnen.

Als angebliche Mitarbeiter von Gesundheitsämtern würden sie derzeit in Norddeutschland an Haustüren klingeln und so versuchen, sich Eintritt in die Wohnungen zu verschaffen, um dann Diebstähle zu begehen. Nach Information des Landkreises Stade habe es sich dabei konkret im Raum Buxtehude um drei Männer in weißen Anzügen gehandelt, die so versucht hatten, in eine Wohnung zu kommen.

Der Bewohner habe aber den „Dienstausweis“ schnell als Fälschung erkannt – woraufhin die Männer flüchteten. Und dieser Einschleich-Versuch war offenbar kein Einzelfall.

Gesundheitsamt macht keine Hausbesuche

Der Polizei zufolge behaupteten solche angeblichen Mitarbeiter von Gesundheitsämtern auch in anderen Fällen, dass sich die Bewohner mit dem Corona-Virus infiziert hätten. Daher müsse man in die Wohnung kommen und „weitere Untersuchungen“ vornehmen. Vor dem Hintergrund des konkreten Einschleichversuchs in Buxtehude stellte das Gesundheitsamt im Landkreis Stade daher am Wochenende noch einmal klar: „Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen machen grundsätzlich keine Hausbesuche. Wir untersuchen keine Wohnungen auf Coronaviren.“ Erkrankte oder Menschen, die möglicherweise mit dem neuen Virus infiziert sind, würden schriftlich oder per Telefon kontaktiert. Es gibt im Zusammenhang mit der Corona-Krise aber auch noch andere Betrugsmaschen.

Einkaufshelfer oder Betrüger?

Darauf weist der Landkreis Harburg hin: Sogar vor Einkaufshilfen für Senioren würden solche Betrüger derzeit keinen Halt machen und von Senioren mitunter größere Geldbeträge verlangen, weil diese angeblich „virenverseucht“ seien und desinfiziert werden müssten. Die Kreisverwaltung in Winsen forderte daher alle an einer örtlichen Nachbarschaftshilfe beteiligten Institutionen auf, für sichere Rahmenbedingungen zu sorgen, indem sie zwischen den ehrenamtlichen Helfern und den Hilfebedürftigen vermitteln. „Die Menschen sollten wissen, wer sie an der Haustür aufsucht und welche Absprachen getroffen wurden“, so die Kreisverwaltung.

Auch die Polizei mahnt in diesen Tagen zu besonderer Vorsicht: Sollten tatsächlich verdächtige Personen vor der Haustür stehen, solle man sich nicht verunsichern lassen und schon gar nicht Fremde in die Wohnung hineinlassen. „Schließen Sie die Tür und rufen Sie die Polizei unter der Nummer 110“, empfiehlt daher die Polizei.